1. Bonn
  2. Beuel

Neue Info-Tafeln: Auf dem Naturerlebnispfad im Ennert gibt es jetzt QR-Codes

Neue Info-Tafeln : Auf dem Naturerlebnispfad im Ennert gibt es jetzt QR-Codes

Die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft erneuert die Informationstafeln des Naturerlebnispfades Ennert. Wanderer können Texte jetzt sogar über das Handy hören – wenn es Empfang im Wald gibt.

Die Informationstafeln des Naturerlebnispfades Ennert sind nach sieben Jahren runderneuert worden. „Im Lauf der Zeit wurden die Infotafeln durch Sonne und Regen, aber auch durch Vandalismus so in Mitleidenschaft gezogen, dass der Pfad zunehmend unvollständig und weniger ansprechend wurde“, erklärt Diplombiologe Peter Schmidt von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft. Mit einem Neudruck und Austausch der Tafeln sieht jetzt alles aus wie neu und lädt gerade zu Beginn der Sommerferien in Coronazeiten Kinder und Erwachsene zu einem intensiveren Kennenlernen des Waldes ein.

„Das gemeinnützige Projekt dient der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung im Themenfeld Umwelt und Natur und leistet neben der Verbesserung des Naherholungsangebots einen Beitrag zur Besucherlenkung“, so Schmidt. Der Naturerlebnispfad soll die im Ennert vorhandenen Lebensräume vorstellen, intellektuelles und emotionales Interesse wecken und für Verständnis werben, welche Bemühungen zum Schutz von Natur und Arten erforderlich sind.

Einführungstafeln am Dornheckensee-Parkplatz in Ramersdorf, am Ennert-Parkplatz in Niederholtorf, sowie am Zugang Nücker Felsenweg bei der Rabenlay in Oberkassel bieten einen Einstieg und einen Überblick über die Route. Die Gesamtroute in Form eines Rundwegs hat eine Länge von neun Kilometern und kann in etwa vier Stunden erwandert werden. Wanderer können dabei etappenweise vorgehen und durch zwei gekennzeichnete Alternativen die Länge der Route variieren beziehungsweise immer auf einem behindertengerechten Pfad bleiben.

Dabei vermitteln die 13 Thementafeln Informationen zum Thema Natur, Pflanzen und Tiere. „Alles ist auch mit dem Forstamt abgestimmt“, erklärt Agrarwissenschaftlerin Wiebke Börner von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft, die bei der Neubeschilderung mitwirkt.

Den Besuchern des Bonner Teils des Naturschutzgebiets Siebengebirge wird damit erstmalig die Bedeutung dieser Landschaft für die Pflanzen- und Tierwelt in einem zusammenhängenden Rahmen präsentiert. Der Naturerlebnispfad Ennert ist das Ergebnis eines vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderten Projekts der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft in Kooperation mit dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. Der Pfad existiert zudem als virtuelle, interaktive Version mit weiteren Informationen, Animationen, Bildern sowie gesprochenen Texten. „Im Wald kann man sich mittels QR-Codes die Tafeln vorlesen lassen“, erklärt Schmidt. Er verweist jedoch darauf, dass nicht überall im Ennertwald eine gute Verbindung für Handys sichergestellt sei.

In den nächsten Tagen, kündigt Schmidt an, werde man noch die Wegekennzeichnung an den Bäumen erneuern. Bei der Beschilderung wurde Wert auf eine allgemein verständliche, einfache Sprache und reiche Bebilderung gelegt. Denn der Naturerlebnispfad soll verschiedene Sinne, Alters- und Interessensgruppen ansprechen. Der Inhalt der Bilder hat einen regionalen Bezug und zeigt die Landschaft sowie die hier vorkommenden Lebensräume und verschiedene Pflanzen- und Tierarten.

Die meisten Tafeln sprechen ferner speziell Kinder oder Rätselfreunde an. So enthält ein brauner Kasten mit einem bunten Waldwichtel Knobelaufgaben ebenso wie Tipps und regt zum Nachdenken an. Die Tafeln wurden in möglichst niedriger Höhe angebracht, um Menschen mit geringer Körpergröße, vor allem Kindern, das Betrachten zu erleichtern. „Als Nächstes steht die Erneuerung der Beschilderung unseres Projektes ‚Wilde Ecken‘ an“, so Schmidt. Die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft hat im Stadtgebiet Bonn kleine Grün- und Brachflächen, dörfliche Elemente, begrünte Mauern und Säume gesucht, erfasst und bewertet.