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Wertvolle Schätze in Vilich: Adelheidisfestwoche mit Messe und Ausstellung eröffnet

Wertvolle Schätze in Vilich : Adelheidisfestwoche mit Messe und Ausstellung eröffnet

Zahlreiche Monstranzen, Kelche und Reliquien sowie Kaseln sind ausgestellt, auch die Krippe mit Adelheid ist wieder zu sehen. Am kommenden Woche gibt es erneut die Chance sich die wertvollen Ausstellungsstücke anzusehen.

Wie in all den Jahren zuvor wurde auch in diesem Jahr die Adelheidiswoche nicht nur mit einem Gottesdienst am Sonntagvormittag, sondern am Nachmittag auch mit einer besonderen Ausstellung eröffnet.

Es sind kostbare Messgewänder aus der Stiftszeit sowie Kelche und Reliquien ausgestellt, die die Besucher bewundern dürfen. Zudem ist das „Krippenbild“ mit der Szene aus dem Leben der Heiligen Adelheid zu sehen.

Die große Krippe fällt schon beim Betreten der Kirche auf

Schon beim Betreten der Kirche fällt die große Krippe, links vom Altar, auf. Diese Krippe hat gleich mehrere Besonderheiten. Zum einen wird sie bereits für den ersten Advent aufgebaut und danach Woche für Woche ergänzt oder umgebaut. Nach den Weihnachtstagen wird sie für die Adelheidisfestwoche präpariert. Adelheid geht dabei durch den Stiftsbogen, so wie es früher mal gewesen war. Vor ihr der Korb mit dem Adelheidisbrot, links von ihr ein Fischer aus Bergheim. „Jeden dritten Fisch hat die Fischerbruderschaft, die in etwa so alt ist wie das Stift, diesem gegeben“, weiß Dörr zu berichten. Nach der Festwoche wird die Krippe abgebaut, alles wandert ins Lager, außer dem sehr echt wirkenden Stiftsbogen von Engelbert Polus. Der kommt in die Adelheidiskapelle und ist dort das ganze Jahr über zu sehen.

Hinter dem Altar sind fünf Gewänder, sogenannte „Kasel“, ausgestellt. Eine Kasel ist ein ärmelloses liturgisches Gewand. „Wir haben noch viele weitere mehr in unserem Archiv“, erzählt Pfarrer Dörr, „doch die fünf hier sind nicht nur schön und wertvoll, sie sind auch alt.“

Seide, handbestickt - auf Qualität wurde damals Wert gelegt

Einige Stoffe wurden von Stiftsdamen getragen, wenn sie auf einen Ball zum Erzbischof nach Bonn gegangen sind. Reine Seide, handbestickt – man muss die Feinheiten einfach aus der Nähe betrachten und in die fein gestickten Gesichter schauen - dann wird die filigrane Arbeit erst richtig deutlich. „Schon damals hat man recycelt“, kommentiert Dörr die Wandlung vom profanen Ballkleid zum Priestergewand.

Bei der roten Kasel weist er extra darauf hin, dass nicht der Samt, sondern der „Stab“ in der Mitte, der vorne ein Kreuz bildet, das besonders Wertvolle ist. Dieser Stab stammt aus dem 15. Jahrhundert. Getragen werden diese Gewänder auch noch heute, allerdings nur zu bestimmten Anlässen. Einer ist am kommenden Samstag das Festamt zu Ehren Adelheids.

In der Taufkapelle gibt es eine Monstranz aus der Rokokozeit

Genauso fein sind auch die Monstranzen gearbeitet, die auf dem Altar stehen und die man ebenfalls ganz genau aus der Nähe anschauen muss, um die Details zu erkennen. Eine Monstranz schaut aus wie Sonnenstrahlen, die um ein Schlüsselloch herum leuchten. Nicht zu übersehen sind die Hände, die auf dem Altar stehen. Im Bereich des Handgelenks enthalten beide je eine Reliquie, die, wie Brief und Siegel darlegen, von Adelheid stammen sollen. Zum Schluss der Ausstellung sollte man noch in die Taufkapelle gehen. Denn dort ist noch eine Monstranz aus der Rokokozeit ausgestellt, deren Schönheit den kleinen zusätzlichen Weg wert ist. Wie sich überhaupt der Weg nach St. Peter allemal lohnt. Eine Führung ist empfehlenswert, damit man den „Baum im Wald“ auch sieht.

Am kommenden Sonntag, 7. Februar, haben Interessenten nochmals die Gelegenheit, ab 15 Uhr diese Ausstellung zu besuchen. Pfarrer Michael Dörr erklärt den Besuchern gerne, was es zu sehen gibt und worin die Besonderheiten eines jeden Exponates liegen.