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Mit Schrubber gegen Algen: Zwei Godesberger reinigen verschmutzte Hinweistafel

Mit Schrubber gegen Algen : Zwei Godesberger reinigen verschmutzte Hinweistafel

"Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!" - die Botschaft des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy haben am Donnerstag die beiden Uralt-Freunde Hans Kahlenborn (62) und Erhard Schoppert (65) aus Wachtberg-Villip mit Leben gefüllt

Dabei stand im Fokus ihres bürgerschaftlichen Engagements eine Hinweistafel an der L 158 am Ortseingang von Bad Godesberg: Auf der wird an die Städtepartnerschaften Bad Godesbergs mit Steglitz-Zehlendorf, Windsor-Maidenhead in Großbritannien, Frascati in Italien, Saint Cloud in Frankreich, Yalova in der Türkei und Kortrijk in Belgien erinnert. Nur dass von dieser Erinnerung nicht mehr viel zu sehen war: Denn grünlich wuchernde Algen hatten von der Tafel fast gänzlich Besitz ergriffen.

Der Zustand störte Kahlenborn und Schoppert derart, dass sie nun selbst zu Eimer und Schrubber griffen. Von ihrem Wohnort in Villip sind Hans Kahlenborn und Erhard Schoppert oft auf der L 158 in Richtung Bad Godesberg unterwegs. Das hängt nicht nur damit zusammen, das Kahlenborn dort arbeitet. Vielmehr stammen beiden aus der Kurstadt und mit Bad Godesberg verbinden die Freunde viele schöne Erinnerungen. Klar, dass sich Kahlenborn und Schoppert als altgediente Pfadfinder vom Stamm Sankt Georg grundsätzlich der guten Tat verpflichtet fühlen.

Darüber hinaus hat Erhard Schoppert auch eine besondere Beziehung zu den Partnerstädten: "Ich habe diese im Lauf der Jahre alle bereist", betont der 65-Jährige. So kann er sich beispielsweise noch gut an die Tour nach Yalova im Jahr 1968 erinnern: "Ich bin in die Türkei getrampt und zwar mit einem Empfehlungsschreiben des damaligen Bad Godesberger Bürgermeisters Franz Linz." Auch Kahlenborn kennt einige der Partnerstädte aus eigenem Erleben.

Von daher mochten die beiden Freunde nicht länger abwarten, bis ein städtisches Reinigungsteam die Zeit fand, die Hinweistafel zu säubern. Vielmehr wollten Kahlenborn und Schoppert nach eigner Aussage mit gutem Beispiel vorangehen und vor allem mit ihrer Schrubb-Aktion "auch an den Bürgersinn anderer appellieren".

Nachdem die Hinweistafel auf die Städtepartnerschaften wieder von den Algen befreit war und blitzblank glänzte, war für die beiden Ehrenamtler aber noch nicht Schluss: Wenige Meter entfernt stand an der L 158 noch eine weitere Tafel, die auf Gottesdienste hinweist, und die ebenfalls völlig verschmutzt war. "Die machen wir jetzt auch noch sauber", zeigte sich Schoppert tatendurstig.