Von Buenos Aires nach Beuel Was die Bonner beim 16. Tangofestival erwartet

Beuel. · Das Tangofestival der Bonner Tanzschule „Tangobühne“ findet an diesem Wochenende in Pützchen statt. Die Veranstalter erklären, was die Besucher erwartet und wie der Tango von Argentinien nach Bonn kam.

Veranstalter Susanne Illini und Harald Rotter tanzen beim Tangofestival 2022.

Veranstalter Susanne Illini und Harald Rotter tanzen beim Tangofestival 2022.

Foto: Renate Wiemes

An diesem Wochenende (17. bis 20. Mai) drehen sich die Tangotänzer in Beuel bis tief in die Nacht über das Parkett. Die Bonner Tanzschule „Tangobühne“ veranstaltet das 16. Bonner Tangofestival. Von Freitag bis Sonntag finden im Kulturzentrum Pützchen Tangoabende mit Live-Musik statt. Für Veranstalterin Susanne Illini ist die Lichtershow am Freitagabend ein besonderes Highlight. Ein „Visual Jockey“ untermalt die Tanzmusik mit Lichteffekten. „Das erzeugt ein ganz besonderes Gefühl“, sagt die langjährige Tango-Tänzerin Illini. „Es ist, als würden die Lichter die Stimmung malen.“ Mit den Tangolehrern Lothar Burow und Harald Rotter organisiert Illini das Festival in Bonn. Burow freut sich besonders auf den Tangoabend, den das italienische Quintett „Tango Spleen“ begleitet.

Am Sonntagabend erinnere das Trio „Tangopianissimo“ an das „goldene Zeitalter des Tangos in Argentinien“. Die Veranstalter erklären in dem Ankündigungstext für das Festival, was damit gemeint ist. Sie schreiben, der argentinische Tango Argentino sei im 19. Jahrhundert in den ärmsten Vierteln Buenos Aires entstanden. Millionen von Europäern seien in der Zeit nach Argentinien ausgewandert. Viele der Männer hätten ihre Familien in Europa zurückgelassen. „Sie trafen sich am Hafen, in Bordellen, in Kneipen – sie sangen, sie trauerten, sie feierten und sie tanzten.“ Dabei hätten verschiedene Kulturen ihre Musik- und Tanzstile miteinander vermischt. So sei der Tango entstanden.

„Ich liebe den Tango, weil er ein Improvisationstanz ist“, sagt Burow. „Musik und Bewegung in der Improvisation zu vereinend, finde ich faszinierend.“ Neben den Tangoabenden gibt es tagsüber von Samstag bis Montag Tango-Workshops für fortgeschrittene Tänzer. Auch Anfänger konnten in die Welt des Tangos hineinschnuppern. Am vergangenen Wochenende veranstaltete die Tangobühne Workshops für Tango-Anfänger.

Filmvorführung „Tango Lessons“

Am Montag gibt es um 19:30 Uhr die Vorführung des Films „Tango Lessons“ in der Brotfabrik. Der Film ist 1997 herausgekommen. Damit falle seine Premiere mit dem Beginn der Bonner Tangoszene zusammen, sagt Illini. Die Bonner Tangoschule habe Illini mit Rotter aufgebaut. Als die Tangobühne 2007 ihr zehnjähriges Bestehen feierte, entstand das erste Bonner Tangofestival. In den vergangenen Jahren seien Bands aus der ganzen Welt nach Bonn gekommen, um auf dem Tangofestival aufzutreten. In diesem Jahr nehme der Bandeonspieler Pablo Greco aus Brasilien teil, so Burow. Der Musiker werde die Lichtershow am Freitagabend musikalisch untermalen. „Pablo Greco ist eine Berühmtheit auf dem Bandeon, dem Hauptinstrument des Tangos.“ An den Tangoabenden können bis zu 200 Besucher teilnehmen. Karten an der Abendkasse sind noch verfügbar.

Tangofestivals gebe es in allen großen deutschen Städten, so Illini und Burow. Die Besonderheit des Bonner Tangofestivals sei es, dass jeden Abend Livebands verschiedener Musikrichtungen auftreten würden. „Wir fangen am Freitag mit dem modernen Neo-Tango an und hören am Sonntag mit dem klassischen Tango auf“, sagt Illini. Das Bonner Tangofestival zieht Besucher aus der Region und auch internationale Gäste aus den Nachbarländern an.

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