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Viele Überfälle und Sachbeschädigungen: Anzahl der Straftaten in Beuel ist insgesamt gesunken

Viele Überfälle und Sachbeschädigungen : Anzahl der Straftaten in Beuel ist insgesamt gesunken

2019 gab es in Beuel zwar mehr Sachbeschädigungen und Überfälle. Insgesamt sind die Straftaten aber zurückgegangen, wie die neue Kriminalitätsstatistik zeigt.

Es war eine Vandalismus-Serie, die am Abend des 4. November begann und bis tief in die Nacht hinein andauerte. Ein Randalierer hatte insgesamt 42 Scheiben von diversen Autos und Schaufenstern in Bonn und Beuel eingeschlagen. Anrufe kamen unter anderem aus der Combahn- und der Kreuzstraße, aus Vilich, Schwarzrheindorf und Geislar. Verantwortlich dafür soll ein junger Mann aus Troisdorf sein.

Die Tatserie ist ein Grund dafür, dass die Zahl der Sachbeschädigungen in Beuel im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt ist. Wie aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik für den Stadtbezirk hervorgeht, verzeichnete die Polizei 2019 insgesamt 515 Fälle, 2018 waren es 377 gewesen. Insbesondere auf Autos hatten es die Täter abgesehen. So zählten die Beamten mit 277 Sachbeschädigungen an Fahrzeugen 97 mehr als noch 2018.

„Der Anstieg bei den Sachbeschädigungsdelikten hat unmittelbare Auswirkung auf den Anstieg der Straßenkriminalität“, erläutert Holger Klein, stellvertretender Leiter der Kriminal­inspektion 3. Hier verzeichnete die Polizei ein Plus von 105 Fällen (2019: 1152, 2018: 1047), was einem Anstieg von zehn Prozent entspricht.

Leichter Anstieg bei der Gewaltkriminalität

Auch die Gewaltkriminalität hat zugenommen, wenn auch dort lediglich ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Gab es 2018 noch 120 Fälle, verzeichnete die Polizei in diesem Bereich im vergangenen Jahr 128 Straftaten. Unter anderem haben – nach einem Rückgang von 2017 auf 2018 – „die Raubdelikte wieder zugenommen“, so Klein. 27 Überfälle wurden 2018 angezeigt, 2019 waren es mit 35 Fällen acht mehr. „Dies ist auf ein Plus im Deliktsbereich Raub auf Straßen, Wegen und Plätzen zurückzuführen“, stellt der stellvertretende Leiter der Kriminalinspektion 3 fest. So stieg die Zahl der Delikte von 13 auf 22 an. Erfreulich aber sei in diesem Zusammenhang die Aufklärungsquote: Sie konnte deutlich gesteigert werden – von 23,1 auf 59,1 Prozent.

Genau umgekehrt sieht es bei den Einbrüchen aus. 119 Mal sind Täter im vergangenen Jahr in Wohnungen oder Häuser eingestiegen – ein deutlicher Rückgang um 46,6 Prozent. Denn 2018 verzeichnete die Polizei noch 223 Fälle. Der Wermutstropfen: Damals lag die Aufklärungsquote mit 17 Prozent ein wenig höher als 2019 (4,2 Prozent), weil Tatserien aufgeklärt werden konnten.

Weniger Diebstähle als in 2018

In Sachen Diebstahl ist durchweg Positives zu vermelden. So gab es mit 545 einfachen Diebstählen 130 weniger als 2018. Auch was die schweren Delikte angeht, sieht es gut aus. In diesem Bereich sanken die Fallzahlen um 148 von 863 auf 715. Das liegt laut Klein nicht nur an der deutlich geringerer Zahl von Einbrüchen. Zusätzlich waren weniger Fahrraddiebe unterwegs – statt 399 Fällen in 2018 zählte die Polizei im vergangenen Jahr 355. Außerdem gab es mit 95 Ladendiebstählen insgesamt 39 oder 29,1 Prozent weniger als noch im vorletzten Jahr.

Die Beamten haben weitere gute Nachrichten für die Beueler in petto. So ist die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen zurückgegangen: von 86 auf 80. Auch die Chance, Opfer eines Taschendiebes zu werden, hat sich verringert. Verzeichnete die Polizei in diesem Bereich 2018 noch 64 Straftaten, waren es im vergangenen Jahr mit 52 zwölf weniger. Und auch die Bilanz in Sachen Drogenmissbrauch fällt positiv aus. Wenn es auch bei insgesamt 241 Delikten mit einem Minus von neun Fällen nur einen leichten Rückgang gab.

Insgesamt sieht es in Beuel auf jeden Fall gut aus, der Stadtbezirk ist im vergangenen Jahr wieder ein Stück sicherer geworden. „Die Gesamtkriminalität ist im Bereich Bonn-Beuel seit 2015 kontinuierlich rückläufig“, erläutert Klein. Damals verzeichneten die Beamten 4567 Straftaten, im vergangenen Jahr waren es dann noch 3389. Und damit 269 oder 7,4 Prozent weniger als 2018. Was die Aufklärungsquote angeht, ist die Zahl nahezu gleich geblieben. Konnten die Beamten 2018 insgesamt 49,8 Prozent aller Fälle lösen, waren es 2019 47,9 Prozent (1624 Fälle).