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Aloisiuskolleg: Vorhang auf für die neue Bibliothek

Aloisiuskolleg : Vorhang auf für die neue Bibliothek

Ein großer Traum hat sich erfüllt: Bibliothekarin Angela Heumüller weist strahlend auf die Regale, die schon gut gefüllt in der neuen Bibliothek des Aloisiuskollegs stehen. Dass diese Bibliothek ihr großer Traum war, ist unter den Beteiligten kein Geheimnis und fand auch bei der heiteren Eröffnung am Mittwoch ausführliche Erwähnung.

"Wir sind froh, diesen Traum erfüllen zu können", sagte Thomas Kusch vom Förderverein, der das Projekt koordinierte. Denn die Sanierung der Bibliothek wurde mit Kosten von über 200 000 Euro allein durch Spenden finanziell möglich. Doch natürlich ist diese Bibliothek vor allem für die Schüler des Kollegs da. Das kommt an: So brachten Sechstklässler zur Eröffnung den vermeintlich 116 Jahre alten Erich Kästner in die Bibliothek und erweckten Pünktchen und Anton zum Leben. Statt aber wie im Buch Streichhölzer zu verkaufen, boten sie an, sich hier nun Bücher auszuleihen.

"Vorher war es dunkel und der Raum lud nicht zum Verweilen ein", erklärte Heumüller. Nun ist alles in freundlichem Weiß gehalten. Der Teppichboden, dessen Vorgänger nach Worten von Rektor Johannes Siebner "quasi mit einem redete", wurde ersetzt, die abgehängte Decke entfernt und die Fenster vergrößert. Auch der Grundriss hat sich verändert. Stahltüren wurden durch Glastüren ersetzt. "Ein heller Traum", findet Siebner. Geblieben sind einzig die Regale, die, zum Teil frisch gestrichen, im modernen Umfeld wie neu wirken. Und natürlich die Bücher.

"Wir haben fast 10 000 Exemplare aussortiert", berichtete Heumüller. Einen Bestand von 15 000 Kinder- und Jugendbüchern, Schulbüchern und Sachliteratur nennt die Bibliothek trotzdem noch ihr Eigen. Dazu kommen rund 10 000 Werke im Archiv, die nicht zur Ausleihe stehen. Auch inhaltlich habe sich die Bibliothek gewandelt, so Siebner: "Wir haben uns von einer Gelehrten- zur Kinder- und Jugendbibliothek verändert."

Bis die Bücher aus über 400 Umzugskartons nach der Renovierung alle wieder ausgepackt waren, hat es gedauert. Rund 70 Kartons fehlen noch. "Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen wäre das nie gegangen", hob Siebner hervor. Auch für das Engagement im täglichen Bibliotheksdienst erfuhren sie besonderes Lob.

Architekt Wolfgang Luft hat mit der Bibliothek auch einen Rückzugsort für Schüler geschaffen: Eine weiße "Leseinsel" etwa soll zum Sitzen oder Anlehnen einladen, "Lesekojen" bieten Platz zum Zurückziehen. Denn: Anreiz der neuen Bibliothek soll laut Siebner sein, "an den Dichtern und Figuren zu schnuppern und sich in die Bücher zu vertiefen".