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Defekte Packstation: Weihnachtsgeschenke stecken fest

Defekte Packstation : Weihnachtsgeschenke stecken fest

Gegen eine gute Sicherung ihrer Päckchen mit Weihnachtsgeschenken hat Anna Börding eigentlich nichts einzuwenden. Vor allem nicht, wenn sie - wie zuletzt häufiger - Waren im Internet bestellt und an die Packstation am Bad Godesberger Obi-Markt senden lässt.

Umso größer ist nun ihr Verdruss, weil die automatische Sammelstelle zwei Päckchen bis heute nicht herausgab. Ein Protokoll.

15. Dezember: Börding erhält die Nachricht, dass zwei Päckchen in der Station angekommen sind. Da sie dort eine Woche lagern dürfen, holt die Godesbergerin sie nicht sofort ab. "Im Nachhinein ein großer Fehler", sagt sie. Denn tags darauf meldet sich DHL erneut: "Die Packstation steht derzeit nicht zur Abholung bereit", heißt es. Am 17. Dezember fährt Börding aus Neugier vorbei und sieht: Die Scheibe des Displays wurde eingeschlagen, das Gerät ist unbrauchbar.

18./19. Dezember: Weitere Bestellungen werden an eine nahe Postfiliale umgeleitet. Dort fragt Börding, wann die Packstation wohl repariert werde - die Mitarbeiter nennen ihr den 20. Dezember. Bei der Service-Hotline trägt man eine Verlängerung der Lagerfrist bis zum 31. Dezember ein.

22. Dezember: Anna Börding fährt zur Packstation, an der "mit Hochdruck gearbeitet" werde, wie man ihr an der Hotline versicherte. Getan hat sich vor Ort nichts. Das gleiche Bild am 24. Dezember. An das Weihnachtsgeschenk für ihren Bruder kommt sie nicht mehr rechtzeitig. Vor Ort fällt ihr auf, dass die Station nun heruntergefahren ist, das Display ist schwarz. Recherchen bei DHL ergeben: An diesem Tag wurde die Packstation geleert. Alle Päckchen wurden in eine Post-Filiale in der Nähe gebracht. Auf Anfrage sagt die Post: "Frau Börding hat darüber Nachricht erhalten." Das habe man explizit geprüft. Doch diese Nachricht ist nach Bördings Angaben nie angekommen. Am 31. Dezember läuft die Lagerfrist ihrer Päckchen ab.

3. Januar: Die Hotline versichert Börding, dass ihr Paket weiterhin in der Packstation liegt und verlängert die abgelaufene Lagerfrist ihres Pakets erneut bis zum 7. Januar. Dass es sich auf dem Weg zurück zum Absender befinden könnte, sagt ihr niemand.

5. Januar: Börding erhält "aus Sicherheitsgründen" eine neue Abholnummer. Sie hofft deshalb, dass sich an der Packstation etwas tut. Bevor sie dort hinfährt, loggt sie sich bei www.paket.de ein und liest dort zu ihrem Erschrecken, dass beide Päckchen offenbar zurückgeschickt wurden - trotz Lagerfrist bis zum 7. Januar.

7. Januar: Mittlerweile hat Börding sogar Datum und Uhrzeit der Zustellung der Päckchen an den Absender bekommen. Die Hotline sagt ihr trotzdem, dass erst am 2. Januar die Räumung beauftragt wurde, und ihr Paket noch in der Station liege. Am 8. Januar erhält sie die Bestätigung des Absenders, dass ihre Pakete als "unzustellbar" retourniert wurden.

"Natürlich tut uns die Geschichte leid", räumt ein Postsprecher ein und bietet Börding "aus Kulanz" als Entschuldigung "ein paar Paketmarken und zwei Zehn-Euro- Amazongutscheine" an. Der falsche Informationsfluss sei nicht mehr nachvollziehbar. Auch weshalb die Nachricht nicht ankam, als die Päckchen umgeleitet wurden, ist unklar. Börding hofft nun auf die Erstattung des Kaufpreises und will die Ware dann vielleicht noch mal bestellen: "Aber mit Sicherheit nicht mehr an diese Packstation."