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Denkmal- und Geschichtsverein: 35 Bilder aus Leipzig

Denkmal- und Geschichtsverein : 35 Bilder aus Leipzig

Der ehemalige Schlossherr der Kommende Ramersdorf, Wolfang Bartel, spendet dem Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rrh. Kupferstiche und Lithografien. Dafür nahm er sogar den weiten Weg aus Leipzig in Kauf, um die Bilder persönlich zu überreichen.

Wolfgang Bartel, früherer Schlossherr der Kommende Ramersdorf, hat dem Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rrh. wertvolle historische Bilder vermacht. Dazu ist er eigens von Leipzig, wo er inzwischen lebt, nach Vilich gekommen, um sie im Bürgermeister-Stroof-Haus dem Vereinsvorsitzenden Carl J. Bachem zu übergeben. „In Leipzig habe ich nur eine kleine Wohnung“, erklärt Bartel, „da wurde es mit all den Bildern einfach zu eng.“ Mit den Worten „Eigentlich hätte der gesamte Vorstand jetzt auf Ihr Wohl anstoßen wollen. Das werden wir nach Corona in jedem Falle nachholen“ bedankte sich Bachem.

Insgesamt 35 Bilder, überwiegend Kupferstiche und Lithografien vom Siebengebirge, von Godesberg und dem Rhein, machen diese bedeutende Sammlung aus, nicht zuletzt natürlich auch Bilder von der ehemaligen Deutschordenskommende Ramersdorf selbst. „Dabei ragen vor allem zwei Bilder heraus“, so Bachem, „die schon zu Stroofs Zeiten entstanden sind und die deshalb auch Stroof schon bei sich in seinem Salon gehabt haben könnte. Natürlich werden wir sie jetzt direkt dort aufhängen.“

Das eine ist eine originale Tuschzeichnung von 1729 in schwarzgoldenem Barockrahmen, die den Kölner Kurfürsten Clemens August bei der Jagd zeigt; der Maler ist unbekannt. „Sie könnte durchaus von den kurfürstlichen Hofmalern Rousseau, Vater und Sohn, stammen“, meint Bachem. „Das werden wir jetzt erst mal untersuchen.“

Das andere ist eine originale Lithografie von C. Müller nach J. Thomas aus dem Jahre 1789. Das ist das Jahr, in dem Stroof in den Dienst der Vilicher Stiftsverwaltung eintritt. Das einzigartige Bild, in sehr breitem Format, zeigt das Panorama der rechten Rheinseite von der Sieg bis zum Drachenfels, mit allen Bergen in ihrer ursprünglichen Form vor dem Basaltabbau, mit den Kirchen, Burgen und Weinbergen. Dieses Bild soll bislang noch nie irgendwo öffentlich gezeigt worden sein. Es ist in einem Buch eingeheftet, das Carl Wilhelm Nose dem Siebengebirge und dessen Entstehung widmet. Darin gibt es auch die ersten bekannten Beschreibungen von Finkenberg, Ennert und den Oberkasseler Bergen: „Orthographischer Brief über das Siebengebirge“ lautet der Titel. 1789 ist es in Frankfurt gedruckt worden.

Bereits im Großen Salon des Stroof-Hauses wurde spontan ein großes Ölgemälde aufgehängt, das Bartel ebenfalls als Geschenk mitgebracht hat. Es stammt von dem als „Eifelmaler“ bekannten Paul Pützhofen-Hambüchen, Mitglied der Düsseldorfer Schule, vermutlich um 1920 herum. Zwar vom Alter nicht passend, wohl aber von seinem Genre, einer Waldwiesenlandschaft mit Fachwerkbauten. Aufwendig gerahmt, ist es stimmungsmäßig dem Charakter des Raumes gut angepasst.

Die Stiche werden dem Bilderarchiv des Denkmalvereins einverleibt und bei gelegentlichen Ausstellungen gezeigt werden.