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Nachruf zum Tod von Will Breuers: Beueler trauern um Will Breuers

Nachruf zum Tod von Will Breuers : Beueler trauern um Will Breuers

Will Breuers ist tot. Der Beueler Politiker starb am Montag im Alter von 74 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Der ehemalige Oberstaatsanwalt am Bonner Landgericht hinterlässt Frau und fünf Kinder.

Der Tod von Will Breuers machte am Dienstag schnell die Runde. Das lag vor allem daran, dass er in Beuel hohes Ansehen genoss und sehr beliebt war. Was Breuers anpackte, machte er mit Herzblut und mit vollem Einsatz. Und dabei spielte es keine Rolle, ob es um Projekte in Bonn oder Beuel ging.

Seine Themen waren vielfältig, aber Kinder- und Jugendarbeit sowie der Ausbau der Bonner Schullandschaft waren für ihn als Vater von fünf Kindern eine Herzensangelegenheit. Als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses schob Will Breuers viele Themen in Bonn an. Der Jurist, der zuletzt als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Bonn tätig war, arbeitete sich gerne in komplexe Sachverhalte ein, betrieb Aktenstudium bis tief in die Nacht – und das galt für seinen Beruf genauso wie für seine Ehrenämter. Breuers behauptete von sich selbst, dass er mit drei bis vier Stunden Schlaf in der Nacht auskomme.

Nach 24 Jahren Ratsarbeit kandidierte Breuers 2014 bei den Kommunalwahlen nicht mehr für den Bonner Stadtrat. Er merkte schon damals, dass seine Kräfte nachließen. Die Folgen eines schweren Fahrradunfalls bestimmten fortan seinen Alltag.

Will Breuers zog sich dorthin zurück, wo seine politischen Wurzeln lagen – und zwar in den Stadtbezirk Beuel, wo er für seine Partei 15 Jahre in der Bezirksvertretung aktiv war. Dort stellte er seine Talente wiederholt unter Beweis: Breuers war als Oberstaatsanwalt ein brillanter Redner. Er war oft witzig, aber in der Sache meist unnachgiebig. An ihm konnte man sich reiben: Will Breuers war ein Mensch, der klare Kante liebte. Auch der politische Gegner wusste das zu schätzen. Dieter Schaper (SPD), langjähriger Kollege im Stadtrat und in der Bezirksvertretung, sagte am Dienstag dem GA: „Er stand zu seiner Meinung. So hart eine Diskussion in der Sache  – zum Beispiel, als es um den Fluglärm in Hangelar ging  – mit ihm sein konnte, so freundlich war dann das Gespräch beim Kölsch nach der Sitzung. Günter Dederichs, der 36 Jahre CDU-Fraktionsvorsitzender in Beuel war, betonte: „Auf ihn war immer Verlass. Als Jurist hat er uns oft beraten und uns Wege aufgezeigt, Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden oder zu lösen.“ Tom Schmidt, politisches Urgestein der Bonner Grünen, sagte: „Will Breuers war ein echter Typ mit Ecken und Kanten, wie sie auch in der Politik selten geworden sind. Man konnte mit ihm heftig aneinander geraten, was mir persönlich auch verschiedentlich passiert ist.“ Und Schmidt fügte hinzu: „Auf der anderen Seite war er aber auch einem Versöhnungskölsch nie abgeneigt. Ich werde ihn vermissen.“

Einsatz für den Post-Tower-Entwurf aus Chicago

In einem GA-Interview zu seinem Abschied als CDU-Stadtverordneter antwortete er auf die Frage, was er als politischen Erfolg in seiner Zeit als Ratsherr wertet: „Den Bau des Post Towers. Es war für mich damals ein kraftzehrender Einsatz, weil ich mich nicht für den beim Architektenwettbewerb siegreichen Entwurf, sondern für den der Architekten Murphy und Jahn aus Chicago eingesetzt habe. Ich habe viele Kritiker überzeugen müssen und habe mich vielen Anfeindungen ausgesetzt gesehen. Doch der Streit hat sich gelohnt.“ Und was hat er als Misserfolg gewertet? Will Breuers damals: „Ganz klar das WCCB-Desaster. Das hat für Bonn ein Millionenloch gerissen. Das Geld fehlt uns vor allem im Jugendbereich.“

Als begeisterter Hobbypilot und Vorsitzender im Aufsichtsrat der Flugplatzgesellschaft Hangelar setzte sich Breuers für lärmverträgliche Platzrunden landender Flugzeuge ein. Daneben fand er auch noch Zeit, sich für die Rettung der Seniorenbegegnungsstätte in Limperich und die ein oder andere Jugendeinrichtung, etwa „Abenteuer lernen“ in Beuel, einzusetzen. Auch die Aussöhnung mit Frankreich war für ihn ein Herzenswunsch. Wenn seine Zeit es zuließ, nahm er an den Bürgerfahrten in Beuels französische Partnerstadt Mirecourt teil und warb dort für ein partnerschaftliches Miteinander.