1. Bonn
  2. Beuel

Beuel Radtour: Mit 80 Jahren auf dem Rad nach Mirecourt

Beuels Partnerstadt : Mit 80 Jahren auf dem Rad nach Mirecourt

Zum elften Mal startet die Fahrradtour zur Beueler Partnerstadt Mirecourt. Die betagten, aber rüstigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen von einer Tour der Hoffnung.

Die „Tour der Hoffnung“, eine Radtour nach Mirecourt, ist am Montagmorgen am Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer gestartet. „Diese Tour soll symbolisch ein Zeichen für eine Wiederbelebung des Miteinanders und der Intensivierung der Freundschaft zwischen Beuel und Mirecourt setzen“, sagte Regina Haunhorst, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees (PK), bei der Verabschiedung der Radler in Anwesenheit der Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn.

Thomas Fricke, stellvertretender Vorsitzender des PK Beuel-Mirecourt, der alle zwei Jahre solch eine Fahrradtour von Beuel nach Mirecourt organisiert, brach um 8.30 Uhr zusammen mit einer kleinen Gruppe von insgesamt sieben Teilnehmern auf. Die Fahrradgruppe besteht aus sportlichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die sich dieser Herausforderung von rund 400 Kilometern Strecke stellen. Katharina Onberka mit ihren 80 (!) Jahren ist die älteste Teilnehmerin, sie nimmt zum zehnten Mal an der Tour teil und sie gilt als Bergfahrspezialistin; gefolgt von Rosi (Schopp), 77 Jahre, zum vierten Mal dabei und gerade zum ersten Mal Urgroßmutter geworden.

Helmut Sementschuck ist knapp 70 Jahre, das Ehepaar Petra Hartmann und Gereon Sabrina, Anfang 60, sie fahren zum fünften Mal mit ihrem Tandem mit. Thomas Fricke und Andreas Hombach sind mit Ende fünfzig die Youngster in der Gruppe. „Einen Frischling haben wir in diesem Jahr leider nicht dabei“, so Fricke.

In fünf Etappen führt die elfte Radtour von Beuel durch die Eifel über Gerolstein, Perl, Verdun und Allain in die Partnerstadt. „Der Weg nach Mirecourt wird Meter für Meter hart erarbeitet“, meinte Fricke, der selber ein geübter Tourenradfahrer ist. Verschiedene Zwischenstationen, wie in Verdun, bieten die Möglichkeit, sich mit geschichtlichen oder regionalen Themen auseinanderzusetzen. In Mirecourt stehen neben der Besichtigung der Museen, einem Empfang durch den Bürgermeister und dem Treffen mit Komiteemitgliedern auch ein Besuch im Atelier eines Geigenbauers auf dem Programm.

Es ist die erste Gelegenheit seit Langem, wo es zu einem wirklichen Zusammentreffen mit den Freunden aus Deutschland und Frankreich kommen wird. „Seit über einem Jahr finden aufgrund der Pandemie nur noch virtuelle Begegnungen und Zusendungen von kleinen Aufmerksamkeiten zwischen den Partnerstädten statt, die natürlich kein wirklicher Ersatz für die sonstigen Zusammentreffen sind. Die Inzidenzzahlen sind nun gesunken, sodass dies eine erste Aktion in Präsenz sein wird“, so Haunhorst.

In Zeiten der Pandemie ist eine Begleitung seitens der Bezirksverwaltungsstelle nicht möglich. Regina Haunhorst findet diese „Tour der Hoffnung“ jedoch so wichtig, dass sie sich zusammen mit ihrem Mann Mario spontan bereit erklärt hat, die Gruppe mit ihrem privaten Pkw ehrenamtlich zu begleiten. „Die Aussagekraft der ‚Tour der Hoffnung‘ hat auch Entscheidungsträger des ‚deutsch-französischen Bürgerfonds‘ überzeugt, bei dem wir einen Antrag auf Unterstützung des Projekts eingereicht haben. Wir freuen uns über die Zusage für eine Teilfinanzierung“, konnte Haunhorst vor dem Start noch berichten.