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Mehlemer Unterführung: Warten auf die Taubenabwehr

Mehlemer Unterführung : Warten auf die Taubenabwehr

Vor einem Jahr beschloss die Bad Godesberger Bezirksvertretung die Bereitstellung von 20.000 Euro, um die Unterführung an der Hagenstraße "taubensicher" zu machen. Getan hat sich seitdem nichts.

Die Unterführung an der Hagenstraße ist ein Tummelplatz für Tauben: Zu Dutzenden sitzen sie in den Lücken unter den beiden Autobahn- und Zugbrücken, ihr Kot bedeckt den Boden, soweit das Auge reicht, und Ratten sind als Nutznießer nicht fern.

Der Mehlemer Andreas Schlaus verfolgt die Geschichte seit geraumer Zeit und hat selbst schon beim Tiefbauamt der Stadt angerufen. Eine Antwort auf die Frage, warum der Zustand der Hagenstraße seit einem Jahr unverändert ist, habe man dort nicht gehabt. Im November habe man ihn auf Dezember vertröstet, im Dezember dann auf Januar. In dem Beschluss hieß es 2016 vonseiten der Stadt, für einen Teil der Maßnahme bedürfe es noch der Abstimmung mit der Deutschen Bahn.

Wie das ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen kann, ist Schlaus schleierhaft. Die Stadt habe ihm mitgeteilt, sie sei davon abgerückt, Metallgitter anbringen zu wollen, im Gespräch seien jetzt Stoffnetze. Diese könnten ohne die Genehmigung der Bahn angebracht werden, da sie jederzeit ohne Rückstände wieder entfernt werden könnten.

Die CDU setzte sich in der Bezirksvertretung maßgeblich für eine Genehmigung der Maßnahme ein: Die Strecke sei Schulweg und würde intensiv von den Einwohnern des benachbarten Altersheims genutzt. Ende 2016 teilte die CDU Schlaus auf seine Anfrage allerdings mit, sie habe keine Zeit gehabt, sich weiter um das Thema zu kümmern. An der Unterführung auf der parallel verlaufenden Meckenheimer Straße ist eine solche Vergrämungsmaßnahme bereits durchgeführt worden: Schutzbleche sollen dort die Tauben fernhalten.

Auf GA-Anfrage bestätigte das Tiefbauamt Schlaus Angaben zum Teil. Man habe in der Hagenstraße mittlerweile „verschiedene Optionen der Taubenabwehr geprüft“. Die Spalten unter den Brücken komplett zu verschließen sei „übermäßig aufwendig und damit auch sehr teuer“. Zusätzlich würde dies Kontrollen und eventuelle Wartungen an den Brückenlagern erschweren. Eine „neuartige Taubenpaste“, die hier getestet werden sollte, war zwischenzeitlich auch im Gespräch. Aus Tierschutzgründen habe des Tiefbauamt aber von der Idee Abstand genommen.

„Aller Voraussicht nach werden wir nun wieder auf Spikes zurückgreifen müssen, die verhindern sollen, dass sich die Vögel dort niederlassen“, so das Tiefbauamt. Keine Angaben machte das Amt dazu, wann der Taubenschutz angebracht werden soll und wie hoch die Kosten voraussichtlich sein werden.