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ADFC-Radreisemesse: Von der Kurztour bis zum Ferntrip

ADFC-Radreisemesse : Von der Kurztour bis zum Ferntrip

Großes Gedränge herrschte am Sonntag in der Bad Godesberger Stadthalle: Zum 17. Mal hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) seine Radreisemesse veranstaltet.

94 Aussteller aus acht Ländern präsentierten Fahrräder, Radtouren und Reisetipps. Partnerland war dieses Jahr Ostfrieslands Mitte.

Pünktlich zur Eröffnung um 11 Uhr standen die Leute bereits Schlange. Axel Mörer-Funk vom ADFC zeigte sich zufrieden: Insgesamt 4000 Leute fanden den Weg in die Stadthalle. Warum der Andrang so groß war? "Gehen Sie mal ins Reisebüro und fragen nach Radtouren. Da werden sie vielleicht noch was für Mallorca finden, aber im Grunde ist das für die ein Nebenaspekt", erklärte er. Sich einfach darüber zu informieren, wo die nächste Tour hingehen könnte, sei da schwierig.

Anregungen für den nächsten Urlaub fanden sich auf der Messe zuhauf. Der Schwerpunkt lag auf den beliebtesten Radregionen Deutschlands, darunter allein elf aus Nordrhein-Westfalen. Wer Touren ins europäische Ausland bevorzugte, konnte sich an den Ständen von Dutch Tours und France à Velo bestens beraten lassen. Besonders freute sich Messeleiterin Isabelle Klarenaar, dieses Jahr Aussteller aus dem Elsass für die Messe gewonnen zu haben. "Das Elsass ist landschaftlich und kulinarisch ein wunderbares Ziel und hat sich stark auf den sanften Radtourismus eingestellt", lobte sie die Region. Wem auch das nicht reichte, der konnte gleich eine Radreise durch exotischere Ziele wie Madagaskar, Kuba oder Kanada buchen.

Landschaftlich reizvoll sind Touren entlang der kanadischen Westküste, wusste der Vertreter der West Canada Bike Tours zu berichten. Die Kettle Valley Railway Tour führt über eine alte Bahntrasse, die nach ihrer Stilllegung vor 150 Jahren extra für den nichtmotorisierten Verkehr umgebaut wurde.

Trotz maximal 2,2 Prozent Steigung keine Spazierfahrt: Einzelne Etappen sind bis zu 60 Kilometer lang. Dafür seien auf dem Weg durch die Wildnis Kanadas Begegnungen mit Bären und anderen einheimischen Tieren durchaus möglich. Wer mehr Zeit investieren wollte, konnte gleich die 5000 Kilometer lange Tour von der West- zur Ostküste buchen.

Weniger anspruchsvoll für die Waden ging es am Stand der Bonn- Information zu. Hier informierte man über Tagessausflüge um die Ecke. Derer drei bietet die Stadt: Die Museumsroute, die Bundesviertel- und Bad Godesberg-Route und die Rheindorfer Route, jeweils zwischen zwölf und 20 Kilometer lang. Nebenan präsentierte sich das Partnerland Ostfrieslands Mitte als ideale Radregion.

Insgesamt 600 Kilometer können Radler hier abfahren. Besonders praktisch: Vor drei Jahren haben die vier Gemeinden das Knotenpunktsystem eingerichtet. Dieses ist zusätzlich im örtlichen Rettungsdienst verankert und ermöglicht so schnelle Hilfe bei Unfällen. Die Strecken führen ausschließlich durch verkehrsberuhigte Gegenden, vorbei an Flüssen, romantischen Dörfern und den für Ostfriesland typischen Teestuben.

Neben den Reiseangeboten standen Literatur, Zubehör und Beratung im Fokus der Messe. Zum ersten Mal informierte der ADFC in einem eigenen GPS-Zentrum über Navigationssysteme eigens für Fahrräder, ausprobieren war inklusive. Ein immer größer werdendes Thema sind - längst nicht mehr nur für Menschen mit Behinderungen - E-Bikes und ihre kleineren Verwandten, die Pedelecs, genauso wie dreirädrige Fahrräder. Kompetente Kaufberatung und Modelle zum Ausprobieren präsentierten zur Freude des Vereins gleich mehrere Aussteller.