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Bauarbeiten in Dottendorf: Geschäftsleute fühlen sich schlecht informiert

Bauarbeiten in Dottendorf: Geschäftsleute fühlen sich schlecht informiert

Stadtwerke kündigen Termin an

Bonn. Die Dottendorfer Geschäftsleute sind verärgert. Der Grund für den Unmut hängt mit der Baustelle zusammen, die die Stadtwerke Bonn (SWB) zwischen Bergstraße und Quirinusplatz eingerichtet haben.

Allerdings sind es nicht die Erneuerung der Schienen oder die barrierefreie Umgestaltung der Bahnhaltestellen, die die Gewerbetreibenden so wütend machen. Sie fühlen sich schlecht informiert und von Stadt und SWB allein gelassen.

"Die Informationen, die wir bekommen haben, sind nicht ausreichend. Es besteht Klärungsbedarf, auch für die Kunden", sagt Friseurin Ute Schmitz. Mehrmals hätten die Geschäftsinhaber versucht, einen Termin mit den Stadtwerken zu bekommen, "um Fragen bezüglich der Erreichbarkeit der Geschäfte, der Parksituation und ähnlichem zu klären". Geschehen sei jedoch nichts.

Zum ersten Treffen sei einfach niemand gekommen, das zweite Treffen sei abgesagt worden, mit dem Hinweis, es handele sich um eine Parteiveranstaltung. "Dann wurde uns telefonisch zugesichert, dass der Bauleiter vorbeikommen würde, um mit uns zu sprechen", so Schmitz. Seitdem hat nach eigenen Angaben keiner der Geschäftsleute mehr etwas von den SWB gehört.

Doch das ist noch nicht alles. Am Ende der Umleitung gebe es kein Schild, das den Weg nach Dottendorf weist. Das Ergebnis: "Kunden und Lieferanten, die nicht aus Bonn kommen, finden uns nicht mehr", beklagt Martina Baumgarten, die ein Lotto/Toto-Geschäft betreibt.

Außerdem müsste der Pächter des Eiscafés Venezia am Quirinusplatz nach wie vor die komplette Miete für seine Außengastronomie bezahlen - obwohl die Fläche durch Lärm, Gestank und Staub fast nicht zu nutzen sei. "Das Schlimmste aber ist die Ignoranz", beschwert sich Goldschmied Thomas Krings.

"Wir wissen, dass die Arbeiten für alle laut und nervig sind, aber es muss gemacht werden. Die Straßenbahnen hätten in den alten Schienen nicht mehr sicher fahren können", sagt Veronika John. "Was die Baustelle in der Hausdorffstraße angeht, haben wir umfassend informiert. Es war klar, dass wir bis Ende Oktober arbeiten", weist die SWB-Sprecherin die Vorwürfe zurück.

So habe es unter anderem Anliegerinformationen gegeben, in den Servicecentern und den Fahrzeugen hätten Flyer ausgelegen. Außerdem gebe es Anfang September, kurz bevor der erste Bauabschnitt beendet ist und die Bahnen wieder fahren, noch einmal eine letzte Info. Auch die Geschäftsleute dürfen sich freuen: "In der kommenden Woche wird es einen Termin geben", verspricht John. Außerdem werde sie die Beschwerden über das fehlende Schild am Ende der Umleitung weitergeben, damit Abhilfe geschaffen werde.

"Uns ist bewusst, dass die Außengastronomie des Eiscafés durch die Baumaßnahme beeinträchtigt ist", sagt Elke Palm vom städtischen Presseamt. Deswegen werde man den Antrag des Betreibers, die Saisonpauschale zu reduzieren, "wohlwollend prüfen".