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Soziales Engagement in Afrika: Beuelerin hilft Kindern in Nigeria

Soziales Engagement in Afrika : Beuelerin hilft Kindern in Nigeria

Karin Hünteler bietet ist Physiotherapeutin in Beuel. Jetzt hat sie zwei Wochen ihres Urlaubs im St. Mary’s Children Hospital verbracht, um ihre Dienste anzubieten. Ein Förderverein will dort ein Rehazentrum aufbauen.

„Sogar der König hat mich empfangen“, erzählte Karin Hünteler nicht ganz ohne Stolz von ihrem Besuch beim traditionellen regionalen Monarchen Igbonenye IV: Die Physiotherapeutin aus Küdinghoven hatte jetzt 14 Tage lang den Ärzten und Therapeuten des St. Mary`s Children Hospitals im nigerianischen Umuowa bei der Versorgung der kleinen Patienten geholfen und ist noch immer beeindruckt von der allgegenwärtigen Gastfreundschaft nicht nur der lokalen Würdenträger. Es war bereits Hüntelers zweiter Aufenthalt im Süden von Afrikas größtem Staat. „Ich wollte einfach gerne denen helfen, die es am nötigsten haben, so Hünteler. Und das seien in der Regel die Kleinen und Jüngsten.

2004 gegründet, ist das St. Mary's das einzige Kinderkrankenhaus im südöstlichen Teil des Landes. „Dank vieler Spenden ist es mittlerweile mit hundert Betten ausgestattet und behandelt jedes Jahr Tausende Patienten“, erzählte Hünteler weiter. Obwohl es sich um ein Kinderkrankenhaus handele, würden auch viele Ältere mit Arthrose, Bewegungsstörungen oder neurologischen Problemen dort behandelt. „Es ist eben das einzige Krankenhaus weit und breit. Familien haben dort zudem oft fünf, sechs oder sieben Kinder, denen keine andere medizinische Betreuung zur Verfügung steht“, erinnerte sich die Beuelerin.

„Uzondu“ - das Bedeutet "Weg zum Leben"

Mit seinen rund 177 Millionen Einwohnern fehle Nigeria die entsprechende Infrastruktur für eine ausreichende Gesundheitsversorgung aller Bürger: „Insbesondere Kinder und Mütter haben oft keinerlei Zugang zur medizinischen Versorgung“, so Hünteler. Die lokalen Kräfte freuen sich daher über jede Unterstützung bei der Versorgung der Patienten: „Aufgrund der schlechten Infrastruktur gibt es viele Unfälle“, so die Frau.

Außerdem stecke die Hilfsmittelversorgung noch in den Kinderschuhen: Unsere Spendensammlungen – zuletzt konnten wir einen großen Lkw mit Gehhilfen, Stehständern, Orthesen und Rollstühlen auf den Weg bringen – sind mehr als notwendig“, erzählte sie weiter.

Das nächste Ziel sei die Erweiterung der Physiotherapie-Abteilung und der Aufbau eines Rehazentrums mit einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Physiotherapeuten und Logopäden. „Der Kontakt nach Nigeria ist über Sergius Duru zustande gekommen“, so die engagierte 46-Jährige.

Der 55-jährige Nigerianer aus dem Bundesstaat Imo hatte das Krankenhaus im Südosten seines Heimatlandes initiiert und war bis zu diesem Sommer als Kaplan in Küdinghoven tätig. Als Schirmherr und in Kooperation mit einer Züricher Pfarrei sowie der örtlichen Diözese Orlu sammelten Duru und seine Helfer über Jahre hinweg in Deutschland und der Schweiz Spenden für die auf den Namen „Uzondu“ getaufte Initiative. „Uzo bedeutet Weg, Ndu ist Leben – also bedeutet der Name ’Weg zum Leben’“, so Hünteler.

Der Geistliche fand den Weg in den Ennert über Stationen im Vatikan und in Belgien: 17 Jahre lang besuchte er ein Priesterseminar in seinem Heimatland, unterrichtete Philosophie und promovierte über Hegel. Danach arbeitete Duru in der vatikanischen Missionskongregation und studierte an der Katholischen Universität im belgischen Louvain-la-Neuve, bevor er im Januar 2015 Seelsorger der katholischen Pfarreiengemeinschaft Sankt Cäcilia Oberkassel, Sankt Gallus Küdinghoven und Heilig Kreuz Limperich wurde.

Weitere Informationen zu den Projekten gibt es auf der Webseite des Fördervereins unter www.uzondu.de.