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Kommentar: Zur Bankenfusion: Die letzte freie Entscheidung?

Kommentar : Zur Bankenfusion: Die letzte freie Entscheidung?

Spät kam er, der Widerstand, doch er kam. Es ging auf 22 Uhr zu, als langsam erkennbar wurde, dass es mit der qualifizierten Mehrheit für die Bankenfusion eng werden könnte.

Schon die geheime Abstimmung nach dreistündigem Informations- und Meinungsaustausch verhieß aus Sicht der Befürworter nichts Gutes. Einige Gründe für das knappe, letztlich aber doch eindeutige Verfehlen der notwendigen Dreiviertelmehrheit waren bereits am Abend zu erkennen.

So muss es sich der Vorstand wohl als taktischen Fehler ankreiden lassen, dass er die Fusionsbedingungen zunächst zwar ausführlich beschrieb, bestimmte Aspekte aber erst auf dezidierte Nachfragen hin darlegte. Die Abstriche im direkten Mitspracherecht - Stichwort Vertreterversammlung statt Generalversammlung - dürften die Befürchtungen befeuert haben, auf lange Sicht doch von der größeren Raiffeisenbank majorisiert zu werden. Gleiches gilt für die Sorge um den dauerhaften Filial- und Personalbestand, für den am Donnerstag verständlicherweise niemand eine Ewigkeitsgarantie aussprechen konnte und wollte.

Und dennoch birgt die eigene Abstimmungsniederlage für den Vorstand auch Grund zur Freude, bedeutet sie doch einen Vertrauensbeweis in seine grundsätzliche Arbeit. Viele Wachtberger wollen "ihre" Volksbank behalten. Für sie ist nun zu hoffen, dass der Vorstand auch in einem anderen Punkt falsch liegt: Dass die Bedingungen für kleine Banken irgendwann zu Entscheidungen zwingen könnten, die dann nur noch sehr bedingt aus freien Stücken zu treffen sind.