Leistungssport und familiärer Charakter Was die Plittersdorfer Kanu-Freunde so besonders macht

Plittersdorf · Die Plittersdorfer Kanu-Freunde feiern ihr 75-jähriges Jubiläum. Neben absoluten Leistungssportlern hat der Verein auch zahlreiche begeisterte Hobby-Kanuten hervorgebracht.

 Blick zurück: Mitglieder der Plittersdorfer Kanu-Freunde in den 1950er Jahren.

Blick zurück: Mitglieder der Plittersdorfer Kanu-Freunde in den 1950er Jahren.

Foto: Richard Grebert

Kürzlich beim Frühlingsfest der Plittersdorfer Kanu-Freunde mit Bootstaufen, Musik und Reibekuchenessen wurden jede Menge Erinnerungen ausgetauscht: Begeht der Verein doch dieses Jahr sein 75-Jähriges. Sein erster Vorsitzender Holger Grebert zog eine positive Bilanz der letzten Jahre und dankte Stadt, Land und Stadtsportbund für die finanzielle Unterstützung. Urgestein Richard Grebert, ebenfalls einst im Vorsitz, präsentierte mit Ehefrau Bärbel eine bewegende Fotoausstellung zur Vereinsgeschichte.

„Es sind drei Dinge, auf die wir mit Stolz blicken“, erklärt dem GA nun der zweite Vorsitzende Kai Grebert. Zum einen habe der Verein erfolgreiche Leistungssportler wie Roswitha Esser hervorgebracht, die in den 1960er Jahren elfmal deutsche Meisterin, zweimal Weltmeisterin und zweimal Olympiasiegerin im Kajak Zweier wurde. „Stolz sind wir auch darauf, die einstige katholische Volksschule in Plittersdorf innerhalb von sechs Jahren zu einem Bootshaus umgebaut zu haben, da wir sie 1975 von der Stadt Bonn für 99 Jahre in Erbpacht erhielten“, blickt Grebert zurück. Und drittens hätten die Kanu-Freunde es trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen geschafft, sich ihren familiären Charakter zu bewahren. „Unser Verein ist fest verwurzelt in Plittersdorf und prägt das Leben dort“, betont der zweite Vorsitzende.

Der Gründung 1949 war eine Spaltung vorausgegangen. Der Godesberger Kanu Club, 1932 aus der Taufe gehoben, hatte seinen Sitz von Plittersdorf nach Rüngsdorf verlegt. Was den Plittersdorfer Mitgliedern gar nicht gefiel, sodass sie ihren eigenen Verein gründeten. „In den Anfangsjahren diente eine Scheune als Bootshaus“, erinnert Grebert. Als die abgerissen wurde, mussten die Boote in Garagen der Mitglieder untergebracht werden, ehe es dem damaligen Vorsitzenden aus der Grebert-Dynastie, Wolfgang Grebert, gelang, ein kleines Grundstück an der Mohrenstraße zu erwerben. Eine dortige alte Baubaracke sei fortan Unterlegeplatz der Boote gewesen. Im Jahre 1975 habe sie dem Neubau der bulgarischen Botschaft weichen müssen. Da aber tat sich für die Kanuten die Chance auf, in die leerstehende Volksschule zu wechseln.

„Der Verein hat sich in den Jahren natürlich verändert, weil er vielfältiger geworden ist“, sagt Kai Grebert. Seien im Gründungsjahr hauptsächlich Plittersdorfer für ihren geliebten Sport zusammengekommen, so zähle man heute auch auf Mitglieder aus dem Umkreis von Bonn und dem Ausland. Aktuell gehören 120 Personen von zwölf bis 85 Jahren zum Verein, wobei die Zahl der aktiven Kanuten von Saison zu Saison schwankt. „Auch unser Angebot ist vielfältiger geworden“, so Grebert. Neben dem Kanusport biete man einen Raum für Krafttraining an. „Und in den letzten Jahren sind immer mehr Mitglieder dazugekommen, die den Rhein und andere Gewässer mit ihrem SUP befahren, also das Stand Up Paddling betreiben.“ Sie paddeln also auf einem Spezialbrett.

Für die Zukunft wünsche man sich einerseits Kontinuität, also die bestehenden Angebote aufrecht erhalten zu können. Man wolle aber auch auf neue Entwicklungen eingehen. „Damit die Plittersdorfer Kanu-Freunde auch weiterhin ein Ort sind, wo man sich gerne trifft, um sportlichen Aktivitäten nachzugehen und sich zwischenmenschlich zu begegnen.“ Schlagzeilen macht der Verein jedenfalls auch aktuell: Kürzlich berichtete der GA über das Mitglied Edith Düren, die sich für weltweit 40.000 erpaddelte Kilometer die Auszeichnung „Globus“ des Deutschen Kanuverbands sicherte.

Kontakt: Plittersdorfer Kanu-Freunde e.V., Hofstr. 3, Tel. 0228 – 356523, Internet: https://pkf-bonn.de/