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Schülerfachmesse in Godesberg: Vom Bankkaufmann bis zum Safttechniker

Schülerfachmesse in Godesberg : Vom Bankkaufmann bis zum Safttechniker

Die Berufsinformationsmesse "Vocatium" in der Bad Godesberger Stadthalle bietet Schülern Tipps und Gespräche direkt mit Personalverantwortlichen. Sie ist auch am Mittwoch noch geöffnet.

Die Schüler kamen mit unterschiedlichen Erwartungen – während manche bereits gründlich recherchiert hatten und nur noch Details mit den Fachleuten abklären wollten, hatten andere noch keine Vorstellung, welcher Bereich sie interessiert und schlenderten an den Ständen entlang, bis etwas ins Auge fiel. In der Bad Godesberger Stadthalle läuft zurzeit zum neunten Mal die Schülerfachmesse „Vocatium“, bei der sich Jugendliche und junge Erwachsene unentgeltlich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren können.

Das besondere Konzept erläuterten Mareike Wolf und Eva Zschäbitz vom Institut für Talententwicklung (IfT), dem Veranstalter des Events, das unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung steht. „Wir besuchen im Vorfeld Schulen und verteilen Anmeldebögen für verbindliche Beratungstermine. Die Schüler können bis zu vier 20-minütige Gespräche wahrnehmen und haben dabei 60 verschiedene Aussteller zur Auswahl“, sagte Wolf.

Die Idee stamme aus Flensburg, seit 2010 organisiert das IfT Messen nach diesem Vorbild. Eine Eingrenzung auf bestimmte Branchen oder Fachbereiche erfolgt dabei nicht, den Interessierten soll ein breites Spektrum geboten werden. Trotz der Tendenz, sich hauptsächlich im Internet zu informieren, steige die Nachfrage von Jahr zu Jahr, so Wolf. „Vielen Schülern ist gar nicht klar, dass sie hier direkt mit Personalverantwortlichen sprechen. Früher sind so noch spontane Ausbildungsverträge zustande gekommen, heute immerhin noch das eine oder andere Praktikum“, berichtete Zschäbitz.

Besonders beliebt seien bei den jungen Besuchern dieses Jahr kaufmännische Ausbildungen im Bankwesen, Work&Travel-Modelle, Stellen bei der Bundespolizei und bei der Bundeswehr, ebenso medizinische Berufe. Der Bedarf der Betriebe sei hingegen im technischen Bereich am größten, vor allem in der IT-Branche. Manche Berufe seien den Schülern vorab unbekannt, erläuterte Zschäbitz am Beispiel des Safttechnikers: „Die meisten lachen erst, wenn ich das vorstelle. Für manche ist es dann aber doch interessant, und wenn sich am Ende das Gegenteil herausstellt, ist das auch ein positives Ergebnis des Besuchs.“ Am Dienstag wurden nicht nur die vorab vereinbarten Termine genutzt, die Aussteller boten auch spontane Informationsgespräche an.

Wolf und Zschäbitz bestätigten, dass sich die größere Auswahl infolge der geburtenschwachen Jahrgänge unterschiedlich auswirken. „Im Vergleich zu früher gibt es mehr Möglichkeiten, sich zu informieren, trotzdem gehen nicht wenige mit falschen Vorstellungen ins Gespräch“, sagte Wolf.

Aktuell sei auch die Flüchtlingslage ein Faktor, mit einem Stand der Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ versuche man, auch Jugendliche anzusprechen, die keine guten Deutschkenntnisse haben und keine mit deutschen Standards vergleichbare Schulbildung mitbringen. Die Messe ist auch am Mittwoch geöffnet.