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Baubeginn für Bürogebäude in Beuel steht kurz bevor: Bäume an der Röhfeldstraße fallen bald

Baubeginn für Bürogebäude in Beuel steht kurz bevor : Bäume an der Röhfeldstraße fallen bald

Die Bauarbeiten für ein neues Büro-Quartier auf dem früheren Kaufhof-Gelände in Beuel stehen kurz vor dem Start. Bauherrin ist die Renum-Projektgruppe.

Nächste Woche soll die städtische Baugenehmigung vorliegen, dann erfolgt die Ausschreibung und anschließend starten die Arbeiten auf dem großen Eckgrundstück in Beuel-Ost. Die Renum-Projektgruppe aus Bonn hat das Areal, das im Beueler Volksmund auch als ehemaliges Kaufhof-Gelände kursiert, als hochmodernes Büro-Quartier entwickelt. Das große Bauschild an der Kreuzung Pützchens Chaussee/Röhfeldstraße verrät seit wenigen Tagen, wie der Gebäudekomplex künftig aussehen wird.

In den nächsten Tagen werden auch die elf Straßenbäume entlang der Röhfeldstraße gefällt. Sie wurden für die Bundesgartenschau in Bonn, die 1979 stattfand, gepflanzt. „Die Fällgenehmigung seitens der Stadt Bonn liegt jetzt vor. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden wir parallel zur Fahrbahn neue Bäume pflanzen und die Flächen renaturieren“, erklärte Hans-Bernd Hensel, Geschäftsführer der Renum-Gruppe, im Gespräch mit dem GA.

In Anlehnung an die Industriegeschichte Beuels werden die Gebäudefassaden in traditionellem Torfbrand-Klinker gestaltet. „Dieser Charakter wird durch eloxierte Fensterprofile in Bronze unterstrichen und zeitgemäß interpretiert“, so Hensel, der mit den Rohbauarbeiten gerne im Mai beginnen würde.

Viergeschossige Gebäudekomplexe entstehen

An den jeweiligen Flanken der Röhfeldstraße und der Pützchens Chaussee werden viergeschossige Gebäudekomplexe entstehen. Nach Abschluss der Bauarbeiten stehen 6600 Quadratmeter Bürofläche und eine große Tiefgarage zur Verfügung. „Wir sind aber auch offen für Geschäftsnutzungen im Erdgeschoss. Ein Bäckereigeschäft hat sich bereits eingemietet. Unserer Auffassung nach würde in dieses Viertel noch gut eine Apotheke passen“, sagt Hensel.

Ein geothermisches Energiekonzept wird für eine effiziente, umweltfreundliche Beheizung und Kühlung der Räume sorgen. „Um das zu garantieren, reichen reversible Sole-Wasser-Pumpen bis zu 100 Meter tief ins Erdreich“, betont Hensel. Der Strombedarf der technischen Anlagen mit Lüftungszentrale, Wärmepumpen und Aufzügen wird durch eine Fotovoltaik-Anlage gedeckt. Eine extensive Dachbegrünung ist ebenfalls geplant. „Die nachhaltige Energieeffizienz wurde bereits vorab von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit Gold zertifiziert“, so Hensel weiter.

Vertrag mit Fitness-Studio läuft noch zwölf Jahre

Bereits vor 20 Jahren hat die Renum-Gruppe das erste Teilstück des 20 000 Quadratmeter großen Geländes erworben und die dortigen Liegenschaften vermietet. Vor fünf Jahren kaufte der Investor die restlichen Teilflächen. Bis vor Kurzem war dort ein Möbellager untergebracht, das mittlerweile ausgezogen ist. Der Gebäudeteil wurde vor wenigen Tagen abgerissen. Auf dem Gelände ist nach wie vor ein Fitness-Studio untergebracht, das noch einen Mietvertrag von maximal zwölf Jahren hat.

Im Jahr 2018 hat der Investor einen ersten Bebauungsversuch gestartet. Damals entwickelte er eine Planung für Wohnbebauung. „Nachdem wir zuerst wegen des Wohnraumbedarfs in Bonn viele positive Signale zu unserem Bauvorhaben erfahren haben, erhielten wir letztlich dennoch eine Absage von der Stadt Bonn. Wir hätten dort 100 Wohnungen errichtet“, sagt Hensel. Angeblich wäre der Wohnungsbau am Rande eines Gewerbegebiets nicht zulässig.

Übergabe der Büros ist für Sommer/Herbst 2022 geplant

Man hätte gerne in 2020 mit dem Ausheben der Baugrube und mit den Bohrungen für die Erdsonden begonnen. Aber durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie habe es Verzögerungen gegeben, so Hensel. Für Sommer/Herbst 2022 ist die Übergabe der Büros an die Mieter eingeplant. Ein Großteil der Flächen entlang der Röhfeldstraße ist bereits an ein großes Statikbüro vermietet. In Phase zwei und drei sollen in den nächsten Jahren die restlichen Flächen bebaut werden. Final wird dann ein parkähnlicher Quartiersplatz im Zentrum der Bebauung entstehen. „Durch unser Bauvorhaben erhält das Gewerbegebiet Beuel-Ost an seiner nordöstlichen Flanke ein neues Einfallstor“, kündigte Hensel eine optisch attraktive Bebauung an, die das Architektenbüro Oezen-Reimer und Partner aus Bonn entworfen hat.