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Beueler Alfred Bärhausen seit 70 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr​

Erinnerungen an handbetriebene Pumpen : Alfred Bärhausen aus Geislar ist seit 70 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr

Seit 70 Jahren ist Alfred Bärhausen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Er erinnert sich, zum Beispiel, wie die handbetriebenen Spritzpumpen funktionierten.

Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann. Das kann man mit Fug und Recht über Alfred Bärhausen sagen. Denn seit 70 Jahren ist der 88-jährige gebürtige Geislarer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Alle Welt nennt ihn „Hein“. Warum, das weiß er nicht mehr genau. Er vermutet, dass das daher kam, dass sowohl sein Vater wie auch sein Großvater Heinrich hießen.

Da Vater Hein bereits in der Freiwilligen Feuerwehr in Geislar war, war es für den Sohn nur allzu normal, ebenfalls dort einzutreten. Das war am 1. April 1952. „Etwas anderes kam für mich überhaupt nicht infrage“, erzählt er. Doch die „Vererbung“, wie Hein das heute nennt, ging weiter. So wurde Sohn Hein Stuckateur, wie sein Vater.

Die jungen Feuerwehrleute haben in Geislar zum einen den älteren Aktiven zugeschaut, zum anderen an einer handbetriebenen Spritzpumpe geübt. „Die Spritze wurde mit den Händen gezogen, und nur die eigene Muskelkraft ergab einen richtigen Wasserstrahl“, erinnert er sich noch heute. „So haben wir Feuerlöschen geübt.“

Zu Bränden wurden sie mit den dörflichen Sirenen gerufen. „Dann mussten wir mit dem Fahrrad oder Moped zur nächsten Wache fahren. Und dort bekamen wir die Einsätze.“ Meist zu Fuß mit dem Spritzenwagen, denn ein motorisiertes Fahrzeug hatte die Freiwillige Feuerwehr, zumindest die in Geislar, damals noch nicht.

Das Jungvolk war ein verschworener Haufe

Das Jungvolk der Freiwilligen war ein verschworener Haufen. „Die Kameradschaft wurde großgeschrieben“, so „Hein“ Junior. „Man ging zusammen auf Feste, feierte im Feuerwehrhaus oder beim Junggesellenverein.“ Bei solch einer Gelegenheit lernte er auch seine Martha, die Tochter eines Feuerwehrmannes, kennen, die aus Holtorf kam. So wurde Holtorf nach der Heirat sein neues Domizil.

Holtorf hatte im Unterschied zu Geislar motorisierte Fahrzeuge, und statt der Sirene gab es alsbald Piepser, mit denen die Freiwilligen zum Einsatz gerufen wurden. An zwei Dinge erinnert er sich heute noch besonders: Beim Andernach in Beuel hat es wohl öfters Einsätze gegeben, und nach einer erfolgreichen Brandbekämpfung in der Tapetenfabrik Schleu und Hoffmann an der Beueler Auguststraße durften sich die Feuerwehrleute ihre Autos mit Tapetenrollen vollstopfen. „Eine Tapete aus jenen Tagen hängt heute noch bei mir im Schlafzimmer an der Wand“, sagt er und schmunzelt.

Nebenbei hat er aus dem Hobby Feuerwehrmann ein zweites Hobby gemacht: Er sammelt Feuerwehrabzeichen. Sein Spritzehüsje im Garten ist voll mit Abzeichen aus der ganzen Welt. Auch Feuerwehrspielzeugautos, Helme, Handfeuerlöscher und viele Feuerwehrdevotionalien erinnern an 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr, an 70 Jahre Hobby, an ein Leben als Feuerwehrmann.

Bei offiziellen Anlässen immer dabei

Zwar musste Alfred „Hein“ Bärhausen mit 60 seinen Dienst bei den Freiwilligen quittieren, doch Mitglied ist er geblieben und bei offiziellen Anlässen immer dabei. So waren es auch seine Holtorfer Kameraden, die ihn zu seinem Jubiläum am 1. April als erste beglückwünschten. Und sofern sich die Corona-Pandemie freundlich zeigt, hegt er die Hoffnung, dass es gegen Ende des Jahres wieder eine offizielle Ehrung der gesamten Bonner Feuerwehr im Beueler Rathaus geben wird.