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Karneval in Beuel: Beueler Wäscherprinzessin Romina I. ist bereit für Karneval

Karneval in Beuel : Beueler Wäscherprinzessin Romina I. ist bereit für Karneval

Der Countdown läuft - und das nicht nur in Beuel. Wäscherprinzessin Romina I. stimmt sich feucht-fröhlich auf den Rathaussturm ein. Ganz trocken erwartet die Polizei den Narrenansturm und zehn Personen bereits Hausverbot erteilt, bevor es überhaupt losgeht.

Wenn in Beuel vor dem Rathaus weiße Wäsche im Wind flattert, dann steigt der Adrenalinpegel bei den Beueler Weibern. Die alten Hosen und Hemden signalisieren unmissverständlich, dass Weiberfastnacht näher rückt. Und das bedeutet für diesen Donnerstag: Auftakt der fünf tollen Tage in den Karnevalshochburgen, Ausnahmezustand in den Beueler Straßen, närrische Weiber, die der Männerwelt den Kampf ums Rathaus ankündigen, und eingeschüchterte Männer, die sich traumatisiert an Frikadellen und Kölsch klammern. Das Brauchtum lässt grüßen.

Wäscherprinzessin Romina I. (Markmann) steht jedenfalls in den Startlöchern. Gut gelaunt, siegesbewusst und angriffslustig präsentiert sich die junge Frau in diesen Tagen. Zwölf goldene Sterne hat sie bereits bei ihren Auftritten ergattert. Der Dreizehnte, der ihr am Weiberdonnerstag freien Eintritt ins Rathaus gewähren würde, bleibt ihr wohl verwehrt. Würde sie ihn erobern, müsste das Drehbuch für den Rathaussturm neu geschrieben werden.

Die Wagenbauer des Stadtbezirks Beuel haben der Tollität den Prinzessinnenwagen für den Weiberfastnachtszug übergeben. Standesgemäß hat die Tollität den Wagen mit Sekt getauft – und zwar auf den Namen Charlie. So heißt der Mini-Australian Shepherd, der Lieblingshund von Romina. Die Schütten im Wagen sind voller Wurfmaterial, die Strüsjer gebunden.

Der Weiberfastnachtszug startet um 10 Uhr an der Siegburger Straße in Höhe der Halle Beuel. 2044 Teilnehmer haben sich angemeldet. Das bedeutet, dass der Zug rund 1,6 Kilometer lang sein wird. 31 Musikgruppen und acht Pferde sind am Start. Traditionell trifft die Wäscherprinzessin mit ihrem Wagen gegen 12 Uhr am Rathaus ein. Dann beginnt der Weibersturm.

Polizei ist auf Beueler Brauchtum vorbereitet

Die Bonner Polizei sowie die übrigen Rettungs- und Sicherheitskräfte sind auf Weiberfastnacht ebenfalls gut vorbereitet. „Wir wissen, was auf uns zu kommt. Über die Jahre haben wir viel Routine beim Umgang mit den großen Brauchtumsfesten in Beuel entwickelt“, erklärt Gerd Peter, Leiter der Polizeiwache Ramersdorf und Einsatzleiter an Weiberfastnacht. Die Polizei wird ab 8 Uhr morgens in Beuel stark präsent sein.

„Wir werden unsere potenziellen Zielgruppen frühzeitig ansprechen und ihnen deutlich machen, dass wir sofort einschreiten werden, wenn zu starker Alkoholgenuss und Gewaltbereitschaft erkennbar sind“, sagte Gerd Peter im Gespräch mit dem GA. Bei Zuwiderhandlungen will die Polizei in einer ersten Stufe Bereichsvertretungsverbote aussprechen, als weiterer Schritt stünde eine Ingewahrsamnahme an. Im Vorfeld von Weiberfastnach hat die Polizei bereits zehn Personen ein Betretungsverbot für alle Karnevalsveranstaltungen in Bonn erteilt.

Zehn Personen haben bereits Hausverbot

Dieser Personenkreis ist der Polizei seit geraumer Zeit wegen verschiedener Delikte aufgefallen. Allerdings sagt der Erste Polizeihauptkommissar: „Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich entspannt. Die eindeutige Mehrheit der Karnevalisten will friedlich und fröhlich feiern. 2019 haben wir nur etwa zehn Festnahmen registriert und das bei einer Teilnehmerzahl von mehr als 20.000 Menschen.“

Aber die Polizei hat nicht nur Alkohol und Jugendliche im Blick. Verkehrsprobleme, Störungen jeglicher Art wie auch mögliche Anschlagsszenarien lassen die Beamten aufmerksam sein. „Eine unserer wichtigsten Aufgaben heißt Beobachtung der Lage“, so Gerd Peter. Im Rathaus Beuel wird an diesem Tag eine Koordinierungsgruppe bestehend aus Mitarbeitern von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsamt eingerichtet.

Dort laufen alle Informationen zusammen und dort werden auch alle Entscheidungen eingeleitet. Der Sanitätsdienst wird wieder an der Rheinaustraße unter der Kennedybrücke eine Behandlungsstation für leichtere Blessuren eröffnen. „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten funktioniert seit Jahren bestens. Das ist eine gute Ausgangsposition für diese Session“, sagte Gerd Peter.