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Ausstellung des Heimatvereins: Was Oma so alles gelesen hat

Ausstellung des Heimatvereins : Was Oma so alles gelesen hat

Schüler der Klasse 4 der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Drachenfelsschule haben mit ihrer Lehrerin Mechtild Pech-Bollman jetzt die Ausstellung des Heimatvereins "Als Oma noch ein Mädchen war".

Schul- und Mädchenbücher im Spiegel der Nachkriegszeit" im "Kleinen Museum Alte Schule" besucht. Der Wachtberger Buchautor Walter Töpner führte die Schulklasse durch die Ausstellung und erklärte, dass in der Zeit nach dem Krieg von 1945 bis 1955, aus der die gezeigten Bücher stammen, viele ihrer Großeltern selbst noch Kinder waren. Manche von ihnen hatten den Krieg miterlebt, es gab Hunger und Wohnungsnot.

Da waren die Bücher für viele Kinder eine Welt, die heil und in Ordnung war. "Zudem waren Bücher in einer Zeit, als es noch kein Fernsehen gab, die einzige Möglichkeit, sich als Kind zu informieren", erklärte Töpner. "Jungen konnten so in fremde Länder reisen und Abenteuer erleben, Mädchen konnten sich mit Pucki, Elke, Nesthäkchen oder Trotzkopf auf die Rolle als Mutter und Ehefrau vorbereiten."

Aber auch Wünsche und Ziele der damaligen Generation wurden in den Büchern sichtbar. Bücher wie "Jutta fährt Lambretta" zeigten, dass schon damals viele Mädchen von Reisen und einem Motorroller geträumt hätten, so Töpner. Groß in Mode waren auch die Ratgeber für junge Mädchen für ihr späteres Leben mit allerlei Tipps zu Kleidung, Frisur oder Benehmen. Auf großes Interesse bei den Kindern stießen auch Comic-Hefte wie Micky Maus, Akim und Sigurd, die damals zum Teil sehr verpönt gewesen seien, weil sie als jugendgefährdend angesehen wurden, so Töpner.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung bildet auch die Schulbuchliteratur. Viele Schüler fanden die früheren Bücher mit Geschichten mit bunten Zeichnungen viel ansprechender als die heutigen Schulbücher. Viel Anerkennung fanden auch die Schulhefte mit fein säuberlicher Schrift aus den 50er-Jahren, die ebenso wie die Rechtschreibung gesondert benotet wurde. Bei den Zeugnissen registrierten die Kinder, dass Unaufmerksamkeit im Unterricht im Zeugnis an herausgehobener Stelle besonders benotet wurde.

Die Zeit im Museum verging wie im Fluge, und die Kinder hatten noch Fragen über Fragen. Am liebsten hätten sie die Bücher mitgenommen und zu Hause gelesen. "Damit hat die Ausstellung ihren Zweck erfüllt", meinte Walter Töpner: die Kinder zum Lesen anregen und über die Generationen hinweg das Verbindende aufzeigen. "Die in der Ausstellung vorgestellten Kinderbücher sind somit Zeugnisse einer Epoche, die bis heute nachwirkt."

Die Ausstellung läuft noch bis Mitte Mai. Öffnungszeiten sind jeweils samstags von 15 bis 17 Uhr.