1. Bonn
  2. Beuel

An der Schultheißstraße in Bonn: Ausbauarbeiten an der S13 - Brücke bald komplett dicht

Ausbauarbeiten an der S13 : Brücke an der Schultheißstraße bald komplett dicht

Wegen des S13-Ausbaus ist die Brücke an der Schultheißstraße für Autofahrer bereits gesperrt. Auch Fußgänger und Radfahrer werden ab Januar die Route nicht mehr nehmen können. Ob ein alternativer - nördlich gelegener - Weg noch rechtzeitig fertig, steht indes nicht fest.

Der Weg für Radfahrer und Fußgänger zwischen Vilich und Vilich-Mühldorf kommt. Aber kommt er rechtzeitig, bevor die Brücke an der Schultheißstraße für die Bauarbeiten der S13 komplett gesperrt wird? Auch um diese Frage ging es in der ersten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Beuel. In der Abstimmung wurde der Beschluss für eine alternative Verbindung der Ortsteile am Ende mehrheitlich angenommen.

Die Bahn baut in Beuel die Strecke der S-Bahn-Linie S13 aus, die von Beuel zum Flughafen Köln/Bonn fährt. Diese Verbindung wird an der Stelle, wo die Beueler Straße in die Schultheißstraße mündet, von einer Brücke überquert (siehe Grafik). Als Teil des Streckenausbaus soll auch die Brücke weichen und durch eine längere ersetzt werden. Die Sperrung soll laut Bahn bis zum Herbst 2023 dauern. Schon seit Oktober ist die Brücke für Autos gesperrt – für sie ist eine Umleitung auf die B56 eingerichtet. Für Radfahrer und Fußgänger ist die Brücke ab Januar nicht mehr passierbar.

Allerdings ist das Bauwerk eine wichtige Verbindung zwischen Vilich und Vilich-Mühldorf. „Sie wird tagtäglich von vielen hundert Menschen genutzt, unter anderem als Schulweg zu den umliegenden Schulen“, sagte seinerzeit Thomas Biedermann, der Vorsitzende des Bürgervereins Vilich-Müldorf. Bis Januar müsste es also eine Alternative zu der Brücke geben.

Vorschlag für Behelfsbrücke scheiterte

Zunächst war dafür eine Behelfsbrücke im Gespräch. Dieser Vorschlag der Stadt scheiterte aber unter anderem an den hohen Kosten (1,2 Millionen Euro) für die Brücke, die nach dem S13-Ausbau wieder abgerissen werden sollte. Schließlich verständigten sich Stadt, Anlieger und Bürgervereine auf einen Fuß- und Radweg, der nach Ende der Arbeiten erhalten bleibt.

Der drei Meter breite und beleuchtete Weg soll wie folgt verlaufen: In nicht ganz 200 Metern Entfernung von der Brücke in Richtung Vilich Müldorf liegt der Ostrand eines Wiesengrundstücks. Ungefähr dort beginnt der Weg, verläuft dann entlang des Rands der Wiese zunächst in Richtung Norden, knickt dann nach links (Westen) ab und schließt an die DB-Unterführung Am Burgpark in Vilich an.

Der neue Weg grenzt an ein Landschaftsschutz-Gebiet. Deswegen müssen bei den Arbeiten verschiedene Auflagen berücksichtigt werden: Sie müssen etwa außerhalb der Hauptbrutzeit von Vögeln stattfinden, zudem müssen Nistkästen für Fledermäuse aufgestellt werden.

„Wir finden die Lösung nicht ganz optimal“

Gerhard Baumgärtel von den Grünen sagte in der Sitzung der BV über die Pläne: „Wir stimmen grundsätzlich zu, finden die Lösung aber nicht ganz optimal“. Sie habe nämlich einige Mängel – etwa beim Naturschutz –, aber das Interesse der Bürger sei hier höher zu bewerten, sagte Baumgärtel. Die Grün-rot-rote Koalition brachte noch einen Änderungsantrag ein, der unter anderem die Forderungen enthält, dass die Stadt dafür sorgt, den Weg rechtzeitig fertigzustellen.

 Hans Herschel vom Tiefbauamt machte der Politik wenig Hoffnung auf eine Fertigstellung bis Januar. Bis die Arbeiten losgehen könnten, würde es wohl etwas dauern. „Dann braucht die Firma sechs bis acht Wochen für die Umsetzung“, sagte er in der BV. Bei einem Baubeginn Anfang Dezember wäre der Weg also frühestens Mitte Januar fertig. Die Kosten für den neuen Weg werden sich laut Stadt auf 550.000 Euro belaufen.