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Radarfallen: Ärger über Blitzer vor Schulen

Radarfallen : Ärger über Blitzer vor Schulen

Warum muss vor Schulen in Tempo-30-Zonen während der Schulferien geblitzt werden? Das fragte sich der Geislarer Stefan Niewöhner vor einigen Tagen, als er an der Adelheidis Grundschule in Vilich vorbeifuhr und dort ein Auto mit Radar stehen sah. Das ihn im übrigen nicht blitzte, weil er vorschriftsmäßig fuhr.

Gegenfrage an Stefan Niewöhner: Fährt er gerne schneller oder hat er gar ein Herz für Raser? "Überhaupt nicht", sagt Niewöhner. "Tempo 30 vor Schulen während der Schulzeit, das finde ich absolut einleuchtend. Ich bin grundsätzlich für Blitzer." Zumal Niewöhner zwei Kinder hat, die auch auf die Adelheidis Grundschule gehen.

"Aber wenn während der Schulferien geblitzt wird, dann geht es doch nur darum, Geld zu verdienen", meint Niewöhner. Ein Verdacht, den der Geislarer nicht zuletzt deswegen hegt, weil er nicht nur beobachtete, dass vor der Adelheidis Grundschule geblitzt wurde, sondern auch in der Tempo-30-Zone vor dem Kardinal-Frings-Gymnasium. "Ich habe beide Male gedacht, dass das eine Unverschämtheit ist", sagt Niewöhner.

Seine These: In der Ferienzeit nimmt es der ein oder andere Autofahrer mit der Geschwindigkeitsbegrenzung vor Schulen vielleicht nicht ganz so ernst, also stellt sich die Stadt gezielt an diese Standorte und verdient schnell ein paar Euro. Sofern es die Stadt war, die an den genannten Orten geblitzt hat. Auf Nachfrage bestätigt das Presseamt, dass die Messwagen in beiden Fällen im Auftrag der Stadt unterwegs waren. Die Stadt setze bis zu vier Messwagen ein, die von privaten Dienstleistungsunternehmen angemietet sind.

Zur Begründung für die Messungen heißt es, dass es neben dem Gymnasium einen Spielplatz und in der Vilicher Stiftsstraße neben der Schule und dem Kindergarten das Heilpädagogische Heim, die Rheinische Schule für Körperbehinderte und das Seniorenhaus St. Adelheidisstift gebe. "Dies sind ebenso schutzwürdige Einrichtungen, in deren Umgebung die Stadt Geschwindigkeitskontrollen durchführen soll und die auch während der Ferien genutzt werden", sagt die Stadt.

Auf den Einwand, dass der Großteil der genannten Einrichtungen in dieser Zeit nicht genutzt wird, antwortet das Presseamt, dass Kindergarten und Seniorenheim in der Stiftsstraße derzeit genutzt würden. Den Vorwurf, dass die Messwagen nur vor den Schulen stehen, um abzukassieren, weist die Stadt zurück. "Die Messstellen werden ausschließlich nach dem Kriterium gewählt, dass dort schutzwürdige Einrichtungen in der Nähe sind."

Die Kontrollen würden dazu beitragen, das Geschwindigkeitsniveau in diesen Bereichen allgemein niedrig zu halten und Geschwindigkeitsüberschreitungen möglichst zu verhindern. Nach dieser Argumentation müsste auch während der Schulzeit an den genannten Standorten regelmäßig geblitzt werden.

Das ist auch so, sagt die Stadt und legt eine entsprechende Liste vor. Demnach wurde an jeweils vier bis fünf Tagen im Mai und Juni vor dem Kardinal-Frings-Gymnasium und vor der Adelheidis Grundschule gemessen.

Die Schilder während der Ferien abzuhängen, wie dies in anderen Kommunen teilweise getan wird, hält die Stadt für keine gute Lösung, da beide Straßen jeweils in Tempo-30-Zonen liegen. "In 30er Zonen selbst die Geschwindigkeitsbegrenzung an der jeweiligen Schule zu unterbrechen, erscheint deshalb nicht sinnvoll."