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Anwohner klagen über Nagerbefall: Wilder Müll im Sportpark Pennenfeld zieht Ratten an

Anwohner klagen über Nagerbefall : Wilder Müll im Sportpark Pennenfeld zieht Ratten an

Pennenfeld hat ein Rattenproblem. „Zahlreiche Ratten tummeln sich am Pennenfelder Stadion“, berichtet eine Anwohnerin, „und sie laufen sogar tagsüber durch die Vorgärten.“

Sie meldete Ende Mai ihre Beobachtung der Stadt Bonn, deren Vertragsfirma für Schädlingsbekämpfung daraufhin Köder auslegte. „Das hat nichts gebracht“, meint der Inhaber der örtlichen Eisdiele. Auch er beobachtet den Nagerbefall mit großer Sorge und hat auf eigene Kosten eine Firma beauftragt, um der Plage ein Ende zu bereiten. „Die Ratten kommen vom Stadion-Parkplatz und laufen hier offen über die Straße“, so der Gastronom. Nachbarn hätten ihm berichtet, dass die Ratten auch durch ihren Garten hinter dem Haus liefen.

Auf Nachfrage des GA hieß es bei der Stadt Bonn, dass die oberirdische Ratten- oder Ungezieferbekämpfung grundsätzlich Angelegenheit des Grundstücks- oder Gebäudeeigentümers sei. „Auf öffentlicher Fläche wird dies von der Stadt Bonn übernommen“, sagt Stefanie Zießnitz vom Presseamt. Die Verwaltung unterteilt das Bonner Stadtgebiet in Ortsteile mit starken und solche mit normalem Rattenbefall. Demnach sei beispielsweise das Zentrum von Bad Godesberg stärker betroffen als der Heiderhof.

„In dicht besiedelten Gebieten finden Ratten in der Regel mehr Nahrung und in stillgelegten, aber nicht ordnungsgemäß verschlossenen Hausanschlüssen auch Zuflucht“, erklärt Zießnitz. Aufgrund der flächendeckenden Bekämpfung und der im Vergleich mit anderen Kommunen geringen Befallsquote sei es in den letzten Jahren aber zu keinen gefährlichen Vorfällen gekommen. „Eine Dezimierung der Population lässt sich nur erreichen, indem zum Beispiel Müll und Nahrungsvorräte für Ratten unzugänglich gelagert, Essensreste nicht in der Toilette heruntergespült und Zugänge zum Innenbereich wie Spalten, Löcher oder Drainagen verschlossen werden“, so Zießnitz.

Privater Hausmüll wird abgeladen

Das offenkundige Müllproblem auf dem Gelände des Sportparks könnte demnach ein Auslöser für den Rattenbefall sein. Wie der GA erfuhr, soll insbesondere nach dem Wochenende verstärkt Müll in Form von Essensresten auf den Tribünenbänken am Kunstrasenplatz liegen. Aber auch an anderen Sitzplätzen und in Schächten der Sportanlage sammelt sich augenscheinlich der Müll.

„Der Sportstättenpflegedienst reinigt das Gelände vor und nach den Wochenenden“, lautet die Aussage des Presseamts. Dabei hätten die Kollegen festgestellt, dass vor Ort immer häufiger privater Hausmüll abgeladen werde, so Zießnitz. „Der zieht natürlich auch Ratten an.“ Deshalb seien dort durch die von der Stadt beauftragte Firma Rattenköder aufgestellt worden. Man versprach, dass die Firma jetzt nochmals Giftköder auslege und in drei Wochen kontrolliere. „Sind die Köder angefressen, sind die Tiere verendet“, so Zießnitz.