1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Bad Godesberger Kunst & Kulturverein: Zwei Quadratmeter für die Kultur auf dem Wochenmarkt

Bad Godesberger Kunst & Kulturverein : Zwei Quadratmeter für die Kultur auf dem Wochenmarkt

Kreative Lösung: Statt, wie eigentlich geplant auf dem Nikolausmarkt, hat der Kunst & Kulturverein am Samstag seine Produkte auf dem Wochenmarkt in Bad Godesberg verkauft.

Bereits im Sommer hatten sich Mitglieder des Godesberger Kunst & Kulturvereins (KuKuG) auf den Nikolausmarkt vorbereitet. Einige nähten Alltagsmasken mit Weihnachtsmotiven, andere standen in der Küche und kochten Marmelade, Chutneys, Gelee, Sirup und setzten Likör an. Wegen den steigenden Infektionszahlen folgte dann das endgültige Aus für den winterlichen Budenverkauf. Für viele Händler ist das ein Desaster - auch für den KuKuG, der durch die Erlöse aus seinen Verkäufen das Kurfürstliche Beethovenfest mitfinanzieren wollte.

Hilfe bekam die Kulturszene nun von Familie Müller, die einen Obst- und Gemüsestand auf dem Bad Godesberger Wochenmarkt betreibt. „Familie Müller, die dem Verein auch sehr nahesteht, hat uns für einen Tag Unterschlupf an ihrem Stand gewährt“, sagte Sabine Köhne-Kayser. Genau genommen bekam der Verein zwei Quadratmeter Verkaufsfläche.

200 Glöser Marmelade wurden eingekocht

Diese „kleine Ecke“ reicht aber vollkommen aus, so Köhne-Kayser. „Eigentlich wollten wir auf dem Wochenmarkt einen eigenen Stand aufmachen. Das ist uns aber nicht erlaubt worden, weil das auch Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt hätte. Da können wir die Behörden auch verstehen“, sagte die zweite Vereinsvorsitzende. Bernd Müller freute sich, dass er helfen kann. „Das ist gut für Godesberg und wir sind froh, wenn wir damit die Kultur unterstützen können“, so der Händler. Die spontan geschaffene Notlösung sei ein echter Erfolg, betonte Anne Gronski. „Bisher läuft der Verkauf sehr gut. Viele habe von uns in der Zeitung oder im Newsletter gelesen und unterstützen die Aktion“, berichtete die Vereinsvorsitzende.

Und die Auslage lockte mit allerhand Produkten: „Wir haben insgesamt 200 Gläser Marmelade eingekocht und 400 Masken genäht. Alles wurde in Handarbeit zuhause gemacht“, berichtete Köhne-Kayser. „Für das Vereinsleben war das gut, dass wir unsere Mitglieder wieder aktiviert bekommen haben.“

Zutaten wurden dem Verein gespendet

Die Zutaten zum Kochen kamen von unterschiedlichen Spendern: „Wir haben von einem Bauern Erdbeeren geschenkt bekommen und Quitten haben wir von zwei Bäumen aus Muffendorf, dort hatten uns Freunde des Vereins erlaubt die Früchte abzuernten.“ Letztere seien auch der Verkaufsschlager, berichteten Marion Reker und Inke Kuster. „Quittenlikör, -gelee und -aufstrich ist für die Marktbesucher etwas Besonderes, weil es das nicht immer gibt.“ Auch „Chutneys“ seien recht beliebt. Marktbesucherin Roswitha Becker schaute derweil auf den Verkaufstisch.

Insgesamt wurden 1000 Euro eingenommen

Unter den verschiedenen Quittenausführungen standen auch Gläser mit Aprikosenmarmelade, Pflaumenmus und Erdbeermarmelade. Becker entschied sich für ein Quittengelee. „Ich habe in der Zeitung von der Aktion gelesen und will den Verein unterstützen“, sagte die Godesbergerin. Herta Friede machte einen Großeinkauf. Fünf Gläser und eine Flasche Likör legte die Marktbesucherin in ihren Korb. Zuvor hatte Friede auch fleißig Werbung für den Stand gemacht, erzählte sie. Den vom Verein angekündigten „Bad Godesberger Burg-Honig“ gab es am Samstag übrigens nicht zu kaufen, da der Stand damit ein Überangebot auf dem Wochenmarkt geschaffen hätte. Den Honig und alles was am Samstag nicht verkauft wurde, bot der Verein am Sonntag im Restaurant Deutschlandreise an. Vereinsmitglied Martina Kuhnert hatte ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Insgesamt konnte der Verein rund 1000 Euro einnehmen.