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Lilly Flohe sammelt Weihnachtspäckchen: Weihnachtsfee fürs Mädchenhaus

Lilly Flohe sammelt Weihnachtspäckchen : Weihnachtsfee fürs Mädchenhaus

Lilly Flohe sammelt Weihnachtspäckchen für Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenssituationen – und das schon seit vielen Jahren. Die Päckchen konnten jetzt den Mitarbeitern und Leitern der Einrichtungen übergeben werden.

Zuflucht heißt das Haus für jene Mädchen, die Gewalt zur Flucht aus ihrem bisherigen Leben getrieben hat. Abgeschottet von der Bedrohung finden sie hier einen Platz, an dem sie Kraft schöpfen können. Für sie sammelt Lilly Flohe in der Vorweihnachtszeit Geschenke. Von Jahr zu Jahr wuchs der Erfolg der Aktion so sehr, dass auch in weiteren Kinder- und Mädchenwohngruppen in besonderen Unterkünften zu Weihnachten die Augen leuchten.

„Vom Mädchenhaus hatte ich seinerzeit im General-Anzeiger gelesen. Dann habe ich mir gedacht, dass man da zu Weihnachten doch ein bisschen helfen kann“, erzählt die rüstige 72-Jährige. Sie machte ihre Idee auf Facebook bekannt und erhielt neben guten Worten auf Anhieb viel Unterstützung. „Vor acht Jahren habe ich damit angefangen“, erinnert sich die ehemalige Mehlemerin. Vor zwei Jahren zog sie nach Bandorf um. Ihr Engagement für die Godesberger Mädchen blieb. „Seitdem habe ich Hilfe von dem Modelädchen Morango auf der Mainzer Straße 145. Da kann man Geschenke für die Aktion abgeben“, sagte die engagierte Frau. Zur Übergabe packte sie mit ihren Helfern Ralf Liczner und Manfred Kohllöffel 43 Kartons voller Geschenke in einen Kleinbus.

„Wir haben uns über FacebookGruppen kennengelernt. Wir fanden die Idee gut und haben sie unterstützt“, berichtet Liczner. Aus diesen Gruppen und Flohes eigener Facebook-Kochseite mit immerhin 60 000 Mitgliedern stammen die meisten der Päckchen und Pakete. „Diese Gruppen sind Fluch und Segen gleichzeitig“, sagt Flohe schmunzelnd, fügt aber hinzu: „Man kann aber auch viel Gutes tun.“ Wie die kleinen und großen Geschenke bei den Kindern und Jugendlichen ankommen, erzählt die Leiterin eines der Kinderhäuser, Yasemin Yazice: „In diesem Jahr gehen einige Mitarbeiter mit den Kindern spazieren, andere decken eine festliche, große Tafel. Nach dem gemeinsamen Essen verteilen wir nacheinander die Geschenke nach einem Ritual, zum Beispiel kann man würfeln, wer zuerst dran ist.“

Bei der Geschenkeauswahl ist für jeden etwas Schönes dabei. „Manche schenken besondere Kosmetikprodukte, die die Kinder von ihrem Taschengeld eher nicht kaufen könnten“, sagt Lilly Flohe. Aber auch Spiele, Lego oder Leinwände mit Farben seien dabei. Für die Kinder sei es manchmal gar nicht so wichtig, dass die Geschenke besonders groß oder spektakulär sind, sagt Jennifer Tönnes, stellvertretende Leiterin des Kinderhauses. „Oft sind es die kleinen Sachen, die sie schön finden. Und vor allem: Dass sich jemand für sie Mühe macht und es überhaupt Geschenke für sie gibt.“