Konrad-Adenauer-Platz in Beuel Warum die Pferdetränke einen neuen Standort bekommt

Beuel · Die historische Pferdetränke am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel muss den Standort wechseln. Der Heimatverein überlegt, wo es hingehen soll. Grund ist ein Pilotprojekt der Stadt Bonn.

 Die Pferdetränke am Konrad-Adenauer-Platz muss dem neuen Trinkwasserbrunnen weichen.

Die Pferdetränke am Konrad-Adenauer-Platz muss dem neuen Trinkwasserbrunnen weichen.

Foto: Sascha Stienen

Am Konrad-Adenauer-Platz soll in Kürze ein Trinkwasserbrunnen aufgestellt werden. Das hat die Beueler Bezirksvertretung in ihrer letzten Sitzung beschlossen. Der neue Brunnen soll an der Stadtbahnhaltestelle Konrad-Adenauer-Platz im Dreieck mit der Friedrich-Breuer-Straße gestellt werden, dem jetzigen Standort der historischen Pferdetränke.

Doch was passiert mit der Pferdetränke? Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll die historische Pferdetränke in Abstimmung mit dem Beueler Heimat- und Geschichtsverein abgebaut, saniert und an einem anderen, noch final abzustimmenden Standort am Rheinufer wieder aufgebaut werden.

Auf dem Weg der Pferde zur Jutefabrik

Wie die Leiterin des Heimatmuseums Elisabeth Rollfs auf GA-Anfrage mitteilt, werden derzeit noch Vorschläge gesammelt, wo die Pferdetränke künftig stehen soll. Nach den bisherigen Vorstellungen des Heimat- und Geschichtsvereins sollte es auf dem Weg sein, den in früheren Zeiten die Pferde zur Jutefabrik nahmen. Eine Möglichkeit wäre laut Rollfs am Ende der Friedrich-Breuer-Straße vor der Rad- und Fußgängerunterführung neben dem Beueler Bahnhof. Über den neuen Standort für die Pferdetränke soll nach erfolgter Abstimmung der Bezirksvertretung in einer separaten Vorlage berichtet werden.

Der Brunnen wurde im Auftrag des Heimat- und Geschichtsvereins von Heinrich Esser geschaffen und im Oktober 1988 der Öffentlichkeit übergeben. Die Aufstellung des Brunnens war Teil des Gesamtprojektes „Historische Tat“ im Rahmen der 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn. Die Heimatpflegevereine in der Stadt waren aufgerufen, im Zeichen des Stadtjubiläums Maßnahmen von bleibendem Wert für das Stadtbild Bonns durchzuführen und wurden entsprechend bezuschusst.

Verschönerungsverein schaffte historische Tränke an

Wann der historische Vorgänger der Pferdetränke geschaffen wurde, kann der Heimatverein nicht genau sagen. Die Heimatforscher nehmen aber an, dass der alte Brunnen in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts vom um 1890 gegründeten Verschönerungsverein Beuel-Combahn angeschafft wurde.

Die historische Tränke kam vor allem den Pferden zugute, die von Bonn her die Brücke überquert hatten oder vom Rheinwerft her die schweren mit Jute beladenen Wagen zur Jutespinnerei fuhren. An heißen Tagen bot der Brunnen vielen Schulkindern Erfrischung.

Ähnlicher Brunnen am Markt in Oberkassel

Um die gleiche Zeit wie die Pferdetränke entstand damals auch ein ähnlicher Brunnen am Marktplatz in Oberkassel. Er spendete Hunden, Pferden und Vögeln, aber auch den Menschen das erfrischende Nass. Nachweislich hat seinerzeit der Verschönerungsverein Oberkassel veranlasst, dass der Brunnen errichtet wurde, der dann auch in den 1920er Jahren verschwand, als motorisierte Fahrzeuge die Pferdefuhrwerke verdrängten.

Auch in Oberkassel wurde später eine Nachbildung der alten Pferdetränke aufgestellt. Beide Brunnen, sowohl den Oberkasseler als auch den Beueler Brunnen, schuf der Gießermeister Heinrich Esser. Diese Parallelität der Oberkasseler und Beueler Ereignisse war damals auch ein kleines Stück Heimatgeschichte, wobei noch angemerkt sei, dass die Verschönerungsvereine die Vorläufer der heutigen Heimat- und Geschichtsvereine waren.

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