Geschichten von Viertklässlern aus Bonn und der Welt Zwei Jungspunde werden zu bärtigen „Greisen“

Duisdorf/Bad Godesberg · In diesem Jahr kommen die Gewinner-Geschichten des Bonner Schreib-Wettbewerbs „Abrapalabra“ vom Hardtberg und aus Bad Godesberg. Passend zum 20-Jährigen Jubiläum wagen die Geschichtenerzähler einen Blick in die Zukunft.

Marie (links) und Luisa von der Beethovenschule in Bad Godesberg haben mit ihrer Geschichte den zweiten Platz des Bonner Geschichtenwettbewerbs belegt.

Marie (links) und Luisa von der Beethovenschule in Bad Godesberg haben mit ihrer Geschichte den zweiten Platz des Bonner Geschichtenwettbewerbs belegt.

Foto: Axel Vogel

Beim Sportunterricht in der vierten Klasse knallen Domenic und Leonidas zusammen. Im Jahr 2043 erwachen die beiden Grundschüler aus dem 20-jährigen Koma. Nachdem den beiden inzwischen auch sichtlich gealterten Protagonisten der Gewinner-Geschichte des „Abrapalabra“-Wettbewerbs die Situation erklärt wird, stellt sich die Frage: Mit 29 wieder in die Schule? Sie kommen zu dem Schluss, dass daran kein Weg vorbeiführt. Also machen sich die beiden bärtigen Männer auf den Weg und beobachten allerlei Neues und treffen auch auf ihren Grundschullehrer, den sie gar nicht wiedererkennen.

Die Gewinner sind neun und zehn Jahre alt

Die Geschichte „Viel zu alte Grundschulkinder“ handelt von ihren Autoren Domenic Radcke und Leonidas Boysen selbst. „Wir sind wirklich im Sportunterricht zusammengestoßen, so sind wir auf den Anfang gekommen“, erzählen die beiden, „natürlich nicht so stark, dass wir beide 20 Jahre im Koma lagen“. Zum Glück.

So konnten sich die beiden Schüler der Klasse 4a der Ludwig-Richter-Schule in Duisdorf, zehn und neun Jahre alt, für die Geschichte bei Leonidas zu Hause treffen. An dieser haben die beiden zwei bis drei Stunden geschrieben. „Der eine hat eine Idee, und der andere findet es ganz lustig, so haben wir dann immer weitergeschrieben“, erzählen sie. Am 25. Februar wurden sie zu den Gewinnern des Bonner Geschichtenwettbewerbs „Abrapalabra“ gekürt und haben sich gegen ihre Mitstreiter-Autoren aus 37 Bonner Klassen durchgesetzt.

Der Schreibwettbewerb wird vom Kulturamt der Stadt Bonn gefördert. Die Idee stammt vom Kinder-Atelier im Frauenmuseum. Seit 2010 nehmen neben den vierten Klassen aus Bonn auch deutsche Schulen im Ausland teil. Pro Klasse darf eine Geschichte eingereicht werden, die in Einzel- oder Gruppenarbeit geschrieben werden kann. Eine gemeinsame Jury aus Autoren -Kindern, zum Beispiel vom letzten Jahr, und Erwachsenen wählt die besten Geschichten aus.

Den zweiten Platz belegen Marie Meyer und Luisa Jacob von der Beethovenschule in Bad Godesberg. „Wir haben mit den Jungs aus unserer Klasse gewettet“, erzählt Marie, „wenn wir gewinnen, fressen sie einen Besen“, freut sich die 10-Jährige, „da kann ich nur sagen: ,guten Appetit’“.

Abwechselnd geschrieben

In der Geschichte von Marie und Luisa reisen die beiden 20 Jahre in die Zukunft und treffen in der Geschichte auch auf andere Kinder ihrer Klasse. Marie erzählt: „Wir haben über Sachen geschrieben, die die Welt verbessern können“. Luisa ergänzt: „Anstatt Autos gibt es zum Beispiel Surfbretter, die mit Solarstrom angetrieben werden“. Außerdem ist auch die Zukunft von Russland und der Ukraine, die beide wieder in Frieden leben, ein Thema.

Die Zusammenarbeit zwischen den Mädchen habe gut funktioniert, „Wir haben uns mit dem Schreiben abgewechselt“, erzählt Luisa, „und manchmal haben wir auch diskutiert“, erzählt Marie. Die beiden Freundinnen seien durch gemeinsame Referate jedoch schon in der Zusammenarbeit miteinander erprobt und planen sogar gemeinsam eine weitere Geschichte zu schreiben.

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