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Beuel: Heimatmuseum und Bürgermeister-Stroof-Haus bereiten Neuanfang vor

Heimatmuseum und Bürgermeister-Stroof-Haus : Beueler Museen planen Neuanfang

Der Heimat- und Geschichtsverein Beuel will mit einer „Corona-Ausstellung“ im Mai einen ersten vorsichtigen Schritt in Richtung Öffnung wagen. Im Bürgermeister-Stroof-Haus wurde dagegen der Lockdown für einige Arbeiten im Gebäude genutzt.

Pest, Cholera oder Typhus. Lange vor der Corona-Pandemie breiteten sich immer wieder Seuchen im Rheinland aus. Mangelnde Hygiene sowie eine fehlende Kanalisation förderten dabei die rasche Ausbreitung von hochansteckenden Infektionen. Allein die Pest löschte im Mittelalter rund die Hälfte der Bonner Stadtbevölkerung aus. „Die Spanische Grippe forderte ebenfalls viele Opfer und brachte großes Leid“, weiß Rainer Krippendorff vom Heimat- und Geschichtsverein Beuel.

Nach monatelangen Corona-Einschränkungen haben jetzt viele wahrscheinlich einen ganz anderen Blick auf solche Pestilenzen. Deshalb will der Verein mit einer „Corona-Ausstellung“ im Heimatmuseum schon im Mai einen ersten vorsichtigen Schritt in Richtung Öffnung wagen. „Und wir wollen mit dieser Präsentation nicht nur auf die Pandemien der vergangenen Jahrhunderte hinweisen, sondern wir wollen verschiedene Aspekte von Epidemien beleuchten“, erklärt er.

Ostereiersuchen rund um das Museum fällt aus

Gerade hat Krippendorff gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern entschieden, wie es im Beueler Heimatmuseum weitergehen wird, wenn der Besuch wieder unter Auflagen möglich ist. Denn hier herrschen andere Bedingungen. Während die großen Häuser entlang der Bonner Museumsmeile über große Ausstellungsflächen verfügen, muss das Beueler Heimatmuseum mit deutlich weniger Platz auskommen. „Allein dadurch werden uns enge Grenzen gesetzt“, so der stellvertretende Vorsitzende. Abstandsregel sind im Fachwerk sowie in der Scheune nur schwer einzuhalten. „Und ein aufwendiges Anmelde- und Bestätigungsverfahren können wir nicht bieten“, ergänzt er. Zudem seien fast alle ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in einem Alter, in dem sie selbst zur Risikogruppe gehören. „Deshalb haben wir entschieden, dass wir bis Ostern nicht öffnen und dann neu entscheiden“, so Krippendorff. So muss das beliebte Ostereiersuchen rund um das Museum in diesem Jahr auf jeden Fall ausfallen.

Gleichwohl hat sein Team viele Pläne. So hofft der Vorstand, dass ab Mai wieder zu den normalen Zeiten (mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr) geöffnet werden kann. Ergänzend zur Corona-Ausstellung zum Neustart werden bereits weitere Präsentationen vorbereitet. „Wir haben einiges vor“, verspricht Krippendorff. Neben verschiedenen Vorträgen werde es eventuell im Juni erneut zusammen mit der Brotfabrik eine Aktion im Außenbereich des Museums geben. „Aber das werden wir immer anhand der aktuellen Ereignisse entscheiden“, so der stellvertretende Vorsitzende.

Nur eine Person durfte ins Bürgermeister-Stroof-Haus

Nicht viel anders sieht die Situation im Bürgermeister-Stroof-Haus aus. Allerdings wurde dort selbst während des harten Lockdowns das praktiziert, was seit ein paar Tagen in den großen Museen möglich ist. Offiziell ist das Haus zwar immer noch geschlossen, „aber nur in seiner Funktion als museale Erinnerungsstätte“. „Die historische Fachbibliothek, die Archive sowie die ,Beueler Zentralstelle für Familienforschung’ waren trotzdem für Einzelbesucher offen“, erklärt Carl Jakob Bachem, Vorsitzender des Denkmal- und Geschichtsvereins Bonn Rechtsrheinisch. Denn, so Bachem, das Haus sei nicht nur ein musealer Erinnerungsort, sondern auch historische Begegnung-, Forschungs- und Bildungsstätte.

Um die geltenden Hygiene- sowie Abstandsregeln in dem engen Gebäude dennoch konsequent einzuhalten, durfte immer nur eine Person hinein, allerdings unter der Bedingung, dass man sich vorher angemeldet hatte. Nach wie vor werden solche Einzeltermine vergeben. Anmeldungen werden telefonisch (0228/ 422 14 664/TAB) oder per Mail (denkmalverein.bonn@t-online.de) entgegengenommen. Grundsätzlich ist das Museum bis Ende März geschlossen. „Danach sehen wir, wie es weitergeht“, so Bachem.

Allerdings hat der Verein die vergangenen Monate genutzt, um einige Arbeiten in dem Gebäude mit der authentisch eingerichteten Amts- sowie Wohnstube des ehemaligen Bürgermeisters vorzunehmen. So habe man im Eingangsbereich die Steinküche neu möbliert und eine optische Trennung geschaffen, um den historischen Bereich deutlich vom Museumsshop mit den verschiedenen Publikationen abzugrenzen.

Konkrete Pläne für die Zukunft hat der Verein bisher nicht geschmiedet. „Wir werden sehen, wann es wieder möglich sein wird, das Museum zu öffnen, und wann wir unser Bildungsprogramm erneut anbieten können“, so Bachem.