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Künstlerin Andrea Fröhlich: Ausstellung "Männer ..." - Gefühlsausbrüche auf der Leinwand

Künstlerin Andrea Fröhlich : Ausstellung "Männer ..." - Gefühlsausbrüche auf der Leinwand

Jeden Spieltag führt es die Fußball-WM packend vor Augen: Das Geschehen auf dem Platz ist 90 Minuten lang pure Emotion. Weder auf dem Rasen noch im Publikum sind während dieser Zeit ausdruckslose Gesichter zu finden - Mimik allerorten, oft in Großaufnahme.

Die Ausstellung "Männer..." der Bonner Künstlerin Andrea Fröhlich, die gestern in der Beueler Brotfabrik eröffnet wurde - oder muss man sagen: angepfiffen? - zeigt diese Gefühlsausbrüche der Fußballwelt in beeindruckender Deutlichkeit.

Ein Gewinnertyp in Siegerpose. Zwei Spieler, die Arm in Arm vorpreschen - bestimmt werden sie gleich auf einen Haufen jubelnder Kameraden springen. Ein "Schreier" am Boden, den Mund weit geöffnet. Hat er Schmerzen oder markiert er nur?

Andrea Fröhlichs großformatige Acrylbilder entsprechen Szenen, die sie im Jahr der WM 2006 mit ihrer Kamera vom Fernsehbildschirm abfotografiert hat. Wer sie betrachtet, meint, Sportlerschweiß zu riechen und Fangesänge zu hören. Oder, wie es Kurator Stefan A. Schulz ausdrückt: "Hier wird Testosteron über die Wände gerotzt."

Dabei ist Fröhlich alles andere als ein Fußballfan. Ihre "Männer ..."-Reihe betrachtet sie als Gegenpol zu ihren früheren Arbeiten über sitzende Frauen - "Figuren in Posen": "Mich reizt an den Fußballern, dass ihre Bewegungen nicht gesteuert sind, sondern vollkommen der Emotionalität entspringen.

Wenn ich zu einem Mann sagen würde: ?Stell dich mal in Siegerpose? - das würde nie funktionieren." Vernissage-Besucher Peter Schwerbrock kann sich als Mann in den kraftvollen Bildern der Künstlerin wiedererkennen: "Wir neigen ja manchmal mehr dazu, unsere Emotionen rauszulassen ohne darauf zu achten, wer uns da gerade so zuguckt." Noch bis zum 15. August sind die dynamischen Momentaufnahmen in der Brotfabrik zu sehen.