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Gespräch am Wochenende: Beueler Schülerinnen: „Gutes zu tun, ist uns voll wichtig“

Gespräch am Wochenende : Beueler Schülerinnen: „Gutes zu tun, ist uns voll wichtig“

Lara Mirchandani und Amisha Steffen sind Schülerinnen der Gesamtschule Beuel. Sie leiten eine sozial engagierte Jugendgruppe der "Generation Z".

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„Generation Z – kann doch was“. Warum habt Ihr Eure Gruppe so genannt?

Lara Mirchandani: Wir werden als Generation Z bezeichnet, und die Erwachsenen haben einige Vorurteile uns gegenüber. So behaupten viele, dass wir verwöhnt seien, nur Party machen würden und nichts richtig durchziehen könnten.

Amisha Steffen: Außerdem wird uns nachgesagt, dass wir den ganzen Tag nur am Handy sitzen, und wir könnten ohne Handy nichts mehr mit uns anfangen.

Und wie seid Ihr wirklich?

Amisha: Wir sind mit der Digitalisierung aufgewachsen. Für uns sind die sozialen Medien ganz normal. Wir sind durch sie sehr gut vernetzt, treffen uns aber auch außerhalb.

Lara: Für uns ist es wichtig, dass wir gut vernetzt sind. Wir können uns jederzeit schreiben und unsere Reichweite vergrößern, zum Beispiel über WhatsApp. Das ist natürlich gerade auch für unsere Projekte sehr gut.

Was bedeutet das „Z“ für Euch – die letzte Generation?

Lara: Nein, „Z“ steht für Zukunft und unsere Art, sich zu beteiligen und selbst aktiv zu werden. Generation Z ist ein Oberbegriff, damit können wir Leute in unserem Alter ansprechen.

Amisha: Genau, deshalb haben wir auch den Zusatz „kann doch was“ gewählt. Wir wollen zeigen, dass wir nicht faul sind und etwas für Kinder und Jugendliche tun möchten.

Wie ging es los mit Eurer Gruppe?

Amisha: Wir haben 2014 unser erstes Musical „Cinderella – mal anders“ aufgeführt. Das war ein großer Erfolg und wir konnten den Erlös – je 500 Euro – an ein Kinderheim und an die Erdbebenopfer in Nepal spenden.

Lara: Von August 2015 bis März 2016 lief dann ein Projekt von Generation Z im Kinderheim Pauline von Mallinckrodt in Siegburg. Elf Heimkinder hatten die Möglichkeit an einem Musicalprojekt teilzunehmen, was von uns geleitet wurde.

Wie ging es dann weiter?

Amisha: Wir haben eine echt gute Gruppe, und immer mehr Jugendliche haben Lust, dabei zu sein. Wir haben an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen. Wir hatten zwar keine großen Erwartungen, waren dann aber ganz überrascht und begeistert von der Wertschätzung für unsere Arbeit und das Vertrauen in unser Engagement. Das hat alle total motiviert.

Lara: Ja, mit unserem zweiten Musical „Snow-White – mal anders“ haben wir 1050 Euro eingenommen und für den Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche in Bonn gespendet. Wir setzen uns zudem sehr stark für Kinder᠆rechte ein. Mit unserem Musical „Hänsel & Gretel – mal anders“ konnten wir nicht nur erfolgreich viele Menschen über die Kinderrechte aufklären, sondern auch 1777,77 Euro an das Mädchenhaus in Bonn spenden.

Was habt Ihr außerdem auf die Beine gestellt?

Lara: Im Dezember 2016 haben wir auf dem Beueler Rathausplatz eine Mannequin-Challenge zum Thema Kinderrechte inszeniert. Mit dieser Aktion sind wir im Januar 2017 „Unicef-Supporter des Monats“ geworden.

Amisha: Außerdem wurden wir 2016 „Jugend-hilft-Preisträger“, und im selben Jahr wurden wir Preisträger des „Aktiv-Wettbewerbs“ des Bündnisses für Demokratie und Toleranz. Im Juni 2017 haben wir die „Goldene Göre 2017“ vom Deutschen Kinderhilfswerk gewonnen. Das ist der renommierteste Kinder- und Jugendpreis für Beteiligung in Deutschland. Wir haben uns sehr über den Preis gefreut und hätten nicht damit gerechnet. Der Preis ist eine große Bestätigung für uns. Außerdem haben wir ein superschönes und spannendes Wochenende im Europa-Park Rust verbracht.

Lara: Im April 2017 haben wir ein Kinderrechtefestival für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren in Bonn veranstaltet und gehören mit diesem Projekt zu den Preisträgern der „Doing Good Challenge 2017“.

Warum engagiert Ihr Euch?

Amisha: Wir wollen Jugendliche zusammenbringen und mit ihnen gemeinsam etwas erreichen.

Was ist Euch besonders wichtig?

Lara: Teamgeist ist sehr wichtig. Wir sind sehr zielorientiert und wollen gemeinsam ein Ergebnis haben. Dabei gibt jeder, was er kann.

Amisha: Gutes zu tun, ist uns voll wichtig. Uns ist klar, dass wir die Vorbilder für die nächste Generation sein werden. Eine unserer wichtigsten Regeln ist, dass niemand beleidigt wird.

Wir geht es mit Generation Z weiter?

Lara: Wir planen drei neue Projekte, ein neues Musical, ein integratives Tanzprojekt und Straßenmusik.

Und was wollt Ihr später einmal machen?

Amisha: Auf jeden Fall erst einmal das Abi schaffen, und dann würde ich gerne für ein Soziales Jahr nach Nepal gehen.

Lara: Ich will auch erst einmal Abi machen und überlegen, wie es weitergeht.