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„Waffeln gegen Waffen“: 89-jährige Beuelerin sammelt für Ukraine-Geflüchtete

„Waffeln gegen Waffen“ : 89-jährige Beuelerin sammelt für Ukraine-Geflüchtete

Die 89-jährige Beuelerin Gertrud Jöbsch möchte notleidenden Menschen aus der Ukraine helfen. Darum backte sie mit viel Unterstützung jede Menge Waffeln vor ihrer Garage und sammelte dafür Spenden von hungrigen Passanten. Der Erlös soll an die Hilfsaktion Weihnachtslicht des GA gehen.

Fünf Waffeleisen waren am Sonntag in der Rheinaustraße im Dauereinsatz, um Gutes zu bewirken gegen die Not in der Ukraine. Das Wortspiel „Waffeln gegen Waffen“ biete sich an, meint Gertrude Jöbsch. Sie sieht sich als Nachahmerin, denn die Aktion war inspiriert von Nachbarskindern, die vor einigen Wochen bereits erfolgreich Waffeln für die Ukraine verkauft und an Unicef gespendet hatten. „Ich habe spontan gesagt: das machen wir am Rhein!“

Ihr Grundstück liegt unmittelbar am Beueler Rheinufer. „Wir haben alle Stoßgebete losgelassen, damit wir dieses schöne Wetter haben!“ Viele Spaziergänger und Radfahrer hielten spontan an, um Geld in das aufgestellte Sparschwein zu stecken.

Auch Nachbarn halfen tatkräftig mit

Barbara Schommertz unterstützte ihre Mutter und kümmerte sich um die Logistik, wie Strom für die Waffeleisen am Gartentor. Auch Nachbarn halfen tatkräftig mit. Die Schürzen hatte Getrude Jöbsch noch in der Nacht selbst mit gelb-blauen Ukraine-Flaggen bemalt.

In ihrer katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Limperich wurde am Sonntagmorgen Jubelkommunion gefeiert. Vor 80 Jahren ging die heute 89-Jährige zur ersten Heiligen Kommunion. Durch die christliche Haltung ihrer Eltern wurde ihr beigebracht: „Dass man von dem, was man bekommen hat, weitergibt.“ Sie könne nicht einfach in die Ukraine gehen und helfen, doch tut sie das, was sie kann, um notleidende Menschen zu unterstützen. Dazu gehöre auch das Backen von Waffeln, so die vierfache Großmutter. Dies an Kinder weiterzugeben, sei ihre Intention. Jeder könne auf die eine oder andere Art Gutes bewirken, ist sie überzeugt.

Gefragt, wohin sie die Erlöse geben möchte, sagt sie: „Ich gebe ganz gern an die Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers. Da gibt es keine Verwaltungskosten.“ Sie ist der festen Überzeugung: „Jeder Mensch, der nicht unmittelbar betroffen ist, auch wenn er keine Ukrainer kennt, muss sich überlegen: wie kann ich helfen?“ Ihr ist bewusst, dass manche Leute kein Geld erübrigen können. Doch jeder könne irgendeine Aktion starten, die Gutes bewirkt, ist sich die Frau, die bis 2018 ein Vierteljahrhundert lang Vorsitzende des Beueler Heimatvereins war, sicher. Die Aktion "Waffeln gegen Waffen" fand regen Anklang. Vielleicht finde sie auch Nachahmer, hofft Gertrude Jöbsch.