Sorge um Kinder in Vilich Autofahrer ignorieren Tempolimit in Beueler Spielstraße

Vilich · In der Freudestraße im Quartier „Am Ledenhof“ in Vilich gilt Schrittgeschwindigkeit. Doch immer wieder fahren Autos viel zu schnell durch die verkehrsberuhigte Zone. Darum hat ein Familienvater sogar ein Zusatzschild aufgestellt.

 Mit diesem Schild weist Johannes Kitz auf die Spielstraße hin. Manche Autofahrer stört das aber nicht.

Mit diesem Schild weist Johannes Kitz auf die Spielstraße hin. Manche Autofahrer stört das aber nicht.

Foto: Benjamin Westhoff

Johannes Kitz macht sich Sorgen um die Kinder und die Menschen mit Behinderung auf der Freudestraße in Vilich. Obwohl dort ein verkehrsberuhigter Bereich eingerichtet wurde, fahren viele Autos dort deutlich schneller als erlaubt, berichtet der 39-jährige Betriebswirt dem General-Anzeiger. „Es sind häufig Paketzusteller unter Zeitdruck oder Autos von Handwerksunternehmen, die hier durchheizen.“

Während des Gesprächs mit dem GA in dem Haus im Quartier „Am Ledenhof“ spielt die anderthalb Jahre alte Tochter von Johannes Kitz im Esszimmer. „Wenn meine Tochter aus dem Haus läuft, ist sie sofort auf der Straße“, verdeutlicht der junge Familienvater. Um die Autofahrenden noch stärker dafür zu sensibilisieren, hat er kürzlich sogar ein Hinweisschild in seinen Vorgarten gestellt, das auf die Schrittgeschwindigkeit hinweist. „Das finden die meisten anderen Anwohner sehr gut“, sagt Kitz, wobei er vermutet, dass auch nicht alle Nachbarn wissen, dass sie in einem verkehrsberuhigten Bereich wohnen. Dieser Eindruck wird nach Ansicht des Vaters noch dadurch verstärkt, dass an der Einfahrt in die Freudestraße ein Tempo-30-Schild steht und erst wenige Meter später der verkehrsberuhigte Bereich ausgeschildert wird.

Bitte um bauliche Maßnahme zur Temporeduzierung

Bereits Mitte September hatte sich der besorgte Familienvater mit einer E-Mail an das zuständige Dezernat bei der Stadt Bonn gewandt, um auf die gefährliche Situation hinzuweisen. „Ich würde daher gerne darum bitten, hier für eine zusätzliche bauliche Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung zu sorgen, gerne auch vorab in einer gemeinsamen Begehung mit der Nachbarschaft“, schrieb er. Da er zunächst keine Antwort erhielt, schrieb Kitz auch an Oberbürgermeisterin Katja Dörner persönlich, dass in der Spielstraße deutlich zu schnell gefahren werde, und bat um Hilfe.

Doch es dauerte bis Mitte März, bis die Stadt tätig wurde und Geschwindigkeitsmessungen in der Freudestraße vornahm. Wie das Presseamt auf Anfrage mitteilt, habe die Stadtverwaltung am 15. März eine mobile Geschwindigkeitskontrolle in der Freudestraße in Höhe der Hausnummer 10 in Fahrtrichtung der Fideliostraße vorgenommen. „Im Zeitraum von 7.25 bis 11.35 Uhr passierten 19 Fahrzeuge die Messstelle, wobei drei Verkehrsteilnehmer – zwei Pkw und ein Fahrradfahrer – die Geschwindigkeitsbegrenzung in einer Höhe überschritten haben, die mit Verwarngeldern geahndet wurden“, berichtet ein Stadtsprecher. „Die beiden Pkw fuhren 19 und 25 Kilometer pro Stunde.“ Die Stadt Bonn werde künftig weitere Geschwindigkeitskontrollen in der Straße vornehmen, kündigt das Presseamt an.

Keine Gehwege im verkehrsberuhigten Bereich

Zu der Frage nach dem verwirrenden Tempo-30-Schild am Eingang der Freudestraße antwortet das Presseamt: „Der verkehrsberuhigte Bereich gilt dort erst einige Meter weiter, da vorher noch Gehwege vorhanden sind, die in verkehrsberuhigten Bereichen nicht erlaubt sind.“

Johannes Kitz ist enttäuscht, dass in der Rückmeldung von der Stadt nur auf die Geschwindigkeitsmessung verwiesen wird, aber nicht auf sein eigentliches Anliegen einer dauerhaften baulichen Maßnahme. „Dazu wurde ja zuletzt im Dezember eine Antwort avisiert, die ich bis heute nicht erhalten habe.“ Es gehe ihm nicht darum, dass alle paar Monate dort Strafzettel verteilt werden, sondern die Autofahrer durch eine bessere Beschilderung und idealerweise eine Schwelle oder ein zusätzliches Beet sensibilisiert und ausgebremst werden. Vor einigen Tagen habe sich erfreulicherweise das Büro des Bezirksbürgermeisters Guido Pfeiffer gemeldet und einen Telefontermin angeboten. „Den werde ich natürlich gerne wahrnehmen.“

Das Quartier „Am Ledenhof“ in Vilich ist etwa 28.000 Quadratmeter groß. In den vergangenen Jahren schuf der Projektentwickler Bonava dort fast 18.000 Quadratmeter neue Wohnfläche. Diese teilt sich nach Angaben von Bonava auf in 41 Einfamilienhäuser, 26 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern mit Eigentumswohnungen und 20 Wohneinheiten im Mehrgenerationenwohnen mit Eigentumswohnungen auf zwei Etagen und einem Staffelgeschoss auf. Zum Quartier gehört zudem eine Kindertagesstätte.

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