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Theater Bonn: Bernhard Helmichs Ernennung zum Generalintendanten gilt als sicher

Theater Bonn : Bernhard Helmichs Ernennung zum Generalintendanten gilt als sicher

Gerade rechtzeitig zur geplanten Wahl des neuen Generalintendanten Bernhard Helmich am Donnerstag im Bonner Rat haben sich die Parteien im Stadtparlament positioniert. "Die Koalition begrüßt Verwaltungsvorschlag für den neuen Generalintendanten", heißt es in einer Presserklärung von CDU und Bündnis 90/Die Grünen.

Und weiter: "Bernhard Helmich ist eine gute Wahl für das Theater der Bundesstadt Bonn". Nach der Absage von Dagmar Schlingmann, der ersten Kandidatin für die Nachfolge von Klaus Weise, herrscht kollektives Aufatmen. "Mit großer Erleichterung" quittieren etwa CDU und Grüne die Kandidatur des Chemnitzer Generalintendanten für den Posten in Bonn.

Gisela Mengelberg, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, und Markus Schuck, kulturpolitischer Sprecher der CDU: "Bernhard Helmich ist ein gute Wahl für Bonn. Mit seiner nunmehr siebenjährigen Leitung eines Fünf-Sparten-Hauses bringt er die notwendigen Erfahrungen mit, um das Theater Bonn - trotz notwendiger Sparmaßnahmen - ab der Spielzeit 2013/2014 qualitätsvoll weiterzuführen." Und weiter heißt es in dem Statement: "CDU und Grüne werden am 1. März in Kulturausschuss und Rat Bernhard Helmich zum neuen Generalintendanten ernennen."

"Das ist eine gute Wahl", sagte SPD-Kultursprecherin Bärbel Richter, die Helmich bereits kennengelernt hat. "Ich habe einen positiven Eindruck", er sei ein "ruhiger Mensch, der sachorientiert arbeiten kann", sagte sie. "Ich hoffe, dass wir das alles hinkriegen", meinte Richter im Hinblick auf die Sparziele, die Helmich als neuer Bühnenchef erfüllen müsste. Wichtig sei, die Einsparungen ohne den Verlust von Qualität und Arbeitsplätzen zu schaffen, formuliert Richter ihre Wünsche. Auf jeden Fall ist sie auf Helmichs Vorschläge und sein Konzept gespannt. Die SPD werde natürlich für den Kandidaten aus Chemnitz stimmen.

Auch von der FDP im Bonner Rat kommt ein deutliches Ja zum Kandidaten des Kulturdezernenten Martin Schumacher: "Helmich stößt bei der FDP-Ratsfraktion auf positive Resonanz", heißt es in einer Mitteilung des Fraktionsgeschäftsführers Achim Haffner. Fraktionsvorsitzender Werner Hümmrich und Kulturausschussmitglied Barbara Wrany sind sich in der Beurteilung einig: "Bernhard Helmich ist ein erfahrener Theatermann.

Gerade vor dem Hintergrund, dass er in Chemnitz Intendant eines Fünf-Sparten-Hauses war, hat die FDP hohe Erwartungen an ihn - das bezieht sich auf die gesamten Bereiche Schauspiel, Oper und Tanz. " Und so sieht der Fahrplan für den künftigen Generalintendanten aus: Heute Abend präsentiert sich der Chemnitzer Theaterchef den Vorsitzenden der Ratsfraktionen, den kulturpolitischen Sprechern, dem Vorsitzenden des Kulturausschusses und dem Dezernenten in der Kulturkommission. Das Ergebnis der Diskussionen fließt in die Sondersitzung des Kulturausschusses am Donnerstag unmittelbar vor der Ratssitzung ein.

Läuft alles nach Plan, wird dann der Generalintendant im nichtöffentlichen Teil gewählt. Schumacher rechnet damit, dass alles glatt läuft. Helmich hat zwar in Chemnitz einen Vertag bis 2016, Schumacher geht aber davon aus, dass er am 1. Juli 2013 seine Intendanz antreten kann. Es sei üblich, dass eine Stadt in so einem Fall den Vertrag auflöse. Helmich würde nahtlos auf Klaus Weise folgen. Schon ab 1. Juli 2012 soll Helmich, so Schumacher, einen "Vorvertrag" erhalten, um bereits jetzt wichtige Personalfragen und Programmatisches regeln zu können.

In den vergangenen Tagen hatte es Verstimmungen über eine Aussage von Martin Schumacher gegeben. Im General-Anzeiger hatte er zum Bonner Theater und den anstehenden Intendantenwechsel gesagt: "Der Laden muss wieder brummen." Die Opernfreunde sahen darin eine Kritik an der Arbeit des Generalintendanten Weise. Auch Heinz-Helmich van Schewick (CDU), der Vorsitzende des Kulturausschusses verwahrte sich dagegen, dass das Bonner Theater schlechtgemacht werde.

Schumacher hat inzwischen mit einem Brief an die Opernfreunde reagiert. Darin heißt es: "Es war nicht meine Absicht, die Arbeit des Theaters schlechtzureden bzw. die von Herrn Weise geleistete Arbeit zu kritisieren. Im Gegenteil, ich habe Herrn Weise gegenüber immer meine Wertschätzung zum Ausdruck gebracht, zuletzt für die Einladung zum Theatertreffen in Berlin."

Schumacher konkretisiert: "Die von Ihnen kritisierte Äußerung, dass der Laden wieder brummen solle, bezieht sich vielmehr auf die Auslastung der Spielstätten, insbesondere der Kammerspiele, nicht der jeweiligen Vorstellungen." Diese teilweise strukturbedingte und vom Theater nur bedingt beeinflussbare Situation will Schumacher in Zukunft verbessern. Helmich als "Theatermann mit Format" könne, so Schumacher, das Theater Bonn weiterentwickeln.