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Weitere Schritte in Beckers Garten

Weitere Schritte in Beckers Garten

Ein Aspekt war Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann in der Sitzung der Bezirksvertretung so wichtig, dass sie die Verwaltung bat, ihn vor der Diskussion um das geplante Bauprojekt Beckers Garten im Herzen von Rüngsdorf noch einmal dezidiert darzulegen.

Und so erklärte Rainer-Peter Koch vom Katasteramt den Kollegen, Politikern und dem Dutzend interessierter Bürger, was es mit dem "Einleitungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan" auf sich hat. "Auftakt" und "ergebnisoffen", so lauteten dabei zwei Kernbegriffe, auf die sich auch die Mandatsträger stützten, als sie etwa zwei Stunden später den Start des Verfahrens verabschiedeten. Und zwar ebenso einstimmig wie das "Arbeitspaket", dem sich nun wieder Verwaltung und Bauträger werden zuwenden müssen.

Die wesentlichen Problemzonen im Einzelnen:

  • Gebäudehöhe: Umstritten bleibt vorerst die Höhe der drei entlang der Rheinfront geplanten Stadtvillen. Nach derzeitigen Plänen weisen die drei Geschosse und das Staffelgeschoss eine Gesamthöhe von 13,30 Metern auf. Dadurch, so Projektplaner Ralf Thielecke, könnten die Gebäude schlanker gestaltet werden, was das Gesamtensemble luftiger mache. Zudem harmoniere die Höhe mit den Umgebungsbauten. Die Politiker sehen das etwas anders. Sie möchten prüfen lassen, ob die Gesamthöhe durch die Tieferlegung der Bodenplatte um einige Meter reduziert werden kann. Die FDP fordert gar, auf ein Geschoss vollständig zu verzichten.
  • Verkehr: Auch in der Frage, inwieweit die Neubauten die ohnehin angespannte Verkehrslage in Rüngsdorf weiter verschärfen würden, scheiden sich die Geister. Während Vertreter von Verwaltung und Investor nicht zuletzt durch die ausgeklügelte Lösung mit zwei Tiefgaragenzufahrten hierin keine Probleme sahen, war auf den Besucherbänken Kopfschütteln zu beobachten. Anklang unter den Politikern fand hingegen die Forderung des Bürger Bundes nach einem Verkehrskonzept für ganz Rüngsdorf.
  • Sozialwohnungen: 20 Prozent des Wohnraums sollten förderungsfähig sein, um eine soziale Durchmischung des Viertels zu unterstützen, meinen SPD und Linke. Auch das soll auf Wunsch der beiden untersucht werden.
  • Baumbestand: Unruhe und Empörung verbreiteten sich kurzzeitig, als bekannt wurde, dass ein großer Teil des Baumbestandes in Beckers Garten längst entfernt wurde. Die Verwaltung bestätigte dem Investor unter Verweis auf die erteilte Baugenehmigung für das zunächst beabsichtigte Projekt, sich bei der Rodung im Rahmen geltenden Rechts bewegt zu haben. Wie berichtet, hatte Investor Marc Asbeck seine Pläne mehrfach überarbeitet. Zunächst wollte er auf dem Areal zwischen Von-Sandt-Ufer, Heisterbach-, Rhein- und Basteistraße ein großzügiges Eigenheim bauen, dann aber sollten es doch Miet- und Eigentumswohnungen werden. Die aktuellen Pläne sehen nach mehreren Reduzierungen 49 Einheiten vor.