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Beuel: Schüler des KFG gewinnen Wissenschaftswettbewerb

Digitaler Blick in die Vogelwelt : Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums gewinnen Wissenschaftswettbewerb

Nichts für Menschen mit Höhenangst: Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums können nach erfolgreicher Teilnahme an einem Wissenschaftswettbewerb den „Flightcase 1.0“ testen. Wissenschaftler stellen ihre Projekte vor.

Die Lichtverschmutzung in Städten hat eine Schülergruppe des Kardinal-Frings-Gymnasium vor zwei Jahren auf den Plan gerufen. Es folgten eine wissenschaftliche Ausarbeitung und Gespräche mit der Stadt Bonn. Besonders Fledermäuse und Insekten sollen unter zu viel Licht in Städten leiden. Im Mai 2019 hatten die Schüler des Differenzierungskurses Naturwissenschaften der damaligen Stufe 9 unter Leitung von Kerstin Holbe ihren Beitrag „Lichtverschmutzung in Bonn“ eingereicht und den im Schuljahr 2018/19 laufenden bundesweiten Schulwettbewerb „Beschützer der Erde 2.0“ gewonnen.

Der Wettbewerb wurde von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR in Kooperation mit dem damaligen Max-Planck-Institut für Ornithologie (heute das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie) durchgeführt. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die Frage, wie Erdbeobachtungsdaten aus dem All dabei helfen können, Erde und Klima zu schützen. Vögel sind dabei wichtige Indikatoren für Umwelt und Artenvielfalt. Als Preis hatte das KFG im Mai 2019 die Teilnahme an einem Summer Camp bei MaxCine, dem Zentrum für Kommunikation und Austausch am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie (MPIAB), gewonnen. Es fiel coronabedingt aus und wurde nun nachgeholt.

Einblicke in wissenschaftliche Arbeit

In dieser Woche nahmen die Schüler an Online-Seminaren teil, die vom MaxCine-Team des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie konzipiert wurden. „In den Workshops haben die Schüler Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten bekommen“, erklärte Kerstin Holbe. Die Lehrerin für Biologie und Physik war stolz auf ihre Schüler: „Sie haben sich sehr gut eingebracht und motiviert mit den Wissenschaftlern diskutiert.“

Mina Geier (17) etwa möchte nach ihrem Abitur Biologie oder Genetik studieren und anschließend in die Forschung gehen. „Wir hatten eine Doktorandin zu Gast, die gerade ihre Doktorarbeit schreibt. Das hat mich einfach beeindruckt, wie viel Energie und Aufwand sie dafür investieren muss“, berichtete die Schülerin. „Um den Energieaufwand von Fledermäusen zu analysieren, hat die Doktorandin teilweise die Herzschläge von Fledermäusen gezählt.“

Jannik Faulhaber (18) war überrascht, was Wissenschaftler alle können müssen. „Sehr gute Englischkenntnisse, Durchhaltevermögen, sich um die Finanzierung kümmern“, zählte der Schüler auf. Faulhaber möchte Chemie studieren und dann in die Pharmazie gehen. „Es war anstrengend, aber sehr interessant – jeder Vortrag hat mich weitergebracht.“ Ein Illustrator aus Italien begeisterte Lars Eichler (17). „Er hat uns gezeigt, wie man wissenschaftlich zeichnet. Dafür braucht man viel Zeit und Genauigkeit.“ Der Schüler kann sich vorstellen, später Ökologie oder Biologie zu studieren.

Mitarbeiter des Instituts und „hochrangige Wissenschaftler“ waren für die Gesprächsrunden in die Schule gekommen. Martin Wikelski stellte den Schülern das Projekt ICARUS vor. Um für das Prjoket die Wanderungen von Tieren auf der Erde verfolgen zu können, werden diese mit Minisendern ausgerüstet und die Messdaten unter anderem an die Internationale Raumstation ISS übertragen. ICARUS ist seit 2020 im wissenschaftlichen Betrieb, wobei zunächst der Fokus auf dem Zugverhalten von gut 2000 Amseln liegt.

Autor berichtet über seine Zeit als Vater von Gänseküken

Der Autor Michael Quetting berichtete von seinen Erlebnissen, im Rahmen der Forschungsarbeiten, plötzlich Tag und Nacht, Vater von Gänseküken zu sein. Außerdem durften die Schüler mit dem „Flightcase 1.0“ direkt in die Welt der Vögel eintauchen: VR-Brillen ermöglichen es dem Betrachter, auf dem Rücken der Störche in den Aufwinden mitzufliegen. „Ich fand es sehr interessant, durch die Augen eines Vogels zu schauen. Das ist ja eine Erfahrung die man normalerweise nicht macht“, sagte Faulhaber. Für Geier war der „Flightcase“ eine Herausforderung, denn die Schülerin hat Höhenangst. „Es ist sehr realistisch, man kann aufsteigen und absteigen, wenn man den Kopf hebt und senkt.“