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Beuel: 47-Jährige wird Tierpsychologin in Afrika

Spazierengehen mit Geparden : Beuelerin wird Tierpsychologin in Afrika

Vor vier Jahren hat die Beuelerin Imke Arracher ihren Job an den Nagel gehängt und sich entschlossen, ihren Traum zu verwirklichen. Mittlerweile ist sie Tierpsychologin und erforscht das Tierverhalten in Afrika. Was sie als Volontärin auf einer Tierfarm in Namibia erlebt.

Ihre Leidenschaft für Tiere hat bei Imke Arracher (47) vor nahezu vier Jahren bewirkt, dass sie ihren sicheren Job im Bereich der Personalleitung eines Bonner Unternehmens aufgab und sich ganz und gar einem neuen Tätigkeitsfeld zuwandte. „Die Arbeit war ja heute nicht mehr so, wie man sie von früher her kannte“, sagt sie. Es ginge ja nur noch um „Profit und Ellenbogen“. Grund genug für Arracher, ihr sinngebendes Engagement für Tiere zum Beruf werden zu lassen.

Während eines Fernstudiums zur Tierpsychologin verwirklichte sie ihren Traum von einem einmonatigen Volontariat in Afrika. Ausschlaggebend dafür war die Dokumentarserie „Das Waisenhaus für wilde Tiere“ im WDR-Fernsehen. „Erwartungsvoll sah ich den neuen Folgen entgegen, die von großartigen Abenteuern einzelner Volontäre der namibischen Tierschutzstation ‚Harnas“ berichteten“, schreibt die Beuelerin in einem Erlebnisbericht, den sie auf ihrer Webseite veröffentlicht hat. Inspiriert von den eigenen Erfahrungen kündigt Arracher nun für Sonntag ein dreistündiges Webinar per Zoom-Konferenz an, mit dem sie ihren „bisher außergewöhnlichsten Lebensabschnitt“ Interessierten vermitteln möchte.

„Mit Geparden spazieren gehen. Um halb vier morgens von Löwengebrüll geweckt werden und nachmittags eine zwei Hände große Vogelspinne in den Händen halten. Ein Rudel Erdmännchen füttern oder Spielstunden mit Pavian-Teenies und anderen Primatenarten genießen. Eine Elenantilope im Eingang einer spartanischen Holzhütte zu Besuch bekommen und mangels weiterer Ausgänge nicht flüchten können“, sind Arrachers einleitende Worte zu ihren Erlebnissen.

Begeistert und kritisch stellt die inzwischen zur Tierpsychologin ausgebildete Arracher darin ihren Aufenthalt auf der namibischen Tierschutzfarm vor. Sie möchte damit insbesondere den Menschen eine Gelegenheit bieten, die eine Ausbildung in einem tiernahen Beruf anstreben oder auch bereits darin tätig sind, sich mit tierischem Verhalten und der Körpersprache von oft nur aus dem Fernsehen heraus bekannter Spezies auseinanderzusetzen. Auch wenn Tierfreunde einen Moment lang ihrem Corona-Alltag entrinnen möchten und dabei in das Leben eines Landes mit „tierisch unbegrenzten Möglichkeiten“ eintauchen wollen, empfiehlt Arracher ihren reich mit Bildern und Videos gespickten Vortrag.

Diejenigen, die sich ebenfalls vorstellen könnten, auf einer Farm wie Harnas zu volontieren, warnt Arracher allerdings davor, dass ein Aufenthalt dort – neben einem Leben am Existenzminimum – auch die Konfrontation mit dem Tierschutz in Afrika bedeutet, der oftmals nicht existiert oder unter ganz anderen Rahmenbedingungen praktiziert wird. Bei Interesse wird sie gerne ein weiteres Webinar anbieten, das sich konkret mit den Voraussetzungen und dem Alltag eines Volontariats in Afrika beschäftigt.

Für Arracher ist das Studium der Verhaltensweisen von Wildtieren für die Behandlung unserer Haustiere von großer Bedeutung. „Um Hunde und Katzen zu verstehen, muss ich an den Ursprung gehen“, sagt sie. In Afrika konnte sie das Verhalten von Katzen unter anderem bei Geparden studieren. In der Wolfsforschung findet sie in unseren Breitengraden den „Schlüssel“ zum Verhalten von Hunden. Da sie meist erst bei auffälligem Aggressions- oder Angstverhalten von Katzen und Hunden konsultiert wird, rät Arracher dazu, Haustiere vor allem präventiv vor solchen Verhaltensweisen zu schützen, die oftmals bei der Zusammenführung von Tieren vorhersehbar seien.

„Als Volontärin nach Afrika“, dreistündiger Erfahrungsbericht von Imke Arracher in Bildern und Videos. Sonntag, 31. Januar, 14 Uhr. Alle weiteren Informationen zur Anmeldung unter www.animals-in-harmony.de/veranstaltungen