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Sportpark Pennenfeld: "Zehn-Millionen-Ding" vor vier Jahrzehnten eingeweiht

Sportpark Pennenfeld : "Zehn-Millionen-Ding" vor vier Jahrzehnten eingeweiht

Er war eines der großen Bad Godesberger Bauobjekte der 60er und 70er Jahre - und hat insbesondere die Lokalpolitiker einigen Schweiß gekostet: der Sportpark Pennenfeld.

Denn als der letzte Bauabschnitt des 60.000 Quadratmeter umfassenden Areals, die 48 mal 28 Meter große Halle, am 14. März 1976 vom damaligen Bonner Oberbürgermeister Hans Daniels als neuer "Mittelpunkt der sportfreudigen Bevölkerung" gefeiert wurde, hatte das Pennenfelder "Zehn-Millionen-Ding" mit Hartplatz, Stadion und Restaurant schon einiges an Geschichte hinter sich, denn bereits neun Jahre zuvor hatte der Godesberger Stadtrat grünes Licht gegeben.

Ein Preisgericht hatte den Düsseldorfer Aldo de Lorenzo-Buffalo mit der Planung beauftragt. Aber so glatt liefen die Dinge schon damals nicht bei einem Großprojekt. Schlagzeilen wie "Trübe Aussichten für den Sportpark" erschienen im GA damals mehrfach, weil schon Grundstücks- und Geldfragen zäh verhandelt wurden.

Das Bauobjekt in der Nähe des Gewerbeparks vor malerischer Kulisse des Siebengebirges und nahe der inzwischen neu eröffneten Pennenfelder Schulen kam nicht so recht in die Gänge. Im Jahr 1969 "überlebte" es immerhin die Bad Godesbergs Eingemeindung in die Bundeshauptstadt, wo es dann als südliches Pendant zum Bonner Sportpark Nord vorangetrieben wurde.

Am 5. August 1973 konnte das Stadion schließlich den Schul-, Vereins- und Freizeitsportlern übergeben werden. Für die eigentliche Einweihung sorgte im selben Jahr allerdings der 1. FC Ringsdorff-Godesberg, der vor 4000 Zuschauern ein Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Köln, damals noch mit Wolfgang Overath, bestritt.

Und mit der Einweihung der in drei Spielfelder teilbaren Halle begann auch schon bald die Erfolgsgeschichte der Telekom-Baskets, die hier über Jahre ihre erste Spielstätte hatten. Heute sorgen die Gamecocks mit American Football für Bundesliga-Duft im Stadion, wenn auch nur in der 2. Liga.

Zu den etwa 20 Spielen im Jahr der 1. Herrenmannschaft kommen durchschnittlich 600 Zuschauer, wie Nils Wöhler, Geschäftsführer der Gamecocks, berichtet. "Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit dem Stadion, allerdings ist es unzumutbar, dass unsere Zuschauer weiterhin auf Beton sitzen müssen", sagt Wöhler.

Und nicht nur das: Die Tartanlaufbahn muss saniert werden, die Tribüne - und der Rasen, der bei den Gamecocks auch als "Pennenfelder Hügel" bezeichnet wird. "Solche Absenkungen und Unregelmäßigkeiten kenne ich von keinem anderen Rasenplatz", erzählt Wöhler.

Ob die Stadt Bonn allerdings tatsächlich noch einmal einen Millionenbetrag in die Hand nehmen wird, um das Stadion zu sanieren, steht wohl in den Sternen. "Was hier saniert werden muss, geht in die Millionen", so äußerte sich erst vor zwei Jahren das Sport- und Bäderamt. Damals wurde ein Büro beauftragt, ein Sanierungskonzept zu erstellen - Details sind bis heute nicht bekannt.

Im Fokus möglicher Maßnahmen stehen Tribüne, Sitzplätze, die Laufbahn aus Tartan sowie der Stadionrasen, der möglicherweise zum Kunstrasen wird - so wie bereits seit zehn Jahren nebenan. Dort ist der SC Muffendorf mit seinen rund zehn Jugendmannschaften und zwei Herrenmannschaften einer der Hauptnutzer.

Auch da überwiegt die Zufriedenheit mit der Infrastruktur. "Wir sind hier eigentlich alle ganz zufrieden", sagt Manfred Nettekoven, 2. Vorsitzender des Vereins. Auf der Wunschliste der Muffendorfer steht lediglich eine eigene Bude auf dem Gelände.

Die Nutzung der gesamten Anlage ist im Laufe der Jahre kontinuierlich gestiegen ist. Heute gibt es hier keine freien Kapazitäten mehr. Genutzt wird die Sportanlage Pennenfeld von rund 15 Vereinen. In der Sporthalle werden neben Basketballspielen der Damen von der BG Rentrop auch Handball, Volleyball, Hallenhockey und Badminton angeboten.

Sportpark Pennenfeld in Zahlen

  • Die Halle des Sportparks ist nicht, das Stadion nur beschränkt zugänglich für Behinderte.
  • Eröffnung:1973.
  • Die Sporthalle ist dreifach unterteilbar und hat eine Größe von 45 Meter mal 27 Meter mal acht Meter.
  • Tribünenplätze: 640. Zusatzbestuhlung bis zu einer Gesamtkapazität von 1300 möglich.
  • Stadion: Rasenplatz mit leichtathletischen Kunststoffflächen. Tribünen: 582 überdachte Sitzplätze, 4 945 Stehplätze.

Adresse:

Sportpark Pennenfeld, Mallwitzstraße, 53177 Bonn-Bad Godesberg; Ansprechpartner: Sport- und Bäderamt der Bundesstadt Bonn, Kurfürstenallee 2-3, Bad Godesberg; Telefon 0228/773239; Zwei Buslinien (612 und 614) stehen für die Anreise zur Verfügung. Parkplätze sind vorhanden.