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Wegen Oberleitungsarbeiten hält am Bahnhof Mehlem kaum ein Zug

Erneuerung der Oberleitungen : Während der Bauarbeiten hält kaum ein Zug am Bahnhof Mehlem

Wegen Arbeiten an der Oberleitung fährt stündlich nur noch eine Bahn für jede Richtung in Mehlem. Eine Alternative gibt es nicht.

Wer derzeit in Mehlem auf einen Zug wartet, muss geduldig sein. Denn weil auf der linksrheinischen Bahnstrecke, zwischen Bonn und Hürth, die Oberleitung erneuert wird, hält stündlich nur noch ein Zug pro Richtung – statt drei – im Mehlemer Bahnhof. Heißt: Die Regionalbahn (RB) 48 sowie die Ahrtalbahn (RB 30) fallen aus, lediglich die Mittelrheinbahn stoppt somit derzeit im südlichsten Bonner Bahnhof.

„Damit wird die Anbindung für die stark frequentierte Station um zwei Drittel eingeschränkt“, stellt ein GA-Leser fest. Sein Lösungsvorschlag: Der Regional-Express fünf könnte zusätzlich in Mehlem halten: „So könnten zumindest die Fahrgäste aus dem gesamten Bonner Süden diesen Zug bis Bonn Hauptbahnhof benutzen und damit den innerstädtischen Straßenverkehr entlasten.“

Doch es gibt einen weiteren Kritikpunkt: Denn die Infoaushänge zu den Einschränkungen, so der Bahnkunde, „sind äußerst dürftig“. Es gehe lediglich um den Schienenersatzverkehr für die komplett gesperrte Strecke zwischen Bonn und Sechtem. Hinweise zu den ausfallenden Zügen oder den aktuellen Fahrzeiten der Mittelrheinbahn suche man vergeblich. „Warum ist die Information der Fahrgäste am Bahnsteig nicht besser vorbereitet worden“, ärgert sich der GA-Leser.

Da die Strecke zwischen Bonn und Sechtem total gesperrt sei, sei ein „,Pendeln der RB 48’ zwischen Mehlem und Bonn Hauptbahnhof betrieblich nicht sinnvoll und umsetzbar“, teilt ein Sprecher der Nahverkehr Rheinland (NVR) mit. Darüber hinaus sei „aufgrund von Bahnsteigarbeiten in Oberwinter der dortige Streckenbereich nur eingleisig, was den Ausfall der RB 30 aufgrund fehlender Kapazitäten zur Folge hat“. Deshalb, so der Sprecher, halte lediglich die RB 26 in Mehlem. „Weitere Alternativen gibt es nicht, da die beiden Baustellen nördlich und südlich von Mehlem dies nicht zulassen.“

Die Kritik an den Aushängen will er so nicht stehen lassen. „Unseres Wissens wurde auch ein Vorankündigungsplakat in Mehlem ausgehängt“, stellt der NVR-Sprecher fest. „Aufgrund der hohen Betroffenheit und Komplexität wurde der Übersichtlichkeit halber auf einen ganzheitlichen Aushang verzichtet“. Denn Informationen über die einzelnen Bahnanschlüsse, veränderte Fahrzeiten und mehr hätten für Verwirrung gesorgt. Daher habe der Nahverkehr Rheinland zusätzlich zu dem Vorankündigungsplakat lediglich „ein Plakat für den tatsächlichen Schienenersatzverkehr entworfen. In Kombination beider Maßnahmen sollte der Kunde also eigentlich alle Informationen bekommen haben“, sagt der Sprecher.