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Turn- und Sportvereinigung Bonn: Bekommen die Beueler Handballer eine neue Turnhalle?

Turn- und Sportvereinigung Bonn : Bekommen die Beueler Handballer eine neue Turnhalle?

Die Handballer der Turn- und Sportvereinigung Bonn rechtsrheinisch brauchen einen neue Sporthalle. Eine Studie soll herausfinden, ob sich das Franz-Elbern-Stadion oder ein Tennenplatz an der IGS Beuel als Standort eignen.

Nach Jahren der Diskussionen werden die Pläne für eine neue Dreifachhalle für die Handballer der Turn- und Sportvereinigung Bonn rechtsrheinisch 1897/1907 (TSV) in Beuel konkreter. Dies geht aus einer Beschlussvorlage der Verwaltung hervor, die eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Dreifachhalle für den Handballsport in Beuel vorsieht. Federführend bei diesem Vorhaben ist das Sport- und Bäderamt. In der Bezirksvertretung Beuel wird es eine Anhörung geben, der Sportausschuss wird eine Empfehlung abgeben und der Betriebsausschuss des Städtischen Gebäudemanagements wird letztendlich eine finale Entscheidung treffen, ob die rund 30.000 Euro teure Studie durchgeführt wird.

Zwei Örtlichkeiten kommen in Beuel infrage

Die Verwaltung schlägt für die Halle zwei Standorte vor: Das Franz-Elbern-Stadion oder den Tennenplatz an der IGS Beuel. Nötig wird die neue Halle, weil die Situation für den Handballsport in Beuel nicht zufriedenstellend sei, erklärt die Verwaltung. Der TSV gehört zu den erfolgreichsten Handballvereinen in der Region, sowohl die Damen- als auch die Herrenmannschaft spielen in der Regionalliga. Weil aber das Spielfeld in der Heimstätte des TSV nicht den offiziellen Handballregeln des Deutschen Handballbundes entsprechen, kann  nur mit einer Sondergenehmigung des Deutschen Handballbundes gespielt werden. Außerdem können deshalb nicht alle Ligen dort spielen.

Wie die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage mitteilt, spielt die erste Damenmannschaft deshalb nach ihrem Aufstieg in die dritte Liga bereits in anderen Hallen. „Es besteht somit ein Kapazitäts- aber auch ein Qualitätsproblem im Hinblick auf die Sporthallenversorgung im Stadtbezirk Beuel“, so das Sport und Bäderamt. Von Interesse bei einem Hallen-Neubau ist auch die Kapazität für die Zuschauer. Derzeit können an der Ringstraße 120 Zuschauer den Spielen folgen, in einer neuen Halle sollen es bis zu 500 Fans sein.

Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) ist über die Beschlussvorlage „sehr happy“, wie er sagte. Es hätte zu diesem Thema viele Gespräche gegeben, auch der Oberbürgermeister sei involviert gewesen – nun würde man ein gutes Stück vorankommen. Auch Achim Büsch, Vorsitzender des TSV, freut sich, dass es bei dem Projekt nun vorwärts geht. „Wir sind seit gefühlten vier Jahren in Gesprächen mit der Politik und der Verwaltung“, so Büsch.

Die Pläne sehen vor, das Stadion, das nur unzureichend frequentiert werde, „zu einem multifunktional nutzbaren Sportpark Beuel“ zu entwickeln. Die Machbarkeitsstudie soll dabei folgende Anforderungen berücksichtigen: Die Erhaltung des Baumbestandes im Stadionoval, ebenfalls soll der Stadioncharakter erhalten bleiben. Ein zweites Fußballfeld soll auf dem Rasenplatzgelände entstehen, außerdem soll geprüft werden, ob die Dachfläche der Halle für ein Kleinspielfeld genutzt werden kann. Der Großteil der bisherigen Flächen für die Leichtathletik sollen auch weiterhin erhalten bleiben, ebenfalls soll das Stadion für die traditionellen Veranstaltungen, wie zum Beispiel den Martinszug, weiterhin zur Verfügung stehen.

Der Bebauungsplan müsste geändert werden, weil an dieser Stelle die Zulässigkeit von Hochbauten in der Sportanlage auf den Bereich der Erwin-Kranz-Halle beschränkt ist. Die Verwaltung erklärt, dass es zum Franz-Elbern-Stadion bereits einen „gemeinsamen Ideenaustausch“ mit den Vereinen TSV Bonn, SV Beuel 06 und der JSG Beuel gegeben habe.

Knifflig könnte am Stadion allerdings die Parkplatzsituation sein, denn so hat die Verwaltung errechnet, würde es bei einem Bau einer Dreifachhalle an diesem Standort einen Mehrbedarf von 40 Parkplätzen geben. Diese müssten auf dem Areal oder der Umgebung bereitgestellt werden. „Das macht mir etwas Sorgen“, sagt Bezirksbürgermeister Déus.  Das sei am zweiten möglichen Standort, einem Tennenplatz an der IGS Beuel, deutlich einfacher, so Déus. Dort seien genügend Parkplätze vorhanden, außerdem würde es vor Ort auch Baurecht geben, sodass eine Genehmigung deutlich schneller erteilt werden könnte. „Das muss aber die Machbarkeitsstudie nun alles genau feststellen, dafür soll es sie ja geben“, so Déus.

Allerdings hat sich der TSV Bonn gegen den Tennenplatz ausgesprochen. Der Vereinsvorsitzende Büsch begründet dies vor allem damit, dass die HSG Geislar-Oberkassel ihre Heimspiele in der Sporthalle der IGS Beuel austrägt und die Nähe der beiden Beueler Vereine sich zu einer Verdrängung und vielleicht auch Schwächung der Handballszene führen könnte. „Außerdem sind wir ein Verein aus Beuel-Mitte und möchten daher auch eine Halle in Beuel-Mitte haben“, so Büsch. Er hofft nun, dass die Machbarkeitsstudie bald auf den Weg gebracht wird und sich dann für eine Variante entschieden werden kann. Aber Büsch bleibt auch realistisch: „Ein Baubeginn im kommenden Jahr wird sicherlich nicht möglich sein.“