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Einsatz in der freiwilligen Wehr: Beueler Bezirksbürgermeisterin ehrt Feuerwehrleute

Einsatz in der freiwilligen Wehr : Beueler Bezirksbürgermeisterin ehrt Feuerwehrleute

25, 40 und in einem Fall 50 Jahre: So lange engagieren sich Bonner auch im Stadtbezirk Beuel in der Freiwilligen Feuerwehr oder bei der Berufsfeuerwehr. Dafür gab es im Beueler Rathaus Urkunden und Ehrenzeichen.

Passanten, die neulich auf der Friedrich-Breuer-Straße unterwegs waren, sahen vor dem Beueler Rathaus mehrere Fahrzeuge der Bonner Feuerwehr stehen. Zu einem Einsatz waren die Kräfte am Montagabend aber nicht in die Bezirksverwaltungsstelle geeilt. Gemeinsam mit Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn überreichte Jochen Stein, Leiter des Amtes für Feuerwehr und Rettungsdienst, das Feuerwehrehrenzeichen und Urkunden an langjährige Mitglieder der Bonner Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr. Insgesamt 60 Feuerwehrmänner und -frauen nahmen unter aktuell geltenden 2G-Regeln an der Zeremonie teil.

Mohn und Stein ehrten beispielsweise Udo Busch von der Freiwillige Feuerwehr Holzlar für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft. Vor fünf Jahrzehnten war Busch mit seiner Familie nach Holzlar gezogen. Seitdem wohnt der nun 75-Jährige in direkter Nachbarschaft zum Feuerwehrhaus und verbindet mit seiner Löschtruppe einen wichtigen Teil seines Lebens. „Ich wollte damals Anschluss im Dorf finden und bin einfach in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten“, sagte Busch und erinnerte sich. 

An mehr als 100 Einsätzen beteiligt

An mehr als 100 Einsätzen sei er seitdem beteiligt gewesen. Spektakulär seien vor allem die Werksbrände bei der Firma Andernach gewesen. „Da hat es ja laufend gebrannt“, sagte Busch. Hinzu seien zahlreiche Wohnungsbrände in Holzlar und Beuel gekommen. „Meine Bude hat selbst mal gebrannt, da war ich aber nicht anwesend“, erzählte Busch.

Seit seinem 60. Lebensjahr gehört er derweil der Ehrenabteilung an. Vor seiner Rente war Busch hauptberuflich Verwaltungsangestellter bei den Bonner Stadtwerken. Viel Freizeit zwischen Job und Ehrenamt habe er eigentlich nie gehabt. „Alleine die vielen Unterrichte und Übungen, die wir hatten. Damals mussten wir jeden Sonntag zum Dienst“, berichtete Busch. Ans Aufhören habe er aber nie gedacht, betonte der Holzlarer, denn in der Freiwilligen Feuerwehr gebe es ein ungeschriebenes Gesetz: „Wer einmal den blauen Rock anhat, der zieht ihn nie mehr aus.“

Geehrter verweist auf Bedeutung freiwilliger Kräfte

Trotz „der Treue und dem Pflichtgefühl“ sei in jüngster Vergangenheit ein Mitgliederschwund in Holzlar erkennbar. „Wir haben schon ein Nachwuchsproblem“, verriet Busch und hob mahnend den Finger: „Wenn es irgendwann die freiwillige Feuerwehr in Bonn nicht mehr gibt, dann hat die Berufsfeuerwehr ein Problem. Wir füllen ja gewisse Stellen aus. Stellen sie sich mal vor, alle Freiwilligen würden das Handtuch werfen, dann müsste eine Pflichtfeuerwehr eingeführt werden.“ Es sei daher „sehr wichtig“, dass die freiwillige Feuerwehr weiterhin präsent bleibe.

Mohn dankte den Einsatzkräften im Namen aller Beueler. „Danke dafür, dass unsere Feuerwehr immer dann da ist, wenn sie gebraucht wird.“ Dass sie gebraucht wird, zeigt sich an den Einsatzzahlen. Allein im Stadtbezirk sind die Beueler Löscheinheiten im Jahr 2021 zu bisher 174 Einsätzen ausgerückt. „Sie ergänzen damit das Portfolio der Bonner Berufsfeuerwehr, unterstützen sie und übernehmen viele Aufgaben“, so Mohn. Außerdem übernahmen die Einsatzkräfte Hilfseinsätze in den Flutgebieten und bei der Waldbandbekämpfung in Griechenland.

Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden zudem geehrt: Markus Harag, Jörg Nöbel, Stefan Schmidt-Friesecke, Markus Häberle (alle Freiwillige Feuerwehr Beuel); Guido Galkowsky (Freiwillige Feuerwehr Geislar); Dieter Baumann (Freiwillige Feuerwehr Holzlar); Jan Kühn (Freiwillige Feuerwehr Oberkassel) und Michael Jansen (Berufsfeuerwehr Bonn). Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden geehrt: Manfred Loebach (Freiwillige Feuerwehr Holtorf); Frank Lehmacher (Freiwillige Feuerwehr Holtorf) und Udo Paffhausen (Berufsfeuerwehr Bonn).