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Haus in Schwarzrheindorf: Besondere Funde auf dem Dachboden

Haus in Schwarzrheindorf : Besondere Funde auf dem Dachboden

Zur Geschichte des Hauses Rheindorfer Straße 158: Judith Simon hehört das Gebäude, die möchte das Geheimnis des Hauses lüften.

Ein Schild mit dem Hinweis auf einen Weihnachtsbaumverkauf, eine eiserne Taube, ein Hufeisen und ein Rätsel. "Vor fünf Jahren haben wir unser Mini-Haus an der Rheindorfer Straße saniert, um- und angebaut. Bevor wir alt und neu bautechnisch miteinander verbanden, habe ich auf dem winzigen Dachboden noch drei einsame Stücke gefunden", berichtet Judith Simon. Ihr gehört das kleine Fachwerkhaus, das etwas zurückgesetzt der Straße liegt und viele Jahre verfallen dort stand.

2010 wurde das Puppenhäuschen, das gerade einmal eine Grundrissfläche von 20 Quadratmetern hatte, unter Einhaltung strenger amtlicher Auflagen, auf eine Fläche von insgesamt 70 Quadratmetern ausgebaut. "Die Balkenschätzung ergab, dass das Haus rund 350 Jahre alt ist. Es wurden Eiche und solche Hölzer verwendet, die heute gar nicht mehr existieren, die ausgestorben sind", berichtet die Rheindorferin.

"Das Schild ist immer wieder aufgetaucht, weil ich es auch zwischenzeitlich als Deko verwende, gerade in der Weihnachtszeit, und da ich ein ziemlicher Fan alter Häuser und deren Geheimnisse bin, wollte ich mehr über die Gegenstände und das Haus selbst wissen. Denn das kleine Gebäude ist ein echter ?bunter Hund? im Ort, jeder kennt es", sagt Simon. So begann sie mit der Recherche in der Nachbarschaft und erfuhr allerlei Geschichten und Gerüchte. "Viele der älteren Rheindorfer erinnerten sich und ständig hörte ich, "ja, da war ich schon mal drin" oder "ja, da waren wir tanzen".

Außerdem soll es in der 1950er Jahren einmal kurz und ganz inoffiziell ein Friseursalon für nette Nachbarn gewesen sein", erzählt Simon. Sie recherchierte auch im Internet und beim sozialen Netzwerk Facebook. "Es tauchten Gerüchte auf, wonach es hier offenbar ganz früher einen Straßenstrich gegeben haben soll", so Simon, die immer wieder neue Mosaiksteine entdeckte, aber die ganze Geschichte ließ sich bisher nicht rekonstruieren. "Es ist schon klasse, alle kennen das Haus und trotzdem weiß offenbar niemand so richtig, was es mal gewesen ist. Denn zum Wohnen war es eigentlich zu klein und es stand über so viele Jahre verfallen da, die Fassade war ganz marode", sagt die Besitzerin. Außerdem habe es vor fünf Jahren noch nicht einmal die heutige Adresse, also die Hausnummer 158, gegeben.

Mit der Suche nach dem Ursprung hat sie offensichtlich auch einige Nachbarn angesteckt. Einer schenkte ihr einen Nagel, der für den Fachwerkbau benutzt wurde, und den er im Schutt gefunden habe. Doch bei der Recherche zu den drei Gegenständen vom Dachboden haben sich noch keine schlüssigen Erkenntnisse ergeben. Das Schild besteht aus einer Art Holzfaserplatte mit der Aufschrift "Weihnachtsbaume bei Reuter Werdstrasse". Die Werdstraße liegt im Norden quer zur Rheindorfer Straße, also nebenan. Zudem hat offenbar ein Kind an die Seite ein kleines Pferd gemalt. Die Taube ist eine Skulptur, die aus Metall besteht, und das Hufeisen ist quasi "handelsüblich". "Ich würde sehr gerne mehr über diese Dinge erfahren, denn sie könnten ja auch ein Schlüssel zur wahren Geschichte des Hauses und seiner früheren Bewohner sein", sagt Simon.