1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Motorsport: Von Geschwindigkeit fasziniert

Motorsport : Von Geschwindigkeit fasziniert

Die meisten Gleichaltrigen spielen vermutlich lieber Fußball, Basketball oder Tennis. Maximilian Simons fährt lieber schnelle Rennen – auf dem Kart. Und das schon seit sieben Jahren. Im vergangenen Jahr war Maximilian, der die neunte Klasse des Konrad-Adenauer-Gymnasiums besucht, zweifacher Clubmeister des MSC Adenau im Indoor- und Kartslalom. Seit 2011 war er jedes Jahr Clubmeister.

Bereits mit acht Jahren startete Maximilian beim Godesberger Motorclub (GMC) durch. Sein ehemaliger Trainer und Mentor Christoph Schäfer erinnert sich: „Vor allem Maximilians Vater war immer sehr engagiert und hat seinen Sohn gefördert.“ Denn soviel steht fest: Ohne seine Eltern, insbesondere seinen Vater, „der natürlich oft den Taxifahrer spielen muss“, wie Maximilian schmunzelnd berichtet, wäre sein Hobby, sein Sport, kaum umzusetzen.

In Adenau beim Kartslalom und auf dem Nürburgring, Indoor, wird samstags mindestens vier Stunden trainiert. „Und das Konditionstraining muss ich selber machen“, erzählt Maximilian. Was aber macht die Faszination Motorsport für einen Jugendlichen aus? „Ganz klar: Die Geschwindigkeit, der Reiz, sich mit anderen zu messen“, sagt Maximilian Simons. Auf gerader Strecke schafft man schon mal 100 Kilometer in der Stunde. Angst? „Die darf man gar nicht erst haben. Respekt schon.“

Und was braucht man noch, um schnell, am liebsten der Schnellste zu sein? „Technischen Sachverstand sollte man haben, und natürlich die Hilfe vom Vater oder dem Trainer.“ Während die Herren sich also mit der Technik beschäftigen, macht sich Mutter Ursula Schmitz schon öfter Gedanken um das Zusammenspiel zwischen Schule und Motorsport: „Da müssen wir den Spagat zwischen Schule und Motorsport hinkriegen“, meint sie. „Und das ist nicht immer einfach“, ergänzt Maximilian. Gerade jetzt, wo es in eine neue Phase der Professionalisierung geht, was konkret heißt: „Ich möchte Langstreckenrennen fahren.“ Das geht zum Beispiel beim German Team Championship (GTC), nach Aussage der Veranstalter „eine der größten und erfolgreichsten Kart-Langstreckenrennserien Deutschlands.“

Der Knackpunkt: Spätestens ab jetzt geht es auch um Geld. „Das ist alles unfassbar teuer“, sagt Vater Willi Simons. Allein das Startgeld für den GTC, dem nächsten großen Ziel, beträgt um die 6000 Euro. Immerhin werden für solche Motorsportereignisse auch Fahrerbörsen eingerichtet, damit sich Teams bilden können, um die Kosten zu teilen. „Drei Teams möchten Maximilian haben“, erzählt der Vater stolz. Dennoch: Ohne Sponsoren geht es nicht. „Da sind wir schon fleißig auf der Suche“, so Willi Simons.

Immerhin sind „90 Prozent aller Formel-1-Fahrer Kart gefahren“, sagt Maximilian. Ob es reicht, auf den Spuren von Michael Schumacher zu fahren? „Der Junge ist engagiert dabei“, sagt Christoph Schäfer. „Er ist ehrgeizig, hat eine Menge gelernt und wird seinen Weg machen.“