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Waldkrankenhaus Bad Godesberg: Ehrenamtliche Helfer brauchen Hilfe

Grüne Damen und Herren aus Bad Godesberg : Ehrenamtliche Helfer im Waldkrankenhaus brauchen Hilfe

Die Grünen Damen und Herren kümmern sich im Bad Godesberger Waldkrankenhaus ehrenamtlich um die Patienten. Allerdings ist die Gruppe mittlerweile um die Hälfte geschrumpft.

Jeden Dienstag kommen Jutta Neumann, Waltraud Walter und Barbara Knütel ins Waldkrankenhaus, tauschen ihre Jacken gegen grüne Kittel, teilen die Stationen untereinander auf und gehen zu den Patienten. Weil es seit einigen Jahren an Nachwuchs fehlt, ist die Gruppe von ehemals gut 40 Grünen Damen und Herren auf rund 20 geschrumpft. „Wir würden uns Verstärkung wünschen“, sagt Neumann, Leiterin der ehrenamtlichen Gruppe.

„Schön, dass Sie wieder da sind“, haben sie oft gehört, als die Grünen Damen und Herren nach dem langen Shutdown wieder ins Krankenhaus durften, erzählt Walter. „Wir wollen Schwestern und Pfleger entlasten, weil sie zeitlich sehr knapp getaktet sind“, ergänzt Neumann. Eine medizinische Ausbildung benötige man dafür nicht. „Wer Interesse hat, geht zwei- bis dreimal mit durchs Haus“, so Neumann über die Einarbeitungsphase. Anschließend könne man zusammen mit den Mitstreitern Bereiche eigenverantwortlich übernehmen.

„Die meisten kamen früher über Mundpropaganda“, sagte Neumann. Das scheint jedoch auch unter Rentnern und Pensionären zunehmend schlechter zu funktionieren. Sie selbst war 2001 von einer Bekannten angesprochen worden, als die ehemalige Lehrerin nach 20 Berufsjahren in Süddeutschland ins Rheinland zurückkehrte. Seit 2005 leitet sie die Gruppe. „Es ist eine sinnvolle Beschäftigung, die man gut bewältigen kann und mit der man anderen hilft“, findet Neumann. Dazu brauche man als Grüne Dame oder Grüner Herr nicht viel. „Etwas Zeit, zuhören können und den Menschen bei dem helfen, was sie selbst im Moment nicht können.“

Das kann sich von Station zu Station im Krankenhaus durchaus unterscheiden. „In der Chirurgie und der Urologie gibt es mehr bettlägerige Patienten“, erklärt Knütel. Die wünschten sich dann vielleicht eine Anmeldung für das WLAN oder Telefon. Manchmal gingen sie auch in der hauseigenen Cafeteria für die Patienten einkaufen. Auf anderen Stationen seien die Menschen meist am Tag nach einer Operation schon mobil und könnten selbst wieder im Haus herumlaufen. „Die wünschen sich oft Gesprächspartner, einfach jemanden, der zuhört“, so Knütel. Eine kleine Besonderheit ist die hauseigene Kleiderstube für jene Patienten, die ein Notfall auf der Straße ereilt hat und die deshalb mit nichts als ihrer Kleidung ins Krankenhaus eingeliefert werden. „Da helfen wir mit Wäsche, Schlafanzügen oder Bademänteln aus“, sagt Neumann.

Immer dienstags- bis freitagsvormittags treffen sich die Aktiven in einem eigenen Raum und entscheiden, wer auf welche Stationen geht. Zurzeit berücksichtigt man natürlich die pandemiebedingten Vorgaben. „Wenn Frau Knütel und Frau Walter mit den Stationen eins bis sechs fertig sind, kommen sie mir entgegen“, beschreibt Neumann die Aufteilung am Dienstag. Sie selbst übernimmt die Stationen sieben bis zwölf. „Aus verschiedenen Gründen sind aber nicht alle Stationen offen“, sagt die Leiterin. Wenn diese Bereiche wieder mit Patienten belegt sind, wäre die Verstärkung für die Ehrenamtlichen umso wichtiger.