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Von Belgien nach Bonn verschleppt und vergewaltigt - SEK in Bad Godesberg

SEK-Einsatz in Bad Godesberg : Belgier soll 18-Jährige nach Bonn verschleppt und vergewaltigt haben

Mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) hat die Polizei am Montag eine junge Frau aus den Fängen eines 36 Jahre alten Belgiers befreit. Der Mann soll die 18-Jährige gegen ihren Willen nach Bonn gebracht und sie vergewaltigt haben.

Mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) hat die Polizei am Montag eine junge Frau aus den Fängen eines 36 Jahre alten Belgiers befreit. „Er soll die 18-Jährige, mit der er eine Beziehung führt und nach islamischem Ritus verheiratet ist, gegen ihren Willen in eine angemietete Wohnung nach Bonn gebracht und dort vergewaltigt haben“, heißt es von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Gegen 3.30 Uhr hatte das Bundeskriminalamt die Polizei Köln am Montag über den Vorfall informiert. Offenbar schon einige Zeit vorher war die Frau in Belgien in das Auto gezwängt worden. Nach GA-Informationen hatte sie ein Handy dabei und konnte über Whatsapp bei Bekannten und Angehörigen auf ihre hilflose Lage aufmerksam machen. Die wiederum meldeten sich bei der belgischen Polizei, die daraufhin die deutschen Behörden kontaktierte. „Fahnder entdeckten schnell die Spur nach Bonn“, erklärt ein Polizeisprecher.

Dass die Kölner Beamten den Einsatz übernahmen und nicht ihre Bonner Kollegen, liegt an der Spezialisierung. In Nordrhein-Westfalen sind neben Köln noch fünf weitere sogenannte Kriminalhauptstellen für besonders schwere Delikte qualifiziert, zu denen neben Geiselnahmen auch Anschläge und Amoktaten gehören. Zu Komplikationen kam es bei der Festnahme aber nicht: „Niemand wurde verletzt, der Tatverdächtige ließ sich festnehmen“, sagte ein Polizeisprecher.

Derzeit versuchen die Ermittler die Hintergründe der Tat zu verstehen. In Deutschland ist der 36-Jährige bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Nach ersten Erkenntnissen hat er keine besonderen Verbindungen nach Bad Godesberg, wie Sebastian Buß von der Bonner Staatsanwaltschaft erklärt. „Er hatte dort eine Wohnung angemietet, sein Wohnsitz ist aber in Belgien.“ In den Räumen soll er die junge Belgierin eingesperrt und vergewaltigt haben. Nach deutschem Recht seien die beiden nicht verheiratet, offenbar aber in einer festen Beziehung mit islamischer Heirat. Ob es sich dabei um eine Zwangsehe oder ähnliches handelt, konnte Buß noch nicht sagen.

Der 36-Jährige soll auf Antrag der Bonner Staatsanwaltschaft wegen des dringenden Tatverdachts der Freiheitsberaubung und der Vergewaltigung noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Vorwurf stützt sich auf die Aussagen der 18-Jährigen. Der Tatverdächtige wird sich wahrscheinlich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen, weil die Entführung zwar in Belgien begann, aber in Deutschland noch anhielt und dort auch der Tatort für das Sexualdelikt liegt. „Die Nationalität spielt da eine untergeordnete Rolle“, so Buß.