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Leichtathletenvereinigung Bad Godesberg: Willkommenslauf für und mit Flüchtlinge(n)

Leichtathletenvereinigung Bad Godesberg : Willkommenslauf für und mit Flüchtlinge(n)

Während in den letzten Tagen immer heftiger über neue Asylanträgeverfahren und Sozialleistungen diskutiert wurde, hat die Leichtathletenvereinigung Bad Godesberg (LAV) ein Sportfest für Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund veranstaltet.

Am Samstag konnten sie sich in den Disziplinen 100-Meter-Sprint, Weitsprung und 800-Meter-Lauf im Sportpark Pennenfeld erproben. Zunächst hatten nur wenige Flüchtlinge von der Veranstaltung erfahren, im Laufe des Tages stieg die Teilnehmerzahl jedoch auf fast 100 aktive Sportler an. Zusammen mit Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern hatte Sportwart Peter Udelhoven den Wettkampf organisiert. Dafür wurden im Vorfeld Spenden in Form von Sportschuhen und Sportkleidung gesammelt. Aber auch am Tag selbst gingen weitere Sachspenden wie Kinderspielzeug und sogar Kinderbetten ein.

Mit passender Sportbekleidung ausgestattet startete die erste Gruppe ihre Aufwärmrunde mit Trainer Hicham Taib. Seit zwei Monaten ist der Marokkaner und Profisportler über 400-Meter-Hürden Trainer beim LAV für die Jugend und die Erwachsenen. Während des Wettkampfs übersetzte er immer wieder für die Teilnehmer und zeigte die richtige Haltung für den Sprintstart. "Ich bin stolz darauf, dass wir neben Hicham Taib zwei Afghanen im Vorstand haben", erklärte Udelhoven die besondere Integrationspolitik des Vereins.

Unter den Teilnehmern waren auch der 21-jährige Nizar Fanari und der 35-jährige Youssef Alallam. Beide stammen aus Syrien und sind seit etwa zwei Monaten in Bad Godesberg. Fanari studierte in seiner Heimat Architektur, Alallam war als Lehrer tätig. Beide begeistern sich für den Sport und freuten sich über das Angebot der LAV. "I am a boxer - Ich bin Boxer", antwortete Fanari auf die Frage nach seiner Lieblingssportart und Alallam spielt am liebsten "football". Die meisten Teilnehmer kamen wie die beiden aus Syrien, aber auch aus dem Irak und Afghanistan. "Es ist eine bunt gemischte Truppe aus allen Nationalitäten und Altersklassen", beschrieben die freiwilligen Helferinnen Jennifer Harrison, Lela Reichel und Hosna Hakim die Wettkämpfer. Zwischen den Disziplinen konnten sich Sportler, Helfer und Besucher an einer Versorgungsstation mit Äpfeln, selbst gebackenem Kuchen, Oliven und Schafskäse stärken. Schilder auf Deutsch und Arabisch zeigten an, dass das Essen halal ist - also entsprechend der Religion ausgewählt oder geschlachtet wurde.

Auf die besten Wettkämpfer warteten am Ende gespendete Wanduhren als Siegerpreise. Für die Teilnehmer stand jedoch das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund - als großen Abschluss des Willkommensfestes hatten sie sich ein Fußballspiel gewünscht. "Besonders berührt hat mich das herzliche Engagement der vielen Helfer, die selbst einen Migrationshintergrund haben", meinte Udelhoven anschließend.