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Zauberhafte Modelllandschaft im Kunstraum „Knotenpunkt“ : Weihnachtsdorf aus bunten Blechdosen

Zauberhafte Modelllandschaft im Kunstraum „Knotenpunkt“ : Weihnachtsdorf aus bunten Blechdosen

Ausgemusterte Keks- und Pralinendosen und Sondereditionen von Manufakturen sind im Kunstraum „Knotenpunkt“ zu bestaunen. Künstler Günter Herzing hat sie zu einem zauberhaften Weihnachtsdorf zusammengestellt.

Ein Weihnachtsdorf aus Blechdosen können Spaziergänger zurzeit in der Plittersdorfer Straße bestaunen. Im Schaufenster des Kunstraums „Knotenpunkt“ hat Günter Herzing rund 60 kleine Häuser zu einer bunten Modelllandschaft zusammengestellt. Unterstützung bekam der Künstler dabei von einem befreundeten Sammler, der nach den Keksdosen Ausschau gehalten hatte. „Normalerweise laden wir in dieser Jahreszeit zu einer Sonderausstellung ein. Wegen der Corona-Pandemie musste das leider ausfallen“, sagt Herzing. Als Alternative dekorierte der Godesberger sein Schaufenster mit einem vielfältigen Winterdorf.

Von der Straße aus können Passanten die Miniaturwelt betrachten. „Es ist als Blickfang für die Kinder gedacht und soll für ein paar schöne Momente sorgen“, sagt Herzing. Denn zu entdecken gibt es in den Fassaden einiges: So tauchen zwischen Blechhäusern auch dekorierte Weihnachtsbäume, Blechautos, Litfaßsäulen und eine Tankstelle auf. „Wir haben hier die Erfahrung gemacht, dass es nicht reicht, die Dosen einfach nur aufzustellen. Damit das Modell ein bestimmtes Flair bekommt, muss man stadtähnliche Plätze nachbilden“, erklärt Herzing. Demnach weisen die Häuserreihen in der Ober- und Unterstadt eine erkennbare viertelartige Geschlossenheit auf. Neben urbanen Motiven wurden aber auch lebendige Elemente eingestreut. „Es gibt einen Brunnen, ein Karussell und verschiedene Figurenelemente.“

Eine Musikkapelle spielt auf dem Kirchplatz und in der Oberstadt fahren zwei Figuren Schlittschuh auf dem zugefrorenen Teich. „Die Modelle sind vielfältig angelegt. Man kann einen Clown und den Weihnachtsmann entdecken“, beschreibt Herzing. Sein liebstes Objekt sei übrigens der Kirchturm. „Das ist eine Sonderanfertigung aus einer Blechmanufaktur, die man so normalerweise nicht im Handel bekommt“, sagt der Künstler. Die Mehrheit der anderen Blechgebäude seien hingegen ausgemusterte Keks- und Pralinendosen, nach denen Christoph Wolter Ausschau hält. Der Sammler bestellt jährlich die Sondereditionen bei verschiedenen Süßigkeiten-Herstellern. „Herr Wolter sammelt Spielzeuge und hat auch die ganzen Elemente, Bäume und Figuren mitgebracht“, sagt Herzing, der selbst eine Modelleisenbahn hinzusteuert. „Das ist eine Bahn aus den 50er Jahren, die nach dem Hersteller Biller benannt wurde“, sagt er. Erwähnenswert sei hier, dass die sogenannte „Billerbahn“ eine andere Spur nutze, als andere Modelleisenbahnen. „Die Schienen zeichnet ein seltenes Zwischenmaß aus. Außerdem gibt es vermutlich keine anderen Modellschienen, bei denen echte Holzschwellen verbaut sind.“ Und nach einer Kabelführung braucht man nicht suchen, denn die Bahn fährt ohne Elektrik, betont der Künstler. „Die muss man mit der Hand aufziehen und dann rattert sie los.“

Das im Schaufenster nun eine Modelllandschaft steht, hängt auch mit der Zusammenstellung des Kunstraums zusammen. „Ich zeige neben meiner Kunst auch altes Spielzeug, das ist eine Leidenschaft von mir“, sagt Herzing. Die Blechdosenstadt mit der Billerbahn ist im Schaufenster vom Kunstraum „Knotenpunkt“ in der Plittersdorfer Straße 133 ausgestellt.