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Seit acht Jahren engagiert: Beueler arbeitet als Tontechniker für Schlagerstar Heino

Seit acht Jahren engagiert : Beueler arbeitet als Tontechniker für Schlagerstar Heino

Acht Jahre hat der Beueler Wolfgang Stahl den Sänger Heino auf seinen Tourneen durch die Konzerthallen begleitet. Begonnen hat alles mit Kirchenkonzerten.

Als beim Kölner Abschiedskonzert von Heino in der Live Music Hall die Lichter ausgingen und Deutschlands bekanntester Volksmusiker mit seiner Band die Bühne betrat, hatte Wolfgang Stahl alle Hände voll zu tun: Der 39-jährige Tontechniker aus Beuel befand sich an seinem Arbeitsplatz, einem Mischpult seitlich der Bühne, und war in den folgenden knapp zwei Stunden dafür verantwortlich, dass alle Bandmitglieder während des Konzerts den richtigen Sound im Ohr haben.

Auf die individuelle Mischung für jedes einzelne Bandmitglied kommt es dabei an und bei einem Konzert von Heino bedeutet dies jede Menge Arbeit: Wenn Heino Konzerte gibt, stehen insgesamt 13 Personen auf der Bühne. Das Kölner Konzert war gleichzeitig das letzte Deutschlandkonzert von Heinos Abschiedstour. Zukünftig möchte der Sänger nur noch sporadisch auftreten, aber nicht mehr auf große Tournee gehen.

Mit Heinos Abschied von der großen Bühne endet auch für Wolfgang Stahl eine Zeit, mit der er viele besondere Erinnerungen verbindet. Acht Jahre hat der Tontechniker aus Bonn die Musik-Ikone begleitet. Konzertreisen führten ihn und Heino nicht nur quer durch Deutschland, sondern auch in ferne Länder wie Namibia oder Ägypten. Angefangen hatte alles, als Stahl im Jahr 2011 eine Anfrage von Heinos Management erhielt. „Es ging damals um eine Kirchentournee“, erinnert sich Stahl. Damals war er bereits ein in der Schlager-Szene sehr gefragter Tontechniker.

Heino ist bodenständig

An sein erstes Treffen mit Heino erinnert sich Stahl noch sehr gut: „Ich hatte kurz überlegt, wie ich ihn anspreche. Er war ganz locker und meinte: Ich bin der Heino.“ Stahl war von der Person Heino sofort beeindruckt: „Heino ist ein sehr sympathischer Mensch, total bodenständig und noch richtig von der alten Garde“, sagt Stahl. Zwei Jahre war er bereits mit dem Sänger auf kleinen und größeren Konzertreisen unterwegs gewesen, als Heino mit dem Cover-Album „Mit freundlichen Grüßen“ ein sensationelles Comeback gelang, das ihn wieder zurück auf die ganz große Bühne führte.

„Wir sind fünf Jahre durch die großen Hallen getourt“, erinnert sich Stahl. Auf Tour war es so, als wären alle eine große Familie: „Wir saßen nach dem Konzert in der Hotelbar zusammen oder haben am nächsten Morgen gemeinsam gefrühstückt. Heino ist immer gerne bei seiner Crew, fragt nach, wie es einem geht“.

Das merkt man auch beim Soundcheck am Nachmittag des Kölner Konzerttages: Heino plaudert ganz entspannt mit allen, die ihm über den Weg laufen. Stahl bespricht sich derweil noch mit Hannelore, die eine Überraschung für ihren Mann geplant hat: Beim Konzert wird sie abseits der Bühne stehen und für Heino zum 40. Hochzeitstag „Für ihn soll's rote Rosen regnen“ singen. Eine tontechnische Herausforderung für Stahl, die er aber bravourös meistert.

Für Arbeit ist gesorgt

Heino weiß, dass er sich auf seinen langjährigen Tontechniker verlassen kann: „Ich mache keine Veranstaltung ohne ihn. Der Wolfgang ist einer der wichtigsten überhaupt und man kann sich jederzeit auf ihn verlassen“, sagt Heino. Auch wenn die Zeit der großen Tourneen vorbei ist, werden die beiden noch einige gemeinsame Projekte gemeinsam angehen, unter anderem sind für dieses Jahr Weihnachtskonzerte in Bad Münstereifel geplant: „Ich werde auf jeden Fall wieder bei Wolfgang anfragen. Ich könnte ja auch seine Kollegen bekommen, aber mir ist es lieber, wenn ich ihn habe“, sagt Heino.

Befürchtungen, dass er in Zukunft ohne die großen Tourneen mit Heino für längere Zeit arbeitslos ist, braucht Stahl nicht zu haben: „Ich werde mit einigen Künstlern aus der Schlager-Szene auf Tour gehen. Zudem steht eine Schlager-Revue im Schmitt-Theater an“, freut sich Stahl auf seine nächsten Projekte. Die Tontechnik bei Live-Veranstaltungen ist nicht nur Stahls Beruf, sondern seine Leidenschaft. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Stahl, der auch Mitglied der Beueler Stadtsoldaten und überhaupt dem Bonner Karneval sehr eng verbunden ist.

In seiner Jugend hatte er als DJ gearbeitet und sich erstmals mit Lichteffekten und Tonanlagen vertraut gemacht. Heino kannte er damals nur von Schallplatten seines Vaters. Als er mit elf oder zwölf Jahren die Schallplatten hörte, hätte er vermutlich nie gedacht, dass er eines Tages bei den Tourneen der wichtigste Mann an Heinos Seite werden würde.