Konzerte und Austausch Weltmusik beim Kulturfestival „Sun for Children“ in Godesberg

Bad Godesberg · Der Verein „Sun for Children“, der sich für Straßenkinder im Kongo einsetzt, feiert im Juli mit einem Kulturfestival sein 20-jähriges Bestehen an der Bühne des Kleinen Theaters in Bad Godesberg. Was steht auf dem Programm?

Sänger Melchi Vepouyoum, der aus Kamerun stammt und in Bonn wohnt, wird beim Jubiläumsfest im Juli auftreten.

Sänger Melchi Vepouyoum, der aus Kamerun stammt und in Bonn wohnt, wird beim Jubiläumsfest im Juli auftreten.

Foto: Sun for Childeren e.V.

„Wie erreicht man Menschen am schnellsten?“, diese Frage stellte sich Michel Sanya Mutambala, der selbst aus dem Kongo stammt, mit dem klaren Ziel, mit seinen Mitmenschen über Afrika und Rassismus ins Gespräch zu kommen. Die Antwort: „Musik, denn die geht direkt in den Bauch!“ Was funktionierte, um im Jahr 2004 die ersten Mitglieder für seinen Verein „Sun for Children“ zu gewinnen, soll auch beim großen Kulturfestival zum 20-jährigen Vereinsjubiläum am 13. Juli an der Bühne des Kleinen Theaters in Bad Godesberg der Schlüssel für Aufklärung und Begegnung sein.

Das durch den Krieg im Kongo ausgelöste Leid der Kinder, die als Halbwaise, Waise oder von ihren Eltern Verstoßene inmitten von politischen Unruhen, Rebellenbewegungen und dem Kampf um Bodenschätze auf der Straße leben, bewegte Michel Mutamala zur Gründung des Vereins, wie er erzählt. Er wollte auch helfen, die Gefahr zu mindern, dass die Heranwachsenden als Kindersoldaten rekrutiert werden.

Mit der Anmietung eines kleinen Holzhauses in seiner Heimatstadt Goma im Osten des Kongos war im Jahr 2005 die erste Anlaufstelle geschaffen. Bis heute setzt sich der Vereinsgründer nach eigenen Angaben mit den Vorstands- und Vereinsmitgliedern für die Zukunft und Bildung der Kinder und Jugendlichen ein: Sie beherbergen sie im eigens errichteten Heim, schaffen Plätze in Pflegefamilien, zahlen Schulgeld, kommen für Materialkosten auf und begleiten sie bis zur Berufsfindung.

Hinter der Motivation für die Vereinsarbeit stecken auch die eigenen Erfahrungen des Gründers, wie er erzählt: „Ich habe das selbst erlebt, ich bin nach hier gekommen als Ausländer, aber wir leben alle unter einer Sonne. Wir vergessen, dass wir alle Menschen sind, und genau daran wollen wir erinnern.“

Kultureller Austausch mit Aktionen und Musik

Auch das Jubiläumsfest am 13. Juli, soll kulturellen Austausch fördern und Hemmschwellen sowie Alltagsrassismus abbauen. Es gibt Verkaufs-, Info- und Verpflegungsstände sowie Aktionen und Workshops für Erwachsene wie Kinder ab 13 Uhr ein. So wird unter anderem das Figurentheater „Guck mal!“ zum Umgang mit Konflikten für Kinder ab 4 Jahre aufgeführt. Und Michel Mutambala liest ab 15.30 Uhr aus seinem Kinderbuch „Mopaya – Der Fremde“, das für das (vermeintliche) Anderssein sensibilisieren soll. Jung wie Alt können zudem an einem Trommel-Workshop teilnehmen und sind eingeladen, einem Vortrag zum Thema „Alltagsrassismus“ zuzuhören.

Der Abend steht im Zeichen der Musik: Es beginnt um 18 Uhr Sänger Melchi Vepouyoum, der aus Kamerun stammt und in Bonn wohnt. Mit seiner Band lässt er Erinnerungen an die kamerunische Gesellschaft aufleben. Eine Verbindung aus Musik und Tanz schafft im Anschluss der vom Vereinsgründer geleitete Chor Pamoja, der schwungvolle Songs in afrikanischen Sprachen aufführt, zu denen jeweils ein eigener Tanz gehört. Lebhaft wird es auch bei der Trommelgruppe Drums and Dance Ensemble, deren Vorführung der Tänzer Diene Sagna, der am Nachmittag solo auftritt, energiegeladen untermalt.

Nähere Informationen zum Fest und zum Verein können Interessierte auf der Internetseite unter www.sun-for-children.de finden.