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Beuel-Niederholtorf: Kiosk hat wieder geöffnet

Wichtiger Treffpunkt : Niederholtorfer Kiosk hat wieder geöffnet

Mehr als Zeitungen, Zigaretten und Lottoscheine: Der Niederholtorfer Kiosk hat wieder geöffnet – und wartet mit erweitertem Angebot auf. Was die Kunden jetzt erwartet.

Ein paar Dinge müssen noch erledigt werden am Kiosk in Niederholtorf, sagt Chef Francesco Trematerra. Trematerra, den man als Inhaber des Beueler Restaurants Dante kennt, hat den Kiosk Anfang des Jahres von Alfred Pint übernommen. Und füllt mit seiner Produktpalette eine der vielen Angebotslücken in Nieder- und Oberholtorf, wo es eine Bäckerei und einen Getränkehändler gibt, ansonsten einen Friseursalon, ein paar Arztpraxen, eine Versicherungsgeschäftsstelle, einen Immobilienmakler, ein Katzenhotel und die Gaststätte Dreizehn Linden, seit Anfang 2020 unter neuer Leitung – es war keine gute Zeit, eine Gastronomie zu übernehmen.

Mit der Wiedereröffnung des Kiosks kommen nun der Zeitungs-, Süßigkeiten- und Zigarettenverkauf sowie die Lotto-Annahmestelle wieder. Daneben kann man dort jetzt an einer schicken neuen Theke glutenfreies Eis kaufen, Kaltgetränke und italienischen Coffee to go, außerdem Kuchen, der im Dante gebacken wird. Morgens gibt es belegte Brötchen und Croissants.

Kiosk mit gutem Draht zu einer Reinigung

Auch den Reinigungsservice seines Vorgängers hat Trematerra wieder aufgenommen. Die Kunden können Kleidung bei ihm abgeben, und regelmäßig kommt der Betreiber einer Reinigung in Siegburg vorbei, wäscht sie und bringt sie zurück. Alle haben etwas davon, nicht zuletzt, weil so auch Kundschaft in den Kiosk kommt. Denn die Wiedereröffnung muss sich erstmal herumsprechen, was bislang aber schon gut funktioniert hat, dem Eisverkauf sei Dank.

Trematerra hat mit dem Betrieb eines Kiosks Neuland betreten. „Ich habe eine extra Schulung fürs Lottogeschäft gemacht.“ Er glaubt an sein Projekt und daran, dass er das investierte Geld wieder hereinbekommt. Im Dante gebe es derzeit wenig zu tun, das To-go-Geschäft sei ein bisschen schwierig, sagt er. Deshalb diese zweite Einnahmequelle.

Sein Vorgänger Pint freut sich, dass er einen engagierten Nachfolger gefunden hat. Er hat den Kiosk 18 Jahre lang betrieben und geht mit 69 Jahren in den verdienten Ruhestand. Mit Corona habe die Entscheidung, den Kiosk zu verkaufen, nichts zu tun, sagt er. Pint hat 22 Jahre lang im Bundesinnenministerium gearbeitet, aber den Umzug nach Berlin wollten er und seine Frau nicht mitmachen. „Also mussten wir uns etwas Neues suchen.“

Er übernahm den Kiosk in Niederholtorf 2002 mit Postbank- und Paketstation. Als die Post ihm das Bankgeschäft kündigte, die Paketannahme aber nicht, erzählt er, habe er sich mit dem Großunternehmen angelegt: Denn nur mit der Paketannahme ließ sich kein Geld verdienen. „Ich hätte praktisch umsonst Postdienstleistungen gemacht.“ Als Folge des Streits gab es keine Postservicestelle mehr in Holtorf. Der Kiosk liegt ihm am Herzen. „Das ist ein Treffpunkt im Ort.“ Und Pint ist zuversichtlich: „Das wird auch wieder einer.“ Der Kiosk liegt an der Ecke Löwenburgstraße/Weinheimstraße und ist werktags von 7 bis 18 Uhr sowie am Wochenende geöffnet.